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Dienstag, 26.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. Februar 2021

Kinderhilfswerk ist gegen "Sommerschulen"

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, hat Forderungen nach Sommerschulen zurückgewiesen. Grundsätzlich bräuchten Kinder und Jugendliche die schulfreie Zeit, um ungezwungen zu lachen, zu spielen, schöne Momente zu erleben und mal etwas anderes zu sehen als die eigenen vier Wände, sagte Krüger der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es wäre ein fatales Signal, die Kinder für die Unzulänglichkeiten des Bildungssystems in den Sommerferien büßen zu lassen. Wegen Lernrückständen durch die Pandemie hatte es mehrfach Forderungen nach Sommerschulen gegeben, zuletzt vom Deutschen Kinderschutzbund.

Volksbühnen-Intendant befürchtet bleibende Schäden

Der Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, hat vor Dauerschäden für die Theater durch die Pandemie gewarnt. Er befürchte, dass etwa ein Fünftel der Theaterschaffenden ihren Beruf aufgeben würden, sagte Dörr der "Berliner Zeitung" in der Montagsausgabe. Die Schließung der Theater scheine keinen gravierenden Effekt auf das Pandemiegeschehen zu haben. "Das öffentliche Leben ist jetzt seit vier Monaten wieder still gestellt - und trotzdem geht die Inzidenz hoch? Es gibt übrigens nach wie vor keinen einzigen nachgewiesenen Ansteckungsfall, der sich in einem Theater zugetragen hätte." Der Lockdown sei für die Kulturszene verheerend. Künstlerinnen und Künstler könnten sich nur sehr eingeschränkt dem Markt präsentieren, während bereits zwei Absolventenjahrgänge nachrückten. Dörr sagte, kein Theater werde zukünftig 25 Premieren pro Spielzeit herausbringen.

Ansturm auf Konzerttickets in Großbritannien

In Großbritannien ist es zu einem Ansturm auf Konzert- und Festivaltickets gekommen. Grund dafür sind die Pläne der britischen Regierung, möglichst bis Ende Juni alle Coronabeschränkungen aufzuheben. Möglich werden soll das unter anderem durch eine massive Impfkampagne. Das berichtet der britische „Guardian". Die Ticketanbieter verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Verkaufszahlen. Ticketportale berichteten über einen Anstieg des Datenverkehrs um bis zu 600 Prozent im Vergleich zur Situation in den vergangenen Wochen. Einige Festivals seien binnen kurzer Zeit ausverkauft gewesen. Andere hätten angesichts der großen Zahl an Interessenten Wartelisten eingerichtet. Unter den Veranstaltern gebe es aber Unruhe: Man wünsche sich eine Art Pandemie-Versicherung. Die Festivalsaison 2021 sei noch lange nicht gesichert und die Gefahr von Absagen nicht gebannt.

1.700 Jahre freier Sonntag - Kirchen mahnen Schutz an

Anlässlich des Jubiläums "1.700 Jahre freier Sonntag" haben die christlichen Kirchen in Deutschland zum Schutz des arbeitsfreien Tages aufgerufen. Am 3. März 321 hatte der römische Kaiser Konstantin den Sonntag zum reichsweiten Feiertag erhoben. Der Sonntag sei kein gewöhnlicher Tag und dürfe es auch nicht werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Ohne Arbeit könne der Mensch nicht leben, doch sei der Mensch nicht für die Arbeit da, sondern umgekehrt. Wie der Staat so sei auch jeder Einzelne aufgerufen, "dafür zu sorgen, dass wir aufgrund des Strebens nach vermeintlicher Freiheit nicht unsere tatsächliche Freiheit aufgeben, die wir in der segensreichen Errungenschaft eines gemeinsamen arbeitsfreien Sonntags besitzen", erklärten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Radu Constantin Miron.

Fotograf Toscano wird "Artist for Peace"

Der Mannheimer Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano wird für seine Porträts von Holocaust-Überlebenden von der Unesco zum Botschafter des Guten Willens - "Artist for Peace" - berufen. Er sei der erste Deutsche, dem diese Ehre zuteil werde, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf den deutschen Botschafter bei der Unesco, Peter Reuss. Toscano sei zudem der erste Fotograf, dem ausgezeichnet werde. Zu den Botschaftern des Guten Willens gehören u.a. die Musiker Gilberto Gil, Shirley Bassey und Sarah Brightman. Der Fotograf wird für sein weltweites Erinnerungsprojekt "Gegen das Vergessen" geehrt. Dabei porträtiert Toscano Holocaust-Überlebende und stellt die überlebensgroßen Fotos auf öffentlichen Plätzen aus. Seit 2014 habe er mehr als 400 Überlebende der NS-Verfolgung in Deutschland, den USA, Österreich, der Ukraine, Russland, Israel, den Niederlanden und Belarus porträtiert.

