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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 07.06.2015

Kinder-SendungPost von Kakadu

Kakadu - Das Programm für Kinder (Deutschlandradio)
Kakadu - Das Programm für Kinder (Deutschlandradio)

Liebe Fans, Tiger ist ein guter Freund. Wirklich. Tiger ist mein bester Freund. Er bringt mich zum Lachen und er weiß immer Rat und er steht zu mir, egal, was ich auch mache. Tiger ist immer für mich da. Auch wenn wir uns streiten.

Tiger kann das ab, dem macht das nichts aus, wenn ich ihn ärgere. Ich liebe es, mich mit Tiger zu fetzen. Ich streite mich total gerne. Also nicht wirklich zu streiten, keinen ernsten Krach, nach dem man anschließend wirklich nie mehr etwas miteinander zu tun haben will. Mehr so einen Zoff aus Langeweile. Manchmal streite ich mit Tiger einfach nur, weil ich Lust dazu habe. Weil ich nichts Besseres zu tun habe. Tiger geht so herrlich leicht auf die Palme. Athena dagegen, die schluckt, sagt nichts und verkriecht sich beleidigt in ihren Panzer. Das macht keinen Spaß!

Gut, man könnte sie dann weiter ärgern. Sie beispielsweise in den Kühlschrank legen, wo sie sofort weg döst. Das ist bei Kaltblütern so. Aber so richtigen Spaß macht das nicht. Daher mache ich das ja eigentlich auch so gut wie nie. Ehrlich. Mit Tiger dagegen gelingen die schönsten Wortgefechte. So wie vorhin, als Tiger und ich uns darüber stritten, wer abspülen muss.
 Tiger und Kakadu sind wirklich gute Freunde - auch wenn sie einmal streiten.  (picture alliance / dpa / Frederik von Erichsen)Tiger und Kakadu sind wirklich gute Freunde - auch wenn sie einmal streiten. (picture alliance / dpa / Frederik von Erichsen)

Ich sagte: "Du wolltest abspülen!"
"Wollte ich nicht!", widersprach mir Tiger. "Das wüsste ich doch."
"Und wenn du es vergessen hast?", konterte ich. "Vielleicht Altersdemenz, du verkalkst!"
"Ich bin doch nicht verkalkt", empörte sich Tiger.
"Bist du nicht?", fragte ich.
"Bin ich nicht", brummte er.
"Tiger, aber klar doch!"

Ich legte eine kurze Pause ein.

"Ich beweise es dir. Garantiert weißt du nicht mehr, dass du mir gestern 50 Euro geliehen hast."
"Ich habe dir keine 50 Euro geliehen!", wunderte sich die nette, tapsige, große Miezekatze.
"Siehst du, du bist verkalkt, du kannst dich nicht mehr daran erinnern", rief ich.
"Ich bin nicht verkalkt. Ich, also ... Nein!"
"Hier, Tiger, hier ist der Schein." Ich zückte einen Geldschein, wohl wissend, dass Tiger ständig pleite ist. "Ich habe ihn gar nicht gebraucht. Ich gebe ihn dir zurück. Obwohl, nein, muss ich ja gar nicht. Ich kann ihn behalten. Du kannst dich ja gar nicht mehr erinnern ... ähh ... du hast mir ja gar kein Geld geliehen. Super, dann muss ich ihn dir also nichts zurückgeben, danke!"

"Moment, also ..."
"Ne, ist schon okay. Du hast Recht. Du hast mir keine 50 Euro geliehen. Das ... das ist meiner."
"Du, Kakadu, wenn ich jetzt so drüber nachdenke." Tiger versuchte ein Lächeln. "Wenn ich so drüber nachdenke, dann, doch ja, ich habe dir wirklich gestern 50 Euro geliehen."
"Du hast mir 50 Euro geliehen? Quatsch, wie kommst du denn auf die Idee?", wunderte ich mich.
"Hast du doch gesagt!", knurrte er.
"Was?" Ich sah ihn ungläubig an. „Was soll ich gesagt haben?"
"Dass ich dir 50 Euro geliehen habe!"
"Habe ich das?" Ich tat so, als ob ich keine Ahnung hätte, wovon Tiger sprach.
"Bist du verkalkt? Tiger, ich habe dir so wenig 50 Euro geliehen, wie du gesagt hast, dass du abspülen wolltest."
"Doch hast du!" Tiger tappte in die Falle. „Ich wollte abspülen und du hast dir von mir 50 Euro geliehen."
"Ich Dussel! Klar doch", räumte ich kleinlaut ein. „Du hast natürlich Recht!"
"Echt, Kakadu?", freute sich Tiger im Glauben, dass er gewonnen habe. „Sag ich doch. Dann gib mir die 50 Euro zurück."
"Wieso? Die 50 Euro hat mir Athena geliehen. Da kommt sie, du kannst sie gerne fragen."

