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Interview | Beitrag vom 11.06.2018

"Kinderspiel des Jahres"Geschichten von Drachen und Gruselhäusern

Christoph Schlewinski im Gespräch mit Ute Welty

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Kinder spielen am 23.06.2014 in Hamburg bei der Preisverleihung des «Kinderspiels des Jahres 2014» mit dem Spiel «Geister, Geister, Schatzsuchmeister!». Das Spiel wurde als «Kinderspiel des Jahres 2014» gekürt. Foto: Bodo Marks/dpa | Verwendung weltweit (dpa)
Schöne Figuren, spannende Geschichten - damit können Spiele bei Kindern punkten (hier das "Kinderspiel des Jahres 2014"). (dpa)

Alljährlich wird neben dem "Spiel des Jahres" auch das "Kinderspiel des Jahres" gekürt. Spieleblogger Christoph Schlewinski erläutert, warum auch Kinder, die sonst nur noch mit ihrem Smartphone spielen, für den Reiz der guten alten Brettspiele empfänglich sind.

Kinder sind anspruchsvolle Kritiker, wenn es um Spiele, speziell Brettspiele geht. Die "Generation Tablet und Smartphone" möchte unterhalten werden: mit spannenden Geschichten und schönen Figuren zum Anfassen – als Kontrapunkt zum zweidimensionalen "Daddeln" via Touchscreen. Im Hamburg wird jetzt vom Verein Spiel des Jahres e. V. das "Kinderspiel des Jahres" gekürt. Zielgruppe sind die Kleinsten bis sieben Jahre.

"Die Geschichten in den Spielen sind in den letzten Jahren immer stärker und wichtiger geworden", bestätigt Christoph Schlewinski,  Spieleblogger und stellvertretender Vorsitzender der Jury. Ob Drachen oder Gruselhäuser – die Story dahinter sei wichtig.

"Es hat eine soziale Komponente"

Den Reiz guter Spiele beschreibt Schlewinski, selbst leidenschaftlicher Brettspieler, so: "Für mich persönlich, und das machen einem Kinder sehr schön vor, finde ich, ist Spielen eine wundervolle Gelegenheit, um sich im Jetzt zu befinden. Man darf sich gar nicht mit anderen Dingen beschäftigen: Man muss beim Spielen bleiben, man muss bei den Regeln bleiben, bei den Mitspielern bleiben. Es hat diese soziale Komponente."

Bei der Auswahl des besten Kinderspiels bleiben Erwachsene übrigens außen vor. Schlewinski und seine Jury-Kollegen lassen die Kinder – nach einer kurzen Einführung in die Regeln – alleine spielen und beobachten sie dabei: Sind die Regeln kindgerecht und verständlich? Trägt das Spiel die volle Spielzeit lang und bleibt unterhaltsam bis zum Schluss? Oder langweilen die Kinder sich schnell?

Regeln müssen auf den Punkt geschrieben sein

Verständliche Regeln seien übrigens auch für die betreuenden Erwachsenen wichtig: Erfahrungsgemäß würden Eltern oder auch die Erzieher in der Kita sich kompliziert und langatmig beschriebene Regeln gar nicht erst durchlesen. Deshalb sei es wichtig, diese "auf den Punkt" zu schreiben.

Ein eher unwichtiges Kriterium sei hingegen, ob die Eltern sich ebenfalls von dem Spiel unterhalten fühlten, sagt Schlewinski. Denen, die ein Spiel mit ihren Kindern eher nicht spielen wollten, weil sie selbst es langweilig fänden, empfehle er, das Spiel einmal nur aus Sicht der Kinder zu betrachten. Und meistens helfe das.

(mkn)

"Kinderspiel des Jahres 2018": "Funkelschatz"von Lena und Günter Burkhardt, Haba-Verlag, für Kinder ab fünf Jahren
Verlag, 17,50 Euro.

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