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Freitag, 20.07.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. Juni 2018

King Crimson sagt Tournee 2019 wegen Brexit ab

Unklarheit über bürokratischen Aufwand

Die englische Progressive-Rock-Band King Crimson wird im kommenden Jahr nicht durch Europa reisen. Grund ist die unklare Zukunft für Arbeitsmigranten im Zuge des Brexit. Gitarrist und Bandleader Robert Fripp teilte mit, er wisse nicht, ob zum 50. Jubiläum der Band Visa nötig seien und welche Formalitäten es noch zu erledigen gebe. Steve Bullock - ein früherer Verhandlungsführer der britischen Regierung bei der EU in Brüssel, der zum Tonmeister umgesattelt hat - kommentierte bei Twitter: "Wie von der Musicians' Union, Musikern und Technikern regelmäßig vorhergesagt, schadet der Brexit Musikern und bedroht einen wichtigen britischen Export."

Ovationen zum Abschied von Simon Rattle in Berlin

Rattle verläßt die Philharmoniker nach 16 Jahren

Zu seinem Abschied von den Berliner Philharmonikern ist Chefdirigent Sir Simon Rattle mit Ovationen gefeiert worden. Zum Abschluss von Gustav Mahlers 6. Sinfonie erhoben sich die Zuhörer von ihren Plätzen in der Philharmonie und spendeten dem Briten minutenlange Ovationen. Rattle bedankte sich bei seinem "wunderbaren Orchester" und an das Publikum gerichtet sagte er: "Sie sind wundervoll und tief mit meinem Herz verbunden." Zuvor hatte sich Rattle bei seinen Musikern bedankt, schüttelte vielen die Hände und umarmte sie. Einigen Zuhörern standen Tränen in den Augen. Nach 16 Jahren gibt Rattle zum Ende der Spielzeit seinen Posten auf.

Philosoph Stanley Cavell gestorben

Vertreter der postanalytischen Philosophie wurde 91 Jahre alt

Der US-amerikanische Sprachphilosoph Stanley Cavell ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das bestätigte die Harvard University, an der Cavell lange als Professor für Ästhetik und allgemeine Werttheorie lehrte. Bekannt wurde der Philosoph im Jahr 1969 durch die Essaysammlung "Must we mean what we say?", in der er sich mit der Philosophie der alltäglichen Sprache beschäftigte. Später befasste sich Cavell mit Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein und dem amerikanischen Transzendentalismus. Zeitweilig war er Vorsitzender der American Philosophical Association, 1978 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt und seit 2005 war er Mitglied der American Philosophical Society.

Sechs Journalisten mit Theodor-Wolff-Preis geehrt

"Thema des Jahres" war "Heimat und die Fremden"

Sechs Journalisten sind mit dem begehrten Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger vergab die mit 6000 Euro dotierte Ehrung in fünf Kategorien. In der Kategorie "Lokales" ging der Preis an Anne Lena Mösken von der "Berliner Zeitung". In der Sparte "Meinung" wurde Malte Henk von "Die Zeit" geehrt. Lorenz Wagner vom "Süddeutsche Zeitung Magazin" bekam die Auszeichnung in der Kategorie "Reportage", wie der Verband mitteilte. Als "Thema des Jahres" hatte die Jury in diesem Jahr "Heimat und die Fremden" festgelegt. Über den Preis konnten sich mit Hannes Koch von der "taz" und Vanessa Vu von Zeit online gleich zwei Autoren freuen. Ein Preisträger stand bereits vor der Vergabe fest: Der langjährige Parlamentskorrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Günter Bannas, wurde für sein Lebenswerk geehrt.

Konzerthausorchester: Eschenbach neuer Chefdirigent

Der 78-jährige unterzeichnete seinen Vertrag in Berlin

Nun ist es unter Dach und Fach: Christoph Eschenbach wird ab der Spielzeit 2019/20 das Konzerthausorchester in der Hauptstadt leiten. Er wolle Perfektion, Traditionsbewusstsein sowie Neugierde auf neue Musik verbinden und dabei eng mit dem Orchester zusammenarbeiten. Eschenbach war Chefdirigent beim Tonhalle-Orchester Zürich, dem Houston Symphony-Orchestra, dem NDR Sinfonieorchester, dem Orchestre de Paris, des Philadelphia Orchestra und zuletzt beim National Symphony Orchestra im Kennedy-Center in Washington. Von 1999 bis 2002 leitete er das Schleswig-Holstein Musikfestival.

