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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 24.02.2018

Kinder und KinoDas erste Fenster zur Welt

Moderation: Gisela Steinhauer

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Der junge Zauberlehrling Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine Mitschülerin Hermione Granger (Emma Watson) stehen in dem neuen Kinofilm "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" einer unheimlichen Bedrohung gegenüber (Szenenfoto). (picture alliance / dpa-Film Warner)
Kinofilm Harry Potter: "Kino ist ein Ort des Sehenlernens." (picture alliance / dpa-Film Warner)

Auf der Berlinale gibt es auch Wettbewerbe für Kinder- und Jugendfilme. Matthias Elwardt betreibt ein Programmkino mit eigenem Angebot für Kinder. Er sagt zum Thema Kind und Kino: "Ein guter Kinderfilm nimmt die Kinder mit und überfordert sie nicht."

Berlin ist im Kino-Fieber: Die 68. "Internationalen Filmfestspiele" locken Filmbegeisterte aus der ganzen Welt in die Stadt. Doch die "Berlinale" ist nicht nur ein Fest für erwachsene Cineasten. Seit 1978 gibt es eine eigene Sektion für jüngere Zuschauer: Generation. In den zwei Wettbewerben Generation Kplus und Generation 14plus konkurrieren Filme für Kinder und Jugendliche um die "Gläsernen Bären".

Wir diskutieren: Was macht einen guten Film für Kinder und Jugendliche aus?

Kino als Ort des Sehenlernens

Matthias Elwardt, Geschäftsführer des "Abatons" in Hamburg, einem der ältesten Programmkinos in Deutschland, sagt:

"Ein guter Kinderfilm nimmt die Kinder mit und überfordert sie nicht. Er sollte sie ernst nehmen und kindgerecht unterhalten."

Das "Abaton" bietet ein ausgewähltes Angebot für Kinder und Schulen, darunter auch Gespräche mit Filmschaffenden. Elwardt sagt über sein Kino:

"Wir sind der Ort der ersten Kinoerlebnisse." 

Wir lebten längst in einer von Bildern geprägten Welt; wo sonst als im Film und im Kino könne man in diese Bilderwelten derart eintauchen und etwas über die Welt erfahren?

"Kino ist ein Ort des Sehenlernens. Deshalb zeigen wir zum Beispiel auch keine Werbung vor den Kindervorstellungen – und wir zeigen qualitativ hohes europäisches Kinderkino."

Dokumentarische Filme mit und über Kinder

Regisseur Bernd Sahling dreht dokumentarische Filme mit und über Kinder; seine jungen Darsteller sind ausschließlich Laien.

"Wenn du für Kinder arbeitest, dann weißt du, dass du es mit Minderjährigen zu tun hast, die eine bestimmte Aufnahmefähigkeit, eine bestimmte Verletzlichkeit haben."

Für seinen Film "Die Blindgänger" suchte Sahling mehr als ein Jahr lang unter Schülern in Blindenschulen. Die Hauptfigur für seinen Film "Kopfüber" – über einen an ADHS erkrankten Jungen –, fand er in dem Kinderhilfeprojekt "Arche" in Berlin.

Fantasy- und Animationsfilme seien zwar wichtige Genres; mit seinen Filmen wolle er den Kindern aber eher die Möglichkeit geben, sich mit ihrer Welt auseinanderzusetzen. Sahling ist überzeugt:

"Es ist eine Grundentscheidung unserer Gesellschaft, ob wir unseren Kindern ein vielfältiges Kinoprogramm anbieten oder nicht."  

Dazu gehörten eben auch Filme, die nicht dem Mainstream angehören und Kassenschlager seien.

16 Jahre und Jurymitglied bei der Berlinale 

Frisch von der "Berlinale" kommt Jonathan Auer ins Studio; der 16-Jährige ist Jury-Mitglied in der Sektion Generation 14plus. Er ist seit Kindesbeinen filmbegeistert und experimentiert im Bereich Film und Fotografie.

Kinder & Kino – Das erste Fenster zur Welt. Darüber diskutiert Gisela Steinhauer "Im Gespräch" am Samstag, 24. Februar von 9.05 bis 11 Uhr mit Jonathan Auer, Matthias Elwardt und Bernd Sahling. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254, per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de – sowie auf Facebook und Twitter.

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