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Fazit / Archiv | Beitrag vom 03.02.2020

Klassik-StreamingMaxim Vengerov gibt es nur noch im Internet

Gregor Burgenmeister im Gespräch mit Gabi Wuttke

Der Violinist Maxim Vengerov spielt auf seinem Instrument.  (imago/i Images)
Seine Musik wird ab jetzt gestreamt: Maxim Vengerov. Gut für die Musikszene, meint Gregor Burgenmeister. (imago/i Images)

Bewegung auf dem traditonell eher konservativen Markt für klassische Musik: Der Geiger Maxim Vengerov hat sich exklusiv an einen Streamingdienst gebunden. Langsam werde mit Klassik im Netz Geld verdient, meint der Musikjournalist Gregor Burgenmeister.

Als sich der Violinist Maxim Vengerov an der Schulter verletzte, schien seine Karriere in Gefahr. Doch statt zu verzweifeln, begann der russisch-israelische Musiker zu dirigieren.

Ähnlich flexibel zeigte sich Vengerov in der Auswahl seiner Publikationspartner: Nicht bei einem großen Plattenlabel wird der 45-Jährige in Zukunft seine Aufnahmen veröffentlichen, sondern durch einen Streamingdienst. Und zwar ausschließlich dort.

Keine Krise weit und breit

Dass klassische Musik nicht mehr auf CDs, sondern nur noch im Netz zu hören sei, sei eine konsequente Fortführung der Entwicklung der jüngsten Zeit, sagt Gregor Burgenmeister, Chefredakteur des Konzert- und Opern-Magazins "concerti": "Gerade die Labels erfahren eine Umwälzung ihres Geschäftsmodells."

Von einer generellen Krise des Klassikmarktes könne nicht die Rede sein, meint Burgenmeister. "Bei uns haben wir jedes Jahr über hunderttausend Konzerte und Opern-Veranstaltungen die wir veröffentlichen und die werden auch alle besucht."

Allerdings gebe es in der Tonträgerindustrie angesichts der Masse der Veröffentlichungen ein "Relevanzproblem". Die Streaming-Plattformen hingegen seien, so Burgenmeister, ein neutraler Anbieter, "ein öffentlicher Marktplatz".

Jederzeit in bester Qualität

Und auf diesem Marktplatz werde zunehmend Gewinn gemacht, bekräftigt der Chefredakteur: "Ich glaube schon, dass man damit Geld verdienen kann." Das Netz biete große Möglichkeiten. "Sowohl für die Künstler wie auch für den Zuhörer." Insgesamt werde es der Musikszene sehr gut tun, dass man die Musik immer bei sich haben könne und "in bester Qualität anhören kann", sagt Burgenmeister.

(beb)

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