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Vollbild | Beitrag vom 05.01.2019

Kino-Kolumne Top FiveDie besten Robin-Hood-Darsteller

Von Hartwig Tegeler

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Kevin Costner steht im Robin-Hood-Kostüm samt Bogen vor einem Kamerakran (Prod.DB/imago)
Mit 90er-Jahre-Fönfrisur kämpfte Kevin Costner als Robin Hood für die Armen (Prod.DB/imago)

Vor mehr als Hundert Jahren zog ein Robin-Hood-Darsteller erstmals über die Kinowand. Nun kehrt der Rächer der Entrechteten in der Animationsorgie "Robin Hood" zurück. Dessen Darsteller, Taaren Egerton, hat eine lange Ahnenreihe.

Platz 5: Errol Flynn in "Robin Hood, König der Vagabunden" (1938)

Das mit der Freiheit, freies Leben in den Wäldern – wunschlos glücklich -, das ist natürlich der Kern des "Robin-Hood"-Mythos´. Freiheit und Abenteuer im Sherwood Forrest. Wobei dieser 80 Jahre alte, wunderbar sinnliche Mantel- und Degenfilm seine Magie entfaltet durch die Choreographie der Bewegung und des Tanzes in und unter Bäumen mit Schwert und Pfeil und Bogen. Bilder-Kinetik. Der Held in grünen Strumpfhosen schwebt, springt, tanzt und prügelt sich ganz und gar frei von sozialen wie physikalischen Beschränkungen und bringt alle Disharmonie des Universums wieder ins Lot. Kein Action-, sondern eher akrobatischer Film und eine verdammt hohe Messlatte für alle folgenden Robin Hoods.Das mit der Freiheit, freies Leben in den Wäldern – wunschlos glücklich –, das ist natürlich der Kern des "Robin-Hood"-Mythos’. Freiheit und Abenteuer im Sherwood Forrest. Wobei dieser 80 Jahre alte, wunderbar sinnliche Mantel- und Degenfilm seine Magie entfaltet durch die Choreographie der Bewegung und des Tanzes in und unter Bäumen mit Schwert und Pfeil und Bogen. Bilder-Kinetik. Der Held in grünen Strumpfhosen schwebt, springt, tanzt und prügelt sich ganz und gar frei von sozialen wie physikalischen Beschränkungen und bringt alle Disharmonie des Universums wieder ins Lot. Kein Action-, sondern eher akrobatischer Film und eine verdammt hohe Messlatte für alle folgenden Robin Hoods.

Platz 4: Kevin Costner in "Robin Hood, König der Diebe" (1991)

Der, der Messlatte, konnte diese Robin-Variante inklusive einer 90-Jahre-Fönfrisur des Helden nicht gerecht werden, auch wenn Kevin Costner sich als Mittelalter-Action-Held in Nottingham und im Sherwood Forrest reichlich abmüht, dem Mythos gerecht zu werden. Doch sein volksheldenhafter Kampf für die Arme und Entrechtete wirkt vor allem dekorativ und popkulturell angestrengt. Dann schon lieber diese durchgeknallte Robin-Hood-Drag-Queen:

Platz 3: John Cleese in "Time Bandits" (1981)

Die Zeitreisenden und ihr elfjähriger Reisegefährte Kevin beim Trip durchs Universum schlagen im Sherwood Forrest bei der Bande eines Herren namens Hood, Robin Hood, auf, den Kevin verehrt als Rächer der Enterbten und Armen und so. Aber was er hier vorgeführt bekommt mit diesem gackerhaften Lachen? "Oh, habt ihr sie denn schon kennengelernt? – Wen? – Die Armen. Oh, ihr müsst sie auf jeden Fall kennenlernen. Sie sind so charmant. " Gegen Terry Gilliams Persiflage auf den englischen Volkshelden und dessen Mythos kommt Mel Brooks mit seiner Parodie in "Robin Hood – Helden in Strumpfhosen" – runde eine Dekade später, 1993 – nun wirklich nicht gegen an.

Platz 2: Russell Crowe in "Robin Hood" (2010)

Doch nun müssen wir natürlich noch über Robin und seine Angebetete reden: Marian. Die gehört zu Robin wie Lois Lane zu Superman, Schrägstrich, Clark Kent oder Hermine zu Harry Pot-ter. Die Beziehung zwischen Robin und Marion, sozusagen hinter dem wie immer bei Ridley Scott perfekt inszenierten Schlachtengemälde, schwelt und brodelt – so zumindest behauptet - zwischen Anziehung und Abstoßung. Doch, was wir sehen, ist eines dieser vermaledeiten Beispiele dafür, wie die Chemie zwischen zwei Hauptdarstellerin nicht funktioniert. Bei Cate Blanchett als Marion hat man jedenfalls immer das Gefühl, dass sie nicht den blassesten Schimmer hat, was sie an der Seite dieses "Russell-Crowe-Robin-Hoods" denn nun spielen soll. Der hingegen grummelt permanent vor sich hin. Nö, Liebe ist hier nicht zu finden. Das pure Gegenstück zu Sean Connery und Audrey Hepburn.

Platz 1: Sean Connery in "Robin und Marian" (1976)

Diese düstere Geschichte über die Rückkehr des alten Kreuzzug-Ritters Robin Hood nach 20 Jahren in die alte Heimat fegt die federleichte Errol-Flynn-Variante des Volkshelden mit einer ganz eigenen Interpretation beiseite. Robin Hood ist hier ein traumatisierter Krieger, der den eigenen Mythos absurd findet. "Wo immer man hinkommt, will man was hören über eure großen Taten", sagt der alte Gefährte, Bruder Tuck. "Wir habe nie welche begangen", meint der müde Held. Worauf Tuck, realistisch, nüchtern, aber auch schmunzelnd, nur meint: "Das kann ich mir denken." Desillusionierte Welt, ja, aber da dann eben noch Marian. Grandios: Audrey Hepburn. Die während Robins Abwesenheit zur Nonne wurde. Ein wunderbare Alters-Liebe entfaltet sich zwanzig Jahre später neu. Bis zum bitteren Ende, weil der alte Krieger das Kämpfen und Töten nicht sein lassen konnte. Und so, wie sich Robin keine Illusionen über die blutige Welt draußen mehr macht und immer noch Teil von ihr ist, so wenig macht sich Marian irgendwelche über ihren Geliebten, dessen Zeit vergangen ist. Endgültig. Mit letzter Kraft schießt der sterbende Robin Hood – Marian ist schon tot neben ihm zusammengesunken – einen Pfeil durchs offene Fenster und bittet seinen alten Gefährten Little John, Marian und ihn dort zu begraben, wo der Pfeil landet. Ach, wie herrlich, wie schön traurig, wie romantisch. Das ist wirklich Film-Liebe.

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