Klangkunst, vom 13.09.2020, 18:30 Uhr

Klangkomposition: 75 Jahre Befreiung BuchenwaldEine Annäherung an den Ort des Grauens

Gedenkstätte (Martin Kranz, Thomas Müller)
"Gang nach Buchenwald" heißt das Hörstück des Medienkünstlers Christoph Korn. (Martin Kranz, Thomas Müller)

Vom Weimarer Hauptbahnhof führt ein etwa zweistündiger Fußweg zum KZ Buchenwald. Diesen Weg mussten Tausende Opfer des Naziregimes gehen. Am 16. April 1945, kurz nach der Befreiung des Konzentrationslagers, folgten ihnen auf Anordnung des amerikanischen Oberkommandos rund 1000 Weimarer Bürgerinnen und Bürger. Sie sollten das Grauen von Buchenwald mit eigenen Augen sehen.

Zum Gedenken an diesen Weg hat der Medienkünstler Christoph Korn einen Audiowalk für das Projekt "Gang nach Buchenwald" des Kunstfest Weimar komponiert. Sein gleichnamiges Hörstück ist ein Sich-Nähern: im Gehen auf Asphalt, Teer, Laub, Kies, hin zu jenem unaussprechlichen Ort. Ausgangspunkt des Hörspiels ist ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Naftali Fürst.

Diese Produktion wurde mit Kunstkopf-Mikrofonie hergestellt. Bitte Kopfhörer aufsetzen.

Am 13. September 2020 ist der Audiowalk Teil der Veranstaltung "Gang nach Buchenwald", ausgerichtet von Kunstfest Weimar, ACHAVA Festspielen und Deutschlandfunk Kultur.

Mit freundlicher Unterstützung von Margol F. Guttman, Director of International Cultural and Artists Exchange, Ein Hod, Israel.


Ursendung
Gang nach Buchenwald
Von Christoph Korn
Nach einem Gespräch mit dem Shoa-Überlebenden Naftali Fürst (Haifa) und Textfragmenten aus dem Buch Hiob, von Paul Celan, Pauline Oliveros und Christoph Korn
Mit: Jana Schulz, Tom Jacobs
Komposition: Christoph Korn
Akkordeon: Sven Hermann
Nach einer Idee von Rolf C. Hemke
Dramaturgie: Marcus Gammel
Dramaturgische Beratung: Claas Morgenroth
Produktion: Deutschlandfunk Kultur/Kunstfest Weimar/ACHAVA Festspiele Thüringen, Stiftung Buchenwald 2020
Länge: 50'
Wiederholung am 25. September, 0.05 Uhr

Gang nach Buchenwald - Audiowalk

Anschließend:
Gang nach Buchenwald - Zeitzeugengespräche, Lesungen, Musik
Eindrücke von der Veranstaltung des Kunstfests Weimar an der Gedenkstätte Buchenwald am 13.9.2020
Von Marcus Gammel
Mit: Rosa Falkenhagen, Bernd Lange, Janus Torp und Mitgliedern der Staatskapelle Weimar
Ton und Technik: Laura Anh Thu Dang, Paul Hauptmeier, Johann Mittmann, Martin Recker
Länge: 38‘


Christoph Korn, geboren 1965 in Frankfurt a.M., studierte Philosophie und Politologie in Frankfurt. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Audio- und Medienkunst. Die künstlerischen Werke basieren in den letzten Jahren zunehmend auf Versuchen des Maskierens, Löschens oder Entziehens. Korn erhielt internationale Preise und Stipendien. Sein Hörspiel "Waldstueck" wurde beim Prix Ars Electronica ausgezeichnet. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: "Consolamini" (2006).

"Zeitschneise" in Weimar - Erinnerungspolitisches Kunstwerk droht zu verfallen
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 23.08.2020)

NS-Terror und Gedenkstättenarbeit - Das Bedürfnis nach Wahrhaftigkeit
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 08.04.2020)

Konferenz zur Gedenkkultur in Frankfurt - Was ist die Zukunft der Erinnerung?
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 18.11.2019)

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