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Fazit | Beitrag vom 17.07.2019

Kinogeschäftsführer über die FSK"Eine Prüfstelle ist immer noch sinnvoll"

Matthias Elwardt im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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DVDs mit unterschiedlichen Altersfreigaben liegen auf einem Tisch.   (picture alliance/dpa Themendienst/Andrea Warnecke)
Sind Dino-Zeichentrickfilme schon etwas für Kleinkinder? Und wie viel vertragen Sechsjährige? Die FSK gibt Empfehlungen dazu. (picture alliance/dpa Themendienst/Andrea Warnecke)

Ist die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft nach 70 Jahren nicht längst überholt? Matthias Elwardt von den Hamburger Zeise-Kinos findet: nein. Starke Kinobilder wirkten prägend - und die FSK sei die einzige Institution, die Altersempfehlungen gebe.

Braucht es nach wie vor eine Instanz wie die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) der Filmwirtschaft, die gerade 70 Jahre alt geworden ist? Ja, findet Matthias Elwardt. Er ist Geschäftsführer der Zeise-Kinos in Hamburg und Vorsitzender von Vision Kino, einer Gesellschaft für die Förderung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen.

Viele argumentierten, die FSK sei überflüssig, denn an bedenkliche Inhalte kämen Kinder problemlos auch im Internet heran. Aber für das Kino sei die Prüfstelle immer noch sinnvoll: "Man darf ja nicht vergessen, dass Kino ein besonderer Ort ist. Man merkt es auch immer wieder: Wenn Kinder dort ihren ersten Film sehen, ist das etwas anderes, als wenn sie ihn auf einer kleinen Mattscheibe oder sogar auf ihrem Handy sehen."

Das große Erlebnis auf der Leinwand

Kino sei ein großes Erlebnis - nichts, was man einfach "so nebenbei" schauen könne. Und dass demzufolge den Eltern eine Empfehlung für das Alter an die Hand gegeben werde, sei richtig und wichtig, denn, so Elwardt, "Kinobilder oder überhaupt starke Filmbilder sind sehr prägend." Und die FSK sei - neben Vision Kino, die eigene Empfehlungen herausgeben - die einzige Institution, die deutliche Altersempfehlungen gebe, deshalb sei sie unverzichtbar.

Kinobetreiber Matthias Elwardt (links) und der Schauspieler Stephan Kampwirth bei der  Premiere des Films "Agnes", im Abaton Kino in Hamburg, 31.05.16. (picture alliance/dpa/Eventpress MP)Matthias Elwardt hält die FSK nach wie vor für eine sinnvolle Einrichtung. (picture alliance/dpa/Eventpress MP)

Elwardt hält jedoch eine Änderung bei den Freigabe-Alterstufen für bedenkenswert: "Das finde ich ein bisschen schade: Es gibt 0, 6, 12, 16, 18 - aber ein Zehnjähriger guckt ganz anders als ein Sechsjähriger. Ich würde mir vielleicht noch eine weitere Differenzierungsstufe wünschen."

Deutlichere Kritik übte der Kinobetreiber dagegen an der Filmindustrie in Hollywood, die alles daran setze, für möglichst viele Filme eine Freigabe "ab 12" zu bekommen - "damit es dann schon Quengelware für Sechsjährige ist". 

(mkn)

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