„Athena!", brüllte Tiger.
"Ja, Tiger?"
"Hast du Kakadu 50 Euro geliehen oder ich?"
"Tiger, geht's dir gut?", wunderte sich Athena. "Ich habe Kakadu das Geld geliehen, du warst doch wieder pleite."
"Aber du wolltest abspülen!", freute ich mich. „Tiger, hier die Spülbürste!"
"Kakadu, eines Tages fresse ich dich", knurrte er, wohl wissend, dass er verloren hatte.
"Aber erst nachdem du abgespült hast!"

Tja, dergleichen lustige Spielchen gehen mit Athena leider nicht. Die ist zu klug. Aber Tiger, der ist ein echter Freund. Mit dem kann man so etwas machen.

Kommen wir zum Programm der neuen Woche:
Am Montag (8.6.) am Infotag stellt Euch Michaela Vieser zunächst einen Jungen aus Japan vor, der Insekten sammelt. Ein weiterer Beitrag ist von Kerstin Poppendieck und geht über Südafrika: "Nicht gleich alles wegwerfen".

Was auf der Strasse liegt, hebt man nicht auf! So heißt es ja oftmals bei uns in Deutschland. In Südafrika ist das ganz anders. Das was da auf der Strasse liegt, ist das Spielzeug für die meisten Kinder im Township. Townships sind Siedlungen, in denen die ärmsten Menschen leben in Hütten aus Blech und Pappe. Ferngesteuerte Autos oder schicke, neue Puppen kann sich hier kaum jemand leisten.
 Kinder spielen mit Drahtautos, Süd-Afrika, Juli 2007 (picture alliance / dpa / Jon Hrusa)In Südafrika basteln sich Kinder aus Draht Autos. (picture alliance / dpa / Jon Hrusa)

Da bleibt den Kindern nur der Ausweg sich aus alten Dingen ihr Spielzeug selbst zu bauen.
Zum Abschluss dieser Sendung berichtet Kristina Richter über die Toiletten in aller Welt.

Am Dienstag (9.6.) am Medientag ist Tom Feibel im Studio, um seinen neuen Computerspieletipp abzugeben.

Computerspiel-Entwickler Wooga, 2012 (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)Am Medientag bekommen wir neue Computerspiele-Tipps. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Außerdem war Annette Wollner im Kino und hat "Rico, Oscar und das Herzgebreche" gesehen. Bei uns gibt sie Auskunft, ob sich auch für Euch der Kinobesuch lohnt.

Am Mittwoch (10.6.) am Musiktag dreht sich alles um den Musiker und Gitarrenbauer Les Paul, der fast auf den Tag genau vor 100 Jahren geboren wurde. Er hat nicht nur neue Echo- und Halleffekte in der Aufnahmetechnik elektronischer Musik entwickelt, sondern auch eine besondere E-Gitarre erfunden.

 US-Gitarrist Les Paul, gestorben 12.08.2009 (picture alliance / dpa /  )Der US-Gitarrist Les Paul hat eine besondere E-Gitarre erfunden. Mehr erfahrt Ihr am Musiktag. (picture alliance / dpa / )

Die von ihm entworfene und von der Firma Gibson gebaute E-Gitarre zählt zu den berühmtesten Modellen überhaupt und ist noch heute unter Musikern außerordentlich beliebt und wird nach ihm "Gibson Les Paul" genannt. Grund für uns, Euch den Musiker und seine Gitarre ausgiebig vorzustellen.

Am Donnerstag (11.6.) am Quasseltag will ich zum Thema "Kinder in aller Welt" quasseln. Natürlich auch mit Euch.

 Hier seht Ihr Kinder in der Dorfschule von Mo Ko Surin. Mehr erfahrt Ihr am Quasseltag.  (picture alliance / dpa / Sandra Gätke)Hier seht Ihr Kinder in der Dorfschule von Mo Ko Surin. Mehr erfahrt Ihr am Quasseltag. (picture alliance / dpa / Sandra Gätke)

 Daher: anrufen und mitquasseln! Unsere kostenfreie Telefonnummer: 0800 2254 2254.

