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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 08.11.2015

Kinder-SendungPost von Kakadu

Kakadu - Das Programm für Kinder (Deutschlandradio)
Kakadu - Das Programm für Kinder (Deutschlandradio)

Meine lieben Fans, das Leben ist eigenartig. Das musste ich wieder mal erleben. Dabei begann alles ganz harmlos. Ich saß bei einem Bekannten im Zoo in dessen Gehege. Ein Bär, nicht besonders gebildet, aber ganz okay. Ein netter Kerl. Er hat eine Nussallergie, daher sortiert er immer die Nüsse aus seinem Futter und hebt die für mich auf.

Und wenn er ein Schälchen mit Nüssen voll hat, dann ruft er mich an und dann komme ich vorbei. Ich bringe mein Notebook mit, denn die Tiere im Zoo dürfen kein eigenes Internet haben. Nicht mal WLan haben die, echt unglaublich. Jedenfalls sitzen Werner, so heißt der Bär, und ich vor seiner Höhle und wir klicken uns zur Unterhaltung auf meinem Laptop durch die kleinen Clips auf Youtube und okay, auch etwas TV.Anschließend haben wir uns dann gestritten. Werner sagte, kaum zu glauben, wie dumm Menschen sind und ich sagte, Quatsch, die Clips, das im Fernsehen, das meinen die nicht ernst, die proben alle bereits für Karneval. Der ja, wie jedermann weiß, diese Woche am 11.11. um 11:11 Uhr beginnt. Aber es wäre klar, dass so ein tapsiger Bär in seiner Höhle sowas schwer durchschaut und alles für ernst nimmt. Naja, ein Wort gab das andere und Werner und ich sind seitdem zerstritten. Und, ich weiß nicht so recht wie ich das sagen soll, es kann ja sein, dass ich langsam Verfolgungswahn habe. Aber ...

Geht Euch das nicht in letzter Zeit auch so? Ich habe immer häufiger das Gefühl, das was um mich herum passiert ist nicht mehr echt, sondern nur auf echt gemacht. Dass die Wirklichkeit nicht wirklich ist.
 Wenn sich Menschen als „Glücksbärchen“ verkleiden, dann muss wohl Karneval sein.   (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)Wenn sich Menschen als „Glücksbärchen“ verkleiden, dann muss wohl Karneval sein. (picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)

Also die muffeligen Leute auf der Straße, die Typen in der U-Bahn, die Menschen, die lieber ein Haus anzünden, als eine Flüchlingsfamilie darin wohnen zu lassen, die mit sich selbst brabbeln, die Hundebesitzer im Park, die ihre kleinen Lieblinge über die Wiese zerren und von den schrägen Typen im Fernsehen, die sich für beser Menschen als andere halten, nun, die sind doch nicht echt, denke ich immer häufiger. Die kann es so gar nicht geben, die sind erfunden. Abziehbilder von wirklichen Menschen. Die sind verkleidet,  Karnevalsnummer, Büttenredner, ein gespielter Witz. Die können nicht echt sein! So als ob da ein Verrückter einen Film mit uns dreht, heimlich Regie führt. Und ausprobiert, wie weit er mit seiner verrückten Geschichte gehen kann, bis jemand Stopp sagt.

In einem Clip auf Youtube habe ich gesehen, dass ein  Kandidat in einer Quizsendung auf die Frage: "Nennen sie etwas, das man schlägt?" geantwortet: "Kind!" Das ist doch ein Scherz! Das muss ein Witz sein.Und man kann doch nicht ernsthaft Menschen bedrohen und beschimpfen, nur weil sie nicht im Krieg getötet werden wollen und daher weglaufen, zu uns flüchten. Das kann doch nicht echt sein!

Also ich glaube weiterhin an den Fortschritt, an die Kraft der Wahrheit, des Denkens, der Menschlichkeit. Deshalb arbeite ich auch im Radio. Hier ist alles echt, kein Fake, nichts ausgedacht, es sei denn, sie sagen es vorher. Zumindest beim Kakadu.