BR sucht Publikumsfilm des Jahrzehnts

Das Filmmagazin des Bayerischen Rundfunks "kinokino" und der Hörfunksender Bayern 1 suchen den "Publikumsfilm des Jahrzehnts" für den Bayerischen Filmpreis 2020. Zur Wahl stehen die Publikumspreis-Gewinner der vergangenen zehn Jahre. Nachdem die Kinos coronabedingt lange geschlossen blieben, habe man sich entschieden, dieses Jahr nicht den Publikumsliebling 2020 zu küren, sondern den des gesamten vergangenen Jahrzehnts. Bis 31. März kann der Zuschauerliebling per Online-Abstimmung unter www.br.de/filmpreis aus den früheren Favoriten gewählt werden. Auch die Verleihung der Bayerischen Filmpreise ist in diesem Jahr anders als sonst. Statt einer feierlichen Gala im Prinzregententheater, die normalerweise im Januar stattfindet, produziert der BR eine TV-Sendung, die im April ausgestrahlt wird.

Neuer Leiter für das "Museum für Franken"

Der Kunsthistoriker Jörg Meißner übernimmt zum 1. März die Leitung des "Museums für Franken", teilte das bayerische Kunstministerium mit. Meißner war zuletzt verantwortlich für die Pressehistorische Abteilung am Gutenberg-Museum Mainz. Mit seiner wissenschaftlichen Expertise und jahrelangen Praxiserfahrung in der Museumsarbeit werde Meißner die angestoßenen Prozesse in Digitalisierung, Partizipation und Inklusion weiter vorantreiben, sagte Minister Bernd Sibler. Das "Museum für Franken" ist ein Zentralmuseum für fränkische Kunst- und Kulturgeschichte. Nach der Generalsanierung der Festung Marienberg soll das derzeit im Zeughaus untergebrachte Museum mit einer neuen Dauerausstellung in die Kernburg umziehen.

Festivaljury der Berlinale nimmt Arbeit auf

Vor Beginn der Filmfestspiele in Berlin ist ein Teil der sechsköpfigen Jury zusammengekommen. Das Gremium entscheidet in den nächsten Tagen, welcher Film den Goldenen Bären gewinnt. Der iranische Regisseur Mohammed Rassulof, der sein Land nicht verlassen darf und der israelische Regisseur Nadav Lapid, der Probleme mit seinem Reiseantrag hatte, werden die Filme in ihrer Heimat anschauen. Insgesamt sind 15 Filme im Rennen. Die Preisträger werden am Freitag bekanntgegeben. Verliehen werden sollen die Auszeichnungen aber erst im Sommer. Wegen der Pandemie findet das Filmfestival vorerst online statt. Im Juni ist dann ein öffentliches Festival mit Publikum geplant.

TikTok muss Strafe wegen Datenschutzverstößen zahlen

Die Videoplattform TikTok muss in den USA wegen mutmaßlicher Datenschutzverstöße 92 Millionen Dollar zahlen. Im Gegenzug sollen mehrere laufende Verfahren eingestellt werden, in denen TikTok das rechtswidrige Sammeln von Daten minderjähriger Nutzer zur Last gelegt wird. Laut Gerichtsdokumenten, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, verpflichtet sich Tiktok zudem zu mehr Transparenz beim Sammeln von Nutzerdaten und zu einem besseren Training seiner Mitarbeiter beim Thema Datenschutz. Die Einigung zwischen den Konfliktparteien muss noch von einem Bundesrichter abgenickt werden. Eltern hatten TikTok in mehreren US-Bundesstaaten verklagt. Sie werfen der zum chinesischen Internetkonzern Bytedance gehörenden App vor, illegal Daten ihrer Kinder gesammelt zu haben, unter anderem Gesichtsaufnahmen.

In den USA werden die "Golden Globes" verliehen

Im kalifornischen Beverly Hills und in New York werden heute die Golden Globes verliehen. Die Auszeichnungen der Hollywood-Auslandspresse gelten als wichtigste US-Filmpreise nach den Oscars. Sie werden in zahlreichen Kategorien in den Sparten Film und Fernsehen vergeben. Coronabedingt werden die meisten Gäste per Video zugeschaltet. Mit sechs und damit den meisten Nominierungen geht das Schwarz-Weiß-Drama "Mank" ins Rennen. Nominiert sind auch der Western "Neues aus der Welt" mit Tom Hanks und der deutschen Schülerin Helena Zengel und die Netflix-Serie "Unorthodox" von Maria Schrader.