Kompromiss beim UKW-Betrieb

Das erklärte der Moderator der Verhandlungen

Antenneneigner und die beiden Sendenetzbetreiber Uplink und Divicon haben sich auf “Eckpunkte für eine vertragliche Lösung“ geeinigt. Das teilte Friedrich Bohl mit. Der frühere Kanzleramtsminister hatte die Suche nach einem Kompromiss begleitet. „Alle UKW-Marktakteure haben sich bewegt und sind aufeinander zugegangen. Die Eckpunkte bieten eine gute Grundlage dafür, dass es im nächsten Schritt zu Verträgen kommt und der Streit um die Antennen damit dauerhaft beigelegt wird", so Bohl. Die Sendenetzbetreiber würden ab Juli die Antennen direkt anmieten und an die der neuen Eigner anschließen. „Alle Beteiligten haben Verantwortung gezeigt und damit eine Lösung ermöglicht“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Österreichischer Kunstpreis für Haas und Weibel

Die Auszeichnung ist mit jeweils 15.000 Euro dotiert

Für "ihr umfangreiches, international anerkanntes Gesamtwerk" werden de Schriftsteller Wolf Haas und der Chef des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe, Peter Weibel ausgezeichnet. Keinem Vertreter der österreichischen Literatur sei es in den letzten zwei Jahrzehnten so überzeugend und nachhaltig geglückt, das Publikum und die Kritik im gleichen Ausmaß zu begeistern wie Wolf Haas, begründet die Jury ihre Wahl für den österreichischen Kunstpreis 2017. Medienkünstler und Museumsdirektor Weibel erhält die Auszeichnung für Medienkunst.

Forschungsprojekt über Einfluss von Kultur in Dresden

Rolle in der durch Pegida "gespaltenen" Stadt soll untersucht werden

Das Institut für Integrationsstudien der Technischen Universität Dresden wird sich ein Jahr lang mit den Kultureinrichtungen der Stadt beschäftigen. Im Besonderen geht es um das Spannungsfeld von Theatern und Museen "im Spannungsfeld zwischen Willkommenskultur und Überfremdungsangst", wie Prof. Heike Greschke von der TU erklärte. Dresden biete sich für diese Forschungen an, weil die Stadt, in der Ende 2014 die fremdenfeindliche "Pegida"-Bewegung ihren Anfang nahm, ein "Polarisierungslabor" sei. Sachsens Wissenschaftsministerin, Eva-Maria Stange (SPD) bezeichnete die Kultureinrichtungen Dresdens als "Seismografen für Prozesse, die wir im ganzen Land spüren". Deshalb fördere ihr Ministerium die Studie mit gut 100.000 Euro.

Gestohlenes Hodler-Bild nach 16 Jahren wieder da

Es war aus einer Schweizer Galerie gestohlen worden

"Laetizia Raviola" wurde 1917 von Ferdinand Hodler gemalt, die letzten Jahre soll das Gemälde im Keller eines Autohändlers in Hamburg gelegen haben. Nun haben Experten der Kunsthalle bestätigt, dass das 2001 entwendete Bild echt ist. Es war kurz vor Weihnachten bei einer Hamburger Polizeiwache abgegeben worden. Weil die Tat verjährt ist, wurden die Ermittlungen gegen den Autohändler eingestellt. bestätigte die Polizei am Mittwoch. "Laetizia Raviola" zeigt ein Modell, das Hodler mehrmals porträtierte und das vermutlich auch Muse des Malers war.

Kritik an Kunst-Demontage in Magdeburg

Kein "angemessener Umgang" mit Fassaden-Installation

Der Rektor der Burg Giebichenstein Kunsthochschule ist entsetzt: Dass 500 zweifarbige Metallscheiben von der Fassade der Oberfinanzdirektion Magdeburg abgenommen wurden, ist für Dieter Hofmann "sehr befremdlich". Weil die Objekte aus Sicherheitsgründen nach mehr als 20 Jahren demontiert und eingelagert wurden, ist für ihn eine "nicht nachvollziehbare Zerstörunge des Kunstwerks", das von Ludwig Ehrler, einem seiner Vorgänger, geschaffen wurde. Hofmann kann nicht nachvollziehen, wieso für "für die anscheinend bestehenden Sicherheitsprobleme keine andere Lösung gefunden" wurde.

Bariton Barry McDaniel tot

Der Amerikaner gehörte 37 Jahre zur Deutschen Oper Berlin

Die offizielle Nachricht kam erst heute: Im Alter von 87 Jahren ist gestern der Sänger Barry McDaniel in Berlin gestorben. In Kansas geboren, hatte er mit 32 Jahren in Richard Strauss' Oper "Capriccio" sein Debüt in West-Berlin. Sein Repertoire reichte von Barockopern über große Mozart-Partien bis zu zeitgenössischen Werken von Aribert Reimann und Hans Werner Henze. Mitte der 1980er Jahre hatte McDaniel aus gesundheitlichen Gründen seine Auftritte reduziert.

Medien: Locarno-Chef Chatrian wird Berlinale-Direktor

Kosslick-Nachfolger soll am Freitag bekanntgegeben werden

Offiziell soll der Nachfolger von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick erst am Freitag bekanntgegeben werden. Doch bereits am Dienstag wurde ein Name genannt: Wie die "B.Z." und die "Bild"-Zeitung berichten, soll Carlo Chatrian, Chef des Filmfestes von Locarno, die Leitung des Berliner Festivals übernehmen. Kosslick ist seit 2001 Chef der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Sein Vertrag läuft noch bis Mai 2019. Zuständig für die Suche nach einem geeigneten Nachfolger war die bundeseigene Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB). Unter der Leitung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die zugleich auch Aufsichtsratschefin der KBB ist, wurde eine Findungskommission eingerichtet. Diese hatte nach eigenen Angaben zahlreiche Gespräche mit Produzenten, Regisseuren, Schauspielern, Festivalkennern und auch Beschäftigten der Berlinale geführt. Die Berlinale ist neben Cannes und Venedig eines der wichtigsten Filmfestivals weltweit.