Auch diese Woche:
Am Montag (9.11.) am Infotag berichte ich über ein Projekt mit dem tollen Titel "Wildkatzensprung", in dem der Wildkatzen in Deutschland wieder eine Zukunft gegeben werden soll.
 Eine Wildkatze (Felis silvestris) klettert am 29.10.2015 auf einem Baum im Wisentgehege in Springe in der Region Hannover (Niedersachsen). (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)Wildkatzen sehen aus wie Hauskatzen und sind in ganz Deutschland zu finden. Diese hier lebt in Hannover. (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Seit 2011 untersucht das Projekt "Wildkatzensprung" die Bestände der Wildkatze und setzt sich für die Verbindung und Verbesserung ihrer Lebensräume ein. So entstanden eine weltweit einmalige Gendatenbank zur Wildkatze, neue Waldverbindungen quer durch Deutschland und ein wegweisendes Citizen Science-Projekt mit mehr als 1.200 Ehrenamtlichen bundesweit.

Außerdem stelle ich Euch Schülerinnen und Schülern vor, die sich um das "Parlament der Bäume" kümmern.
 Bunt blühen die Blüten der Bäume und Blumen am 15.04.2014 an der Mauergedenkstätte "Parlament der Bäume" zwischen Bundestag und dem Haus der Bundespressekonferenz in Berlin. Vom Künstler Ben Wagin 1990 auf dem ehemaligen Grenzstreifen angelegt. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)Zwischen Bundestag und dem Haus der Bundespressekonferenz in Berlin gelegen ist das „Parlament der Bäume“ in jeder Jahreszeit sehenswert. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Der inzwischen 80-jährige Wagin richtete die Anlage vor 15 Jahren, am 9. November 1990, ein - als Gedenkort für die Todesopfer an der Berliner Mauer. Er wählte dafür ein Gelände des ehemaligen Todesstreifens am östlichen Ufer der Spree gegenüber dem Reichtagsgebäude. Dort arrangierte er Gedenksteine, Bilder, Plakate und Teile der Grenzsicherungsanlagen. Verschiedene Künstler bearbeiteten die Ausstellungsstücke. Den Hintergrund der Installation bildeten Segmente der letzten Mauergeneration, auf denen Jahreszahlen und die jeweilige Anzahl der Maueropfer gemalt waren. Dazu wurden Bäume und Blumen gepflanzt. Im Laufe der Jahre ist das "Parlament der Bäume" ziemlich verwildert, doch nun wird wieder aufgeräumt.

Und zum Abschluss erfahrt ihr noch alles Wissenswerte über das Röhnrad, das diese Woche 90 Jahre alt wird.

Am Dienstag (10.11.) am Medientag erfahrt ihn unter anderem von Tim, wer den Buchpreis "Klappbacher Klapperschlange 2015" gewonnen hat. Und ins Kino wollte ich auch noch, allerdings weiß ich noch nicht welchen Film ich mir ansehen werde. Lasst Euch überraschen.

Am Mittwoch (11.11.) am Musiktag steht der amerikanische Komponist George Gershwin im Zentrum meiner Sendung. "Wie klingt Amerika – Georg Gerschwin: Rhapsodie in Blue"

Menschen gehen in New York (USA) über eine Straße. (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)Mit der „Rhasodie in Blue“ versuchte der Komponist Georg Gershin den Sound von New York abzubilden. (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)

Als der amerikanische Komponist George Gershwin ein kleiner Junge war, trieb er sich stundenlang auf den Straßen seiner Heimatstadt New York herum. Mit Rollschuhen an den Füßen sauste er über die klappernden Bretter der Willimansburg Bridge, saß Kaugummi kauend vor einem kleinen Jazzclub und drückte sich an den bunten Fenstern der Spielhallen die Nase platt. Alles, was er dabei entdeckte, beschloss er, würde er eines Tages in Musik verwanden. Denn George wollte Komponist werden! Es dauerte 20 Jahre, bis aus seinem Vorhaben Realität wurde, und er mit der "Rhapsodie in Blue" eins seiner wohl berühmtesten Stücke schrieb.