Kinos machen mit Aktionstag auf ihre Nöte aufmerksam

Am Vorabend der Berlinale wollen heute mehr als 300 Kinos als illuminierte Objekte ein Zeichen setzen. Unter dem Motto "Kino leuchtet. Für Dich" findet ein bundesweiter Kino-Aktionstag statt. Ab 19 Uhr wird in den Foyers das Licht brennen, und die Spielhäuser werden von außen angestrahlt. Wie der Branchenverband AG Kino-Gilde mitteilte, wollen die Kino-Betreiber zeigen, dass sie noch da sind. Gleichzeitig fordern sie eine Perspektive zur Wiedereröffnung. Vor allem kleinere Kinos würden um ihre Existenz bangen. Nach Angaben der Filmförderungsanstalt haben die Kinos im vergangenen Jahr 69 Prozent weniger Einnahmen erzielt als 2019.

Beethoven-Orchester ist Klimabotschafter der UNO

Das Bonner Beethoven-Orchester ist jetzt Klimabotschafter der UNO und verpflichtet sich damit, den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung zu folgen. Jetzt wird diskutiert, ob und wie das Bonner Orchester aus ökologischer Sicht überhaupt noch Übersee-Tourneen planen kann. Nach der Einspielung von Beethovens 6., der „Pastorale“-Symphonie, für ein Streaming-Angebot sprachen Generalmusikdirektor Dirk Kaftan, Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Patricia Espinosa, Executive Secretary of UN Climate Change über die neue Aufgabe. Dabei sagte Kaftan, die Auszeichnung habe im Orchester schon zu Veränderungswillen geführt. Es werde zum Beispiel darüber nachgedacht, wie die tropischen Edelhözer für die Instrumente nicht mehr aus dem Urwald sondern aus nachhaltigem Anbau bezogen werden können.

Triumphwagen in Pompeji ausgegraben

In der versunkenen Stadt Pompeji in Süditalien haben Archäologen einen einzigartigen Triumphwagen aus der Antike ausgegraben. Das vierrädrige Gefährt aus Eisen sei quasi intakt, teilte der Archäologiepark mit. Den Fund hätten die Experten in der Villa Civita Giuliana im Norden der antiken Stadt gemacht. An der Seite ist er mit Dekorationen aus Zinn und Bronze verziert, die Männer und Frauen in erotischen Szenen zeigen. Den Forschern zufolge ist dieser Fund einzigartig in Italien. Der Wagen wurde nach ersten Erkenntnissen von der römischen Elite für feierliche Anlässe verwendet. Auf ihm hatten demnach ein bis zwei Menschen Platz.

Prominente unterstützen "Grundgesetz für alle"

Prominente wie TV-Moderatorin Anne Will, Komikerin Carolin Kebekus, Sänger Udo Lindenberg und Regisseur Rosa von Praunheim setzen sich für die Kampagne "Grundgesetz für alle" ein. Anlass ist, dass derzeit über die Streichung des Begriffs Rasse aus dem deutschen Grundgesetz diskutiert wird. Die Initiative plädiert dafür, auch das Merkmal der sexuellen Identität aufzunehmen. In dem Appell heißt es, das sei die Gelegenheit, das Diskriminierungsverbot zum Schutz von sexueller und geschlechtlicher Identität zu erweitern. Mit der Ergänzung weniger Worte könne man das Leben vieler Menschen positiv beeinflussen, sagte einer der Organisatoren. Ganz bewusst wolle die Kampagne keine sprachliche Vorgabe machen.

Teppich von Bayeux wird restauriert

Der Wandteppich von Bayeux, der auf einer Länge von fast 70 Metern an die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer erinnert, soll ab 2024 restauriert werden. Das teilte das Museum in der nordwestfranzösischen Stadt mit. Die Restaurierung erfolgt, während das Haus wegen Umbaus geschlossen ist. Dabei sollen Risse stabilisiert, der Teppich entstaubt und Spannungen, die bei vorherigen Wiederherstellungsarbeiten entstanden waren, sollen ausgeglichen werden. 2026 soll der restaurierte Teppich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Entstanden ist der Wandteppich im späten 11. Jahrhundert. Er gehört seit 2007 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

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