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Konzert / Archiv | Beitrag vom 04.07.2017

Kissinger Sommer 2017Keine Angst mehr, kein Schrecken

Live aus dem Max-Littmann-Saal im Regentbau

Porträt des französischen Komponisten Gabriel Faure (1845-1942). (imago stock&people)
Porträt des französischen Komponisten Gabriel Faure (1845-1942). (imago stock&people)

Gabriel Faurés Requiem stellt der Unvermeidlichkeit des Todes Klänge der sinnenden Stille entgegen; im heutigen Kissinger Konzert wird es Höhepunkt und versöhnlicher Ausklang in einem sein.

So, wie in der hochsommerlichen Sattheit und Reife dieser Tage schon das spätere Welken und Vergehen angelegt sind – eine Doppelgesichtigkeit, die auch in Samuel Barbers elegischem, das Konzert einleitenden Streicher-Adagio mitschwingt – so beschwört Fauré in seiner Totenmesse umgekehrt aus der Unvermeidlichkeit des menschlichen Endes heraus Gedanken der Hoffnung und Befreiung. Auf die Weltuntergangs-Vision des "Dies irae" hat er von vornherein verzichtet; angst- und schreckensfrei fließt die Musik zum letzten Satz des Werkes, und der, harfenumrankt und in einem fast kindlich reinen D-Dur, klingt wie ein Wiegenlied: die Seele kehrt zu ihren Ursprüngen zurück.

Für esoterisch gestimmte – oder auch einfach nur ruhebedürftige – Hörer ist dieses Stück die ideale Hör-Lektüre, für die Interpreten dagegen eine ziemliche Herausforderung: sie müssen verhalten agieren und dürfen dennoch nicht die Spannung verlieren, über weite Strecken leise bleiben und trotzdem einen vollen und warmen Klang erreichen. Die von Manfred Honeck geleiteten Ensembles der Bamberger Symphoniker bringen dafür insofern gute Voraussetzungen mit, als gerade diese Qualität einer warmen, weich konturierten Klangfülle immer wieder an ihnen gerühmt wird; und Joseph Haydns vielfarbige Konzertante Sinfonie mit ihren vier Solisten kann dann zwischen Barber und Fauré vielleicht als emotionale Lockerungsübung dienen…


Samuel Barber

Adagio for strings

Joseph Haydn

Sinfonia concertante für Oboe, Fagott, Violine, Violoncello und Orchester B-Dur op. 84 Hob. I: 105


ca. 20.40 Konzertpause


Gabriel Fauré

Requiem für Sopran und Bariton solo, gemischten Chor und Orchester op. 48


Sunhae Im, Sopran

Andrè Schuen, Bariton

Bamberger Symphoniker

Chor der Bamberger Symphoniker

Leitung: Manfred Honeck

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