Im Rahmen des ARD-weiten Musikvermittlungsprojekts "Das Gershwin-Experiment" haben sich Kinder der Konrad-Agahd-Grundschule aus Berlin-Neukölln dem amerikanischen Komponisten genähert. Gemeinsam mit meiner Reporterin Katharina Höhne haben sie sich durch seine Erinnerungen gelesen und sich während eines Probenbesuchs beim Rundfunksinfonieorchesters Berlin durch seine Rhapsodie gehört. Was sie dabei alles herausgefunden haben, erzählen sie in meinem Musiktag.

Am Quasseltag am Donnerstag (12.11.) geht es um Märchen. Genauer um die weltgrößte Märchenveranstaltung überhaupt. Noch genauer gesagt um die Berliner Märchentage, die auch dieses Jahr wieder junge und alte Märchenfans verzücken.

Und natürlich seid Ihr eingeladen zum Thema Märchen mitzuquasseln - unter der kostenfreien Telefonnumer: 0800 2254 2254.
 Auch Politiker wie Peer Steinbrück lesen im Rahmen der „Berliner Märchentage“ Kindern Märchen vor.   (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)Auch Politiker wie Peer Steinbrück lesen im Rahmen der „Berliner Märchentage“ Kindern Märchen vor. (picture alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)

Am Freitag (13.11.) am Entdeckertag ... naja, was soll ich groß sagen. Worüber könnte mein Kakadu-Feature am Freitag den 13´ten wohl gehen? Richtig, um das Thema Aberglaube. "Schwarze Katze von links nach rechts. Von Unglücksboten und Glücksbringern " Ein Kakadu-Feature von Stephanie Menge

Fast jeder weiß Bescheid, wenn es um Freitag, den 13. geht: Klassenarbeiten und andere kritische Ereignisse stehen unter einem schlechten Vorzeichen. Manche Menschen würden an diesem Datum am liebsten gleich im Bett bleiben. Als schlechtes Omen gilt auch, wenn eine schwarze Katze von links nach rechts unseren Weg kreuzt. Vierblättrige Kleeblätter, Hufeisen und Marienkäfer sollen dagegen Glück bringen. Wer eine Sternschnuppe am Himmel erblickt, so heißt es, darf in Gedanken einen Wunsch äußern, bis die Leuchterscheinung zu Ende ist.

Aller Vernunft zum Trotz hat sich der Mensch über Jahrtausende hinweg eine Schwäche für ‚magische' Zeichen bewahrt. Doch was steckt dahinter? Wie wirkt sich Aberglaube auf unser Handeln aus? Und was ist, wenn der angebliche Unglückstag ganz unerwartet Glück bringt?
 Ob ein vierblättriges Kleeblatt Glück bringt weiß Kakadu nicht. Schön findet er es in jedem Falle. (picture-alliance / dpa / Erwin Elsner )Ob ein vierblättriges Kleeblatt Glück bringt weiß Kakadu nicht. Schön findet er es in jedem Falle. (picture-alliance / dpa / Erwin Elsner )

Am Sonntag (15.11.) beginne den Morgen mit meiner Geschichte für Frühaufsteher. Diesmal eine wunderschöne Novembererzählung von Martin Klein. Sie heißt: "Der schönste Monat der Welt"

An einem trüben, kalten, feuchten, dunklen Tag Anfang November schimpfen Zlatans Eltern auf diesen hoffnungslosesten aller zwölf Monate: Der schöne Teil des Herbstes ist vorbei und die Tage werden immer kürzer und ungemütlicher. Dabei hat der Winter jedoch noch nicht einmal begonnen, vom in der dunklen Jahreszeit leuchtenden Weihnachten ist noch nichts zu spüren und der nächste Frühling ist so weit entfernt wie nur irgendetwas entfernt sein kann.

