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Vollbild | Beitrag vom 29.07.2017

Kinokolumne "Top Five"Die besten Filme über Leben aus dem All

Von Hartwig Tegeler

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Steven Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (1977) (imago / UnitedArchives)
Steven Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (1977) (imago / UnitedArchives)

Außerirdische Gestalten bringen meist Chaos und Schrecken auf die Erde, zumindest in Kinofilmen. Oder können Begegnungen mit fremden Leben aus dem All auch mal gut ausgehen? – Unsere fünf besten Filme über Besucher von fremden Galaxien.

Platz 5: "Life" von Daniel Espinosa (2017)

Man achte beim Horror-Science-Fiction-Film bitte auf dieses: Je kleiner, winziger der außerirdische Organismus ist, dem die Menschen begegnen, desto gnadenloser wird er wachsen und sein unheimliches, natürlich blutig-tödliches Werk verrichten.

Das ist mit "Calvin" genauso. Am Anfang, wenn ihn Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds und die anderen aus der Crew der ISS untersuchen: Ach, wie entzückend, wie er auf die Handbewegungen des Wissenschaftlers reagiert!

Und dann entkommt er aus der Petrischale. Wächst und wächt. Noch im Orbit, also nahe der Erde. Vielleicht war dieser parasitäre Organismus ja verantwortlich für die Auslöschung allen Lebens auf dem Mars. Und bald auch, wenn "Calvin" mit der Rettungskapsel auf die Erde gelangt, für die auf unserem Planeten. Das Leben in solchen Albtraum-Filmen ist kein Ponyhof. E.T. sei Dank.

Platz 4: "Invasion" von Oliver Hirschbiegel (2007)

Nicole Kidman in dem Film "The Invasion" von Oliver Hirschbiegel. (imago / Entertainment Pictures )Nicole Kidman in dem Film "The Invasion" von Oliver Hirschbiegel. (imago / Entertainment Pictures )

Auch in der vierten Verfilmung von Jack Finney Roman "Die Körperfresser kommen" hat die Begegnung mit der temperaturresistenten außerirdischen Lebensform epidemische Folgen: Fremde Organismen "übernehmen" die Menschen.

Die Verseuchten verändern, nachdem sie eingeschlafen sind, radikal ihre Persönlichkeit. Verlieren alle Emotionen, aber, gemeiner Plot-Point: Die Menschen hören auch auf, Kriege zu führen. Das Leben aus dem All, die außerirdische Lebensform: Im Kino begegnen wir in ihr immer unseren Träumen oder Albträumen. Am Ende von "Invasion" ist alles wieder beim Alten: Mit dem Sieg über die Außerirdischen wird der Mensch dem Menschen wieder der Wolf. Business und Life as usual.

Platz 3: "Star Trek – Der erste Kontakt" von Jonathan Frakes (1996)

"Star Trek - Der erste Kontakt" (1996), Regie: Jonathan Frakes (imago / UnitedArchives)"Star Trek - Der erste Kontakt" (1996), Regie: Jonathan Frakes (imago / UnitedArchives)

Im Star-Trek-Universum gibt es die guten, loyalen Lebensformen aus dem All à la Mr. Spock und die bösen. Das Irritierende an den Borg besteht darin, dass sie eine Mischung aus Mensch und Maschine sind. Die Borg haben keine Individualität, sind ganz Kollektivbewusstsein. Das ist beängstigend, aber die noch größere Horror-Vorstellung für uns, den Menschen, den Kinogänger, ist die Tatsache, dass diese Art von Leben die Spezies dadurch fortentwickelt, dass sie andere Kulturen assimilieren. Sie sich quasi mental einverleiben.

Nun kann man sagen, das ist ja das, was die zivilisierten Völker mit den vorgeblich barbarischen immer machten. Also sind die Außerirdischen mal wieder Spiegel für den homo sapiens. Einer, in den er natürlich nicht schauen mag. 

Platz 2: "Unheimliche Begegnung der dritten Art" von Steven Spielberg (1977)

Steven Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (1977) (imago / United Archives )Steven Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (1977) (imago / United Archives )

Die erste Botschaft bei der Kontaktaufnahme mit Außerirdischen lautet: "Wir sind nicht allein!" Die zweite, mit der richtigen Musik und einem friedvollen Geist, nur getragen von dem Wunsch zu wissen: Kindheitsträume von Erwachsenen und Kindern können wahr werden.

Der offensichtliche Chef der Außerirdischen, der am Ende von "Unheimliche Begegnung der dritten Art" aus dem herrlichen bunten Raumschiff steigt, sieht wie eine etwas schlankere Form des Aliens aus "E.T. – Der Außerirdische". Zwei helle Filme, der der klaren Dominanz des Dystopischen, des Düsteren, bei der Begegnung mit dem Leben aus dem All einen utopischen Moment entgegensetzen.

Platz 1 : "Arrival" von Denis Villeneuve (2016)

Schauspielerin Amy Adams als Louise Banks im Kinofilm "Arrival", Regie: Denis Villeneuve. (imago stock&people)Schauspielerin Amy Adams als Louise Banks im Kinofilm "Arrival", Regie: Denis Villeneuve. (imago stock&people)

Weder knuddelig noch schleimig monströs sind die Außerirdischen bei Villeneuve. Nur fremd, anders in jeglicher Hinsicht. Hektapoden. Unbekannte Wesen in Raumschiffen, die fast einen halben Kilometer hoch sind. Begegnung mit dem Leben aus dem All bedeutet in diesem meditativen, ja fast psychotherapeutischen Erfahrungstrip, fremdes Denken, fremde Sprache und in ihr die Struktur eines ganz und gar anders gestalteten Bewusstseins kennen zu lernen.

Dass sich dabei Zeit in ihrer chronologischen Eindeutigkeit aufzulösen beginnt, die Erfahrung der Linguistin Louise - gespielt von Amy Adams - in eine Kreisform gerät, das belässt diesem wunderbaren Film und den Kreaturen, die er vorstellt, etwas rätselhaft Geheimnisvolles. Wenn Louise am Ende hofft, dass eine friedvolle und bereichernde Begegnung mit den Lebewesen aus dem All möglich ist, sagt sie: "Wir müssen miteinander reden." Die Utopie menschlicher und womöglich außermenschlicher Kommunikation.

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