Klangkunst, vom 25.09.2020, 00:05 Uhr

Klangkomposition: 75 Jahre Befreiung BuchenwaldGang nach Buchenwald

Gedenkstätte (Martin Kranz, Thomas Müller)
Gedenkstätte (Martin Kranz, Thomas Müller)

Vom Weimarer Hauptbahnhof führt ein etwa zweistündiger Fußweg zum KZ Buchenwald. Diesen Weg mussten tausende Opfer des Naziregimes gehen. Am 16. April 1945, kurz nach der Befreiung des Konzentrationslagers, folgten ihnen auf Anordnung des amerikanischen Oberkommandos rund 1.000 Weimarer Bürgerinnen und Bürger. Sie sollten das Grauen von Buchenwald mit eigenen Augen sehen.

Zum Gedenken an diesen Weg hat der Medienkünstler Christoph Korn einen Audiowalk für das Projekt "Gang nach Buchenwald" des Kunstfest Weimar komponiert. Sein gleichnamiges Hörstück ist ein Sich-Nähern: im Gehen auf Asphalt, Teer, Laub, Kies, hin zu jenem unaussprechlichen Ort. Ausgangspunkt des Hörspiels ist ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Naftali Fürst.

Diese Produktion wurde mit Kunstkopf-Mikrophonie hergestellt. Bitte Kopfhörer aufsetzen.

Am 13. September 2020 ist der Audiowalk Teil der Veranstaltung "Gang nach Buchenwald", ausgerichtet von Kunstfest Weimar, ACHAVA Festspielen und Deutschlandfunk Kultur.

Mit freundlicher Unterstützung von Margol F. Guttman, Director of International Cultural and Artists Exchange, Ein Hod, Israel.


Ursendung
Gang nach Buchenwald
Von Christoph Korn
Nach einem Gespräch mit dem Shoa-Überlebenden Naftali Fürst (Haifa) und Textfragmenten aus dem Buch Hiob, von Paul Celan, Pauline Oliveros und Christoph Korn
Mit: Jana Schulz, Tom Jacobs
Komposition: Christoph Korn
Akkordeon: Sven Hermann
Dramaturgische Beratung: Claas Morgenroth
Nach einer Idee von Rolf C. Hemke
Produktion: Deutschlandfunk Kultur/Kunstfest Weimar/ACHAVA Festspiele Thüringen, Stiftung Buchenwald 2020
Länge: 50'
Eine Wiederholung vom 13. September 2020


Christoph Korn, geboren 1965 in Frankfurt a.M., studierte Philosophie und Politologie in Frankfurt. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Audio- und Medienkunst. Die künstlerischen Werke basieren in den letzten Jahren zunehmend auf Versuchen des Maskierens, Löschens oder Entziehens. Korn erhielt internationale Preise und Stipendien. Sein Hörspiel "Waldstueck" wurde beim Prix Ars Electronica ausgezeichnet. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: "Consolamini" (2006).

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