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Interview | Beitrag vom 11.08.2020

Kinofilm "Der letzte Mieter"Das Mietendrama als Psychothriller

Gregor Erler im Gespräch mit Dieter Kassel

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Heruntergekommene Fassade eines Altbaus in Berlin-Moabit. (imago images / Ina Peek)
Selbst unsanierte Häuser sind in Berlin Gold wert. (imago images / Ina Peek)

Der Regisseur Gregor Erler beschäftigt sich in seinem Erstlingsfilm mit der Gentrifizierung und dem Wohnungswahnsinn in deutschen Großstädten. Statt Doku oder Drama ist ein spannungsgeladener Thriller entstanden - Explosionen inklusive.

Der Filmregisseur und Drehbuchautor Gregor Erler lebt im Prenzlauer Berg - und hat den Irrsinn, der sich auf dem Berliner Wohnungsmarkt abspielt, täglich vor Augen. Auch in seinem Bekanntenkreis, berichtet er, gibt es die junge, alleinerziehende Mutter mit zwei kleinen Kindern, die sich die Miete nicht mehr leisten konnte und wegziehen musste: "Da hängt einfach so wahnsinnig viel dran. Ein Kind ist in der Kita, das andere in der Schule."

Um sich dem Problem erzählerisch zu nähern, hat Erler allerdings nicht die Form des Sozialdramas, sondern den Thriller gewählt. Ein alter Mann will nicht ausziehen und harrt in einem unsanierten Haus aus. Dann eskaliert die Geschichte: Es gibt Tote, Explosionen, unheimliche Szenen, zwielichtige Gestalten, Helden, Underdogs. Er habe mit dem Film möglichst viele Menschen ansprechen wollen, so Erler. Das Thema war ihm wichtig - der "gute Kinoabend" aber auch.

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Der Film "Der letzte Mieter" kommt am 13. August 2020 in deutsche Kinos. 

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