Hörspiel, vom 03.10.2019, 18:30 Uhr

Klangkomposition über Wolfgang Hilbigs Dichtung Territorien

Klangkompositionen wie Treibgut unter dem lichten Spiegel einer Wasseroberfläche (EyeEm / wirakorn deelert)
Klangkompositionen wie Treibgut unter dem lichten Spiegel einer Wasseroberfläche (EyeEm / wirakorn deelert)

"In dem Augenblick, da ihn das Blitzlicht traf, hatte er aufschäumende Nebel von schwarzen oder grauen Hieroglyphen zu sehen geglaubt, ein Schneegestöber von Buchstaben, das sich herabsenkte wie Brandqualm." In der radikalen Freiheit von Wolfgang Hilbigs Dichtung scheinen Bilder auf, die Werner Cee als Ausgangsmaterial für ein intensives Klangexperiment dienen. Im Wechselspiel zwischen seiner Komposition und Michael Wertmüllers energetischem Schlagzeugspiel werden die Texte selbst zu Klängen. Eben noch mitgerissen von einem lärmenden Chaos, scheinen sie im nächsten Moment als Treibgut unter dem lichten Spiegel einer Wasseroberfläche auf, ganz so, als ob nichts gewesen wäre.

Isabel Karajan bei den Sprachaufnahmen im Hörspielstudio, sie steht am Mikro und hat Kopfhörer auf (Deutschlandradio / Anke Beims)Isabel Karajan bei den Sprachaufnahmen (Deutschlandradio / Anke Beims)

Werner Cee und Isabel Karajan beratend über dem Manuskript während der Aufnahmen im Studio (Deutschlandradio / Anke Beims)Werner Cee und Isabel Karajan während der Aufnahmen im Studio (Deutschlandradio / Anke Beims)


Ursendung
Territorien
Hörstück von Werner Cee mit Zitaten und Auszügen aus Texten von Wolfgang Hilbig und der Musik von Michael Wertmüller und Werner Cee
Bearbeitung, Komposition und Regie: Werner Cee
Mit: Isabel Karajan, im O-Ton Wolfgang Hilbig
Musiker: Werner Cee (Elektroakustische Chin) und Michael Wertmüller (Percussion und Schlagzeug)
Ton: Martin Eichberg
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019
Länge: 66'43

Anschließend:
Wolfgang Hilbigs Rede anlässlich der Verleihung
des Georg-Büchner-Preises 2002
Produktion: HR 2002
Länge: 17'30


Werner Cee an der elektroakustischen Chin während der Musikaufnahmen im Studio (Deutschlandradio / Anke Beims)Werner Cee an der elektroakustischen Chin (Deutschlandradio / Anke Beims)

Werner Cee und Michael Wertmüller im Gespräch, im Studio auf Stühlen sitzend (Deutschlandradio / Anke Beims)Werner Cee und Michael Wertmüller im Gespräch (Deutschlandradio / Anke Beims)

Michael Wertmüller am Schlagzeug, er hat Kopfhörer auf und ist ganz in seinem Element, spielt mit geschlossenen Augen (Deutschlandradio / Anke Beims)Michael Wertmüller ganz in seinem Element (Deutschlandradio / Anke Beims)

Werner Cee im Hörspielstudio sitzend vor seinem Mischpult an den Reglern (Deutschlandradio / Anke Beims)Werner Cee an seinem Mischpult (Deutschlandradio / Anke Beims)


Werner Cee (Deutschlandradio / Rainer Lind)Werner Cee (Deutschlandradio / Rainer Lind)Werner Cee, geboren 1953 im hessischen Friedberg, ist Komponist, Klangkünstler, Hörfunkautor und Regisseur. Er studierte Malerei, arbeitete als bildender Künstler und war in der Rockmusikszene aktiv. In den letzten zwanzig Jahren sind mehrere akustische Großprojekte entstanden. Werner Cee schafft Verbindungen zwischen visueller und akustischer Kunst. Für "Winterreise" (HR 2010) erhielt er den Prix Italia. Zuletzt: "KLIMA|ANLAGE" (DKultur 2016), eine begehbare Hörinstallation zur Verklanglichung von Klimadaten, und "Gesänge des Charon" (Dlf Kultur/HR 2017).

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