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Tonart | Beitrag vom 22.06.2021

Klassik FakesVon wegen Beethoven!

Von Cornelia de Reese

Porträt des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827). (imago / Photos12 / Ann Ronan Picture Library)
Ludwig van Beethoven (1770-1827 ) (imago / Photos12 / Ann Ronan Picture Library)

Immer wieder wurden klassische Werke unter einem berühmten Namen bekannt. Doch dann stellte sich raus: alles Fake! Wir klären sechs Fälle in unserer Sommerreihe auf und zeigen: Die Gründe für solche Fehl-Etikettierungen waren vielfältig.

In der launigen Sommerreihe "Klassik Fakes" decken wir einige Fälle auf, bei denen klassische Werke unter falschem Namen berühmt geworden sind. 

Die Gründe für diese Namensvertauschaktionen sind unterschiedlich konnotiert. Mal hat ein älterer Komponist einen Jüngeren unterstützt, indem er ihm seinen guten Namen auslieh. In einem anderen Fall war es familiäre Hilfestellung, um die Veröffentlichung von Werken überhaupt zu ermöglichen.

Handel mit dem Namen

Manchmal war es die reine Gier, zum Beispiel von Verlegern, die einen berühmten Namen wie eine Marke kopierten und Notenkonvolute unter diesem dann herausbrachten. Der berühmte Name garantierte ihnen einträglichen Absatz.

Fehlgeleitet

Manchmal waren es Notizen auf Notenabschriften, die die Forscher auf falsche Fährten setzten. Hatten die Musikforscher gar keinen Namen, dann spekulierten sie: Wer könnte ein solches Meiserwerk geschaffen haben? Sicher eine Kompositionsgröße. Um dann festzustellen: von wegen!


Die Beiträge im Überblick:

Ludwig van Beethoven – Ein fataler Schriftzug [AUDIO]

Der junge Beethoven erwähnt in Briefen die Arbeit an seiner allerersten Sinfonie, die aber trotz intensiver Suche verschollen bleibt, bis endlich in Jena eine unbekannte Sinfonie mit verschnörkeltem Komponistennamen auftaucht: "von Bethooven".


Porträt des deutschen Komponisten Christoph Willibald Gluck (1714-1787). (picture alliance / united archives )Christoph Willibald Gluck (1714-1787) war in Paris sogar mit der Königin vertraut. (picture alliance / united archives )

Christoph Willibald Gluck – Falsches Spiel in Paris [AUDIO]

Gluck versetzt mit seinen Opern ganz Paris in Euphorie. Im hohen Alter legt er von Wien aus eine neue nach, die sein Bekannter vorbeibringt. Was keiner ahnt: Hier wird mit verdeckten Karten gezockt.


Porträt des Komponisten Joseph Haydn (1732 -1809). Gemälde, 1785, von Christian Ludwig Seehas (1753-1802). (picture alliance / akg-images )Joseph Haydn (1732 -1809) wurde als Kapellmeister mit Naturalien bezahlt, als Sinfoniker mit barer Münze. (picture alliance / akg-images )

Joseph Haydn – Gefälschte Markenware [AUDIO]

Joseph Haydn ist Musik-Bestverdiener, ein Star, der Unsummen für seine Werke von Verlagen einfordern kann. Das Publikum wiederum kauft alles, wo "Haydn" draufsteht, was Fälscher auf den Plan ruft.


Porträt des Komponisten Leopold Mozart (1719-1787). Vater von Wolfgang Amadeus Mozart. (picture alliance / akg-images)Leopold Mozart (1719-1787) hatte acht Kinder, von denen zwei überlebten und berühmt wurden, (picture alliance / akg-images)

Leopold Mozart – Unter Verdacht [AUDIO]

Die Kindersinfonie ist ein Werk mit ungewöhnlichem Setting: Kinderspielzeuge sind hier mit von der Partie wie Kuckuckspfeife und laute Rassel. Lange wurde Leopold Mozart verdächtigt, Komponist des Gute-Laune-Wurfes zu sein. Weit ge-failt.


Portrt des KOmponisten Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). (imago / Mary Evans Archive)Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) (imago / Mary Evans Archive)

Felix Mendelssohn Bartholdy – Der heimliche Helfer [AUDIO]

Felix steht die Welt offen: Er kann reisen und lernt Persönlichkeiten wie Goethe kennen, er darf komponieren und damit Geld wie Ruhm verdienen. Doch das ist nicht allen in seiner Familie vergönnt.


Porträt des italienischen Komponisten Tomaso Albinoni (1671-1750). Aus einer Privatsammlung in Mailand. (akg-images / Album / Oronoz)Tomaso Albinoni (1671-1750) (akg-images / Album / Oronoz)

Tomaso Albinoni – Doppelgänger am Werk [AUDIO]

Der Italiener Albinoni war lange vergessen. Dann taucht ein Adagio auf. Es habe in Fragmenten in einer Bibliothek geschlummert, bis es ein Forscher veröffentlicht. Das Werk wird zum Hit und Albinoni wieder zu einem Barock-Star.

Mehr zum Thema

Aus den Feuilletons - Die "ewige Wiederkehr" von Fälschungen
(Deutschlandfunk Kultur, Kulturpresseschau, 6.3.2020)

"Deep-Fakes" - Fälschungen mittels künstlicher Intelligenz
(Deutschlandfunk, @mediasres, 30.4.2019)

Ausstellung in Herne - Berühmte Fälschungen der Archäologie
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 23.3.2018)

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