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Studio 9 | Beitrag vom 30.12.2019

Kinderhilfswerk zu "Umweltsau"-Lied"WDR hätte mehr Rückgrat zeigen müssen"

Uwe Kamp im Gespräch mit Nicole Dittmer

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Tom Buhrow mit der Maus (imago images / Klaus W. Schmidt)
WDR-Intendant Tom Buhrow wird für das Löschen des Oma-Liedes kritisiert. (imago images / Klaus W. Schmidt)

In der Debatte um ein Satire-Lied des WDR steht Intendant Tom Buhrow in der Kritik. Der Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerks, Uwe Kamp, hält das Löschen des Videos für einen Fehler. Die Kinder seien nicht instrumentalisiert worden.

Es sollte nur eine Satire sein, aber das Lied des WDR-Kinderchors über eine fiktive Oma als "Umweltsau" löste auf Facebook einen große Empörung aus. Der zuständige Journalist wird von Rechtsextremen mit Mord bedroht, WDR-Intendant Tom Buhrow selbst steht mittlerweile in der Kritik, weil er sich für das Video entschuldigte und es löschen ließ. Zu den Kritikern gehört auch das Deutsche Kinderhilfswerk.

Der "WDR hätte an dieser Stelle mehr Rückgrat zeigen müssen", sagt Uwe Kamp, Sprecher des Kinderhilfswerks. Das Video zu löschen sei nicht die richtige Lösung. Die Satire sei zwar "hart an der Grenze", aber "noch vertretbar". Allerdings halte er die öffentliche Erregung über das Lied für unangemessen.

Die Kinder wurden aus Kamps Sicht nicht instrumentalisiert. Soweit ihm bekannt sei, seien die Kinder gefragt worden, sie hätten den Text vorher gekannt, auch die Eltern seien einbezogen worden. Kunstfreiheit sei nicht nur im Grundgesetz festgeschrieben, sondern auch ein Grundrecht von Kindern. Ob sie darüber reflektieren könnten, sei keine Frage des Alters, so Kamp.

Nach der Empörung über das Lied ist es laut Kamp wichtig, mit den betroffenen Kindern zu sprechen und ihnen zu sagen: "Ihr habt nichts falsch gemacht."

(leg)

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