Das kann man womöglich alles mit Recht so empfinden, besonders, wenn man kurz zuvor ohne Schirm in einen eiskalten Novemberschauer geraten und obendrein auf einer Schicht nassen Herbstlaubs ausgerutscht ist, aber bei Zlatan kommt die  Frust-Rede seiner Eltern trotzdem nicht gut an, und das hat einen bedeutenden Grund: Er hat im November Geburtstag.

Leider haben seine Eltern diesen Fakt im Eifer des 11´ten Monat-Niedermachens kurzzeitig nicht bedacht.

Sie geben sich aber anschließend erfolgreich Mühe, den Schaden wieder gut zu machen. Anhand diverser Unternehmungen und Überlegungen finden alle drei gemeinsam heraus, dass der November in Wahrheit der allerschönste Monat des Jahres ist.
 Wenn im Herbst die Sonne die Blätter eines Baumes derart zum Leuchten bringt, dann ist der November wirklich der schönste Monat im Jahr .   (picture alliance / dpa / Bernd Wüstneck)Wenn im Herbst die Sonne die Blätter eines Baumes derart zum Leuchten bringt, dann ist der November wirklich der schönste Monat im Jahr . (picture alliance / dpa / Bernd Wüstneck)

Und anschließend, um 08:08 Uhr könnt Ihr das Kinderhörspiel "Einschwein" von Anna Böhm hören.
Wer zehn Jahre alt wird, bekommt ein Fabeltier: einen Flugdrachen, einen Wurm mit zwei Köpfen oder einen Witze erzählenden Frosch. Emmi wünscht sich ein sanftes Einhorn voller Magie. Mit einem Einhorn sähe das Leben ganz anders aus, denn dann würden die anderen sie nicht mehr ärgern und rumschupsen. Dann dürfte sie immer mitspielen und wäre sicher sehr beliebt. Aber an ihrem 10.Geburtstag steht kein Einhorn vor ihr, sondern ein rosa Hausschwein mit einem langen Horn: ein Einschwein. Es ist dick und tollpatschig, es grunzt und pupst und knabbert alles an. Emmi findet, dass Einschwein ein richtiges Mobbingschwein ist! Damit kann sie sich unmöglich vor den anderen Kindern sehen lassen. Was soll sie nur machen mit diesem Einschwein?

So, jetzt habe ich Feierabend. Und soll ich Euch sagen, was ich jetzt machen werde? Ich werde noch mal kurz zu Werner dem Bären in den Zoo fliegen. Ich denke die Menschen sind nicht so wichtig, dass sich deswegen zwei Tiere zerstreiten sollten. Ist doch eigentlich egal, ob das, was Ihr Menschen so veranstaltet, echt oder erfunden ist. Es ist Eure Welt, wie die aussieht, dafür seid Ihr verantwortlich. Ihr müsst in dieser Welt leben. Wir Tiere können uns ja notfalls wieder in den Wald verziehen.

Und wer kann schon genau sagen, was wirklich die Wahrheit, die echte Wirklichkeit ist?

Wie sagte einst der Maler Salvador Dali:
Eines Tages wird man zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.

In diesem Sinne

Euer Kakadu

 

 Das von dem Künstler Salvador Dali entworfene "Hummertelefon". (picture alliance / dpa)Das von dem Künstler Salvador Dali entworfene "Hummertelefon". (picture alliance / dpa)

P.S.: Wer von uns kommt schon auf die Idee, einen Telefonhörer so zu gestalten, dass er wie ein Hummer aussieht? (Heute würde man vielleicht ein Smartphone wie eine Toastbrotscheibe gestalten.) Das hat Salvador Dali gemacht – er hat vieles aus seinen Träumen und seiner Phantasie in Kunst umgesetzt. Diese Art von Kunst nennt man Surrealismus. Salvador Dali war der Hauptvertreter dieser Kunst und ist weltberühmt geworden.

Studio 9

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