Am Freitag (12.6.) am Entdeckertag entführt Euch Achim Nuhr in seinem Kakadu-Kinder-Entdeckertags-Feature "Nirgendwo Häuser - Mit Nomaden unterwegs" auf eine Reise in die Mongolei.
Stellt euch vor, ihr hättet kein Haus, keine Wohnung. Stattdessen würdet ihr in einem Zelt wohnen: nicht nur im Urlaub, sondern immer - sogar im Winter! Alle paar Wochen faltet eure Familie ihr Zelt zusammen und zieht weiter an einen anderen Ort. In der Mongolei leben viele Menschen seit Jahrhunderten so, nämlich als Nomaden in der Steppe: Steppe bedeutet „Grasland" - und fast die gesamte Mongolei ist mit Gras bedeckt. Dort ziehen die Nomaden ständig umher und lassen sich mal hier, mal dort nieder. Hauptsache,  ihre Kamele, Pferde, Kühe, Ziegen und Schafe finden genug frisches Gras zum Fressen.
 Mongolei, ein Nomaden-Junge auf einem Kamel, Juni 2006 (picture alliance / dpa / Robin Utrecht)Am Freitag erfahrt Ihr etwas über Nomaden in der Mongolei (picture alliance / dpa / Robin Utrecht)

Unser Reporter Achim Nuhr ritt wochenlang durch die Mongolei und sprach unterwegs Mongolen an: eine Frau mit ihren Kindern, eine uralte Oma, einen Zauberpriester, aber auch Schulkinder.

Am Sonntag (14.6.) im Kakadu für Frühaufsteher geht es weiter mit meiner Reihe "Märchen aus aller Welt". Diesmal habe ich ein Märchen aus Serbokroatien für Euch ausgesucht. Es heißt "Stojscha und Mladen" und, wie der Titel schon nahelegt, wird die Geschichte von Stojscha und Mladen erzählt.

Einst lebte ein Kaiser, der hatte drei Töchter, die ihm ein Sturm entführte, worauf er verstarb. Die Kaiserin, die er hinterließ, war aber schwanger und gebar einen Knaben, den sie Stojscha nannte. Aus Angst, auch ihn noch zu verlieren, verschwieg ihm seine Mutter, dass er drei Schwestern hatte. Doch eines Tages erfuhr ihr Sohn die Wahrheit und machte sich auf, seine drei Schwestern zu suchen.

"Stjscha und Mladen", ein serbokroatisches Volksmärchen, gelesen von Tommi Piper.

Anschließend nach den Nachrichten um 08:05 Uhr könnt Ihr im Kinderhörspiel "Mein Jahr in Trallalabad" von Thilo Reffert hören.
Emilia hat alles, was sie braucht: Mama und Papa, ein schönes Zuhause und zwei Freunde. Doch dann müssen Mama und Papa ins Ausland und Emilia muss ihr Zuhause für ein Jahr verlassen. Wird sie nun auch ihre Freunde Linus und Renzo verlieren? Oder hält eine Freundschaft auch über tausende Kilometer? Viele Fragen sind vor dem Abflug zu klären! Und jeder Freund ist anders: Linus will Emilia zurückhalten und die Reise am liebsten verhindern. Renzo dagegen hält sich für den geborenen Ausländer, obwohl er Italienisch nur von der Speisekarte kann. Er möchte für Emilia nach Trallalabad fahren. Und Emilia möchte am liebsten hierbleiben und wegfahren zugleich.
 Ankunft - Abschied auf einem Flughafen, 2006 (picture alliance / dpa / Heiko Wolfraum)Wenn man hierbleiben und wegfahren zugleich möchte, ist das irgendwie wie Ankommen und Abschied nehmen. (picture alliance / dpa / Heiko Wolfraum)

So lernen sich die drei Freunde gerade beim Abschiednehmen richtig kennen. Doch am Tag der Abreise verpasst Emilia das Taxi zum Flughafen. Was nun? Die Familie wird schon ausgerufen. Schon wird das Flugzeug betankt. Da klopft es im Koffer!

Und fertig.

Doch, wieder eine volle schöne Woche. Ich bin ja von meiner eigenen Idee, diesen Monat einen Programmschwerpunkt auf "Kinder in aller Welt" zu legen, richtig begeistert. Was meine Reporter da aus aller Welt zusammengetragen haben, echt nicht ohne. Da freue ich mich jetzt schon, dass das nächste Woche weiter geht.

Noch den ganzen Juni gibt es dieses Sonderthema.

Ich mag den Juni.

Einen habe ich aber noch.
Was die Wirtschaft durch Kinderarbeit spart,
zahlt die Gesellschaft später tausendfach zurück.
(Lewis Hine)

In diesem Sinne

Euer Kakadu

 

 P.S.: Für die Badesaison ist das Wetter gerade wunderbar. So ein Tag im Schwimmbad macht doch immer wieder Spaß!

  Kinder spielen am 20.05.2014 im Freibad Prinzenbad in Berlin unter pilzförmigen Brunnen. (picture alliance / dpa /  Hauke-Christian Dittrich)Kinder spielen im Freibad Prinzenbad in Berlin (picture alliance / dpa / Hauke-Christian Dittrich)

 

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