Paddy Kelly neuer Coach bei "Voice of Germany"

Das berichtet die "Bild"-Zeitung

Samu Haber geht. Michael Patrick "Paddy" Kelly kommt. Er soll das Coach-Karussell der Castingshow "The Voice of Germany" wieder komplettieren. Offiziell wird der Nachfolger des Finnen aber erst morgen verkündet. Die Dreharbeiten zur neuen Staffel starten in zwei Wochen. Zuletzt saßen neben Samu Haber die Musiker Mark Forster, Yvonne Catterfeld und die Rapper Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier. Paddy Kelly, Mitglied der Kelly Family, hatte zuvor bereits in der Vox-Musikshow "Sing meinen Song" mitgewirkt.

Rapper Jimmy Wopo in Pittsburgh erschossen

Er war das zweite prominente Rap-Opfer in 24 Stunden

Der US-Rapper Jimmy Wopo ist in Pittsburgh erschossen worden. Nach Polizeiangaben hatte ein Unbekannter das Feuer auf das Auto des Musikers eröffnet und ihn tötlich verletzt. Wopos Manager Taylor Maglin bestätigte den Tod des Rappers via Facebook. Der 21-jährige Musiker mit dem Geburtsnamen Travon Smart war mit zahlreichen Videos auf YouTube vertreten, die jeweils mehr als eine Million Mal aufgerufen wurden. Dazu zählten die Titel "Elm Street" und "First Day Out". Am Montag war auch bekannt geworden, dass in Florida der aufstrebende US-Rapper XXXTentacion erschossen wurde. Auf den 20-Jährigen war vor einem Motorradladen geschossen worden. Im März war XXXTentacion, mit bürgerlichem Namen Jahseh Dwayne Onfroy, mit dem Werk "?" auf Nummer eins der Billboard-Albumcharts gelandet.

#MeToo: Australien startet landesweite Befragung

Laut Regierung wurde ein Fünftel der Australier schon einmal sexuell belästigt

Australien will das Problem sexueller Belästigung mit Hilfe einer landesweiten Befragung näher untersuchen. Das kündigten die Regierung und die Australische Menschenrechtskommission AHRC an. Australien reagiere damit auf die weltweite Debatte um Sexismus und sexuelle Übergriffe, sagte die australische Anti-Diskriminierungsbeauftragte Jenkins. Die #MeToo-Debatte, in der Opfer sexueller Belästigung von Übergriffen berichten, war nach Vorwürfen gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein ins Rollen gekommen. Ziel der auf zwölf Monate angelegten Untersuchung sei es, sexuelle Belästigung zu verhindern und angemessen auf Vorwürfe reagieren zu können, sagte Jenkins. Nach Regierungsangaben sind in Australien 20 Prozent aller Menschen über 15 Jahre schon einmal sexuell belästigt worden. Über zwei Drittel der Fälle hätten sich dabei am Arbeitsplatz ereignet.

Michael-Jackson-Musical für 2020 angekündigt

Christopher Wheeldon ist als Regisseur engagiert

Ein Musical über das Leben des verstorbenen Popstars Michael Jackson soll im Jahr 2020 an den Broadway kommen. Das kündigten die Produktionsfirma Columbia Live Stage und Jacksons Nachlassverwalter am Dienstag an. Das Drehbuch soll von der New Yorker Dramatikerin und Pulitzer-Preisträgerin Lynn Nottage kommen. Als Regisseur und Choreograf wurde der Brite Christopher Wheeldon mit ins Boot geholt, der 2015 für sein Musical "An American in Paris" mit einem Tony-Theaterpreis ausgezeichnet wurde. Ein Titel für das geplante Michael Jackson-Musical steht noch nicht fest.

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Fazit

Alina Szapocznikow in Baden-BadenZwischen Leid und Lust
Alina Szapocznikow mit ihrer Arbeit Naga [Nackt], 1961 (ADAGP, Paris / VG Bild-Kunst Bonn, 2018. Courtesy The Estate of Alina Szapocznikow / Piotr Stanislawski / Galerie Loevenbruck, Paris / Hauser & Wirth. Foto: Marek Holzman, Courtesy the Museum of Modern Art, Warsaw.)

In ihrer polnischen Heimat ist die Bildhauerin Alina Szapocznikow (1926–1973) eine Berühmtheit. In Deutschland ist sie trotz zweimaliger documenta-Teilnahme kaum bekannt. In der Kunsthalle Baden-Baden ist ihr von Körperkunst geprägtes Werk jetzt zu entdecken. Mehr

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