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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.12.2016

Kinder in SyrienEndloser Albtraum

Ninja Charbonneau im Gespräch mit Anke Schaefer

Ein Mitglied der Hilfsorganisation Weißhelme birgt ein Kind aus den Trümmern. (dpa/picture-alliance/Uncredited)
Aleppo unter Dauerbeschuss: Hier wird ein Kind aus den Trümmern gerettet (dpa/picture-alliance/Uncredited)

Für die Kinder in Syrien ist der Krieg inzwischen schiere Normalität. UNICEF schlägt nun Alarm: 500.000 Kinder leben in belagerten Städten, die kaum von Hilfe erreicht werden. Ihre Zukunftsperspektive ist mehr als düster.

Mehr als appellieren kann UNICEF nicht, und die Chancen, dass eine der Konflikt-Parteien zuhört, tendieren inzwischen wohl gegen Null. Dennoch lässt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen nicht locker und ruft nun zum wiederholten Mal dazu auf, die Kinder in Syrien nicht im Stich zu lassen.

Laut UNICEF-Sprecherin Ninja Charbonneau leben eine halbe Million Kinder in belagerten Städten, die kaum von Hilfe erreicht werden. In diesem Jahr habe es 84 Angriffe auf Schulen in Syrien gegeben, mit 69 toten Kindern, sagte Charbonneau im Deutschlandradio Kultur. Das sei "unglaublich" - nicht mal in den Schulen können sich syrische Kinder noch sicher fühlen.

Bomben regnen täglich vom Himmel

Allein im Ostteil von Aleppo gibt es derzeit noch 100.000 Kinder, die seit Monaten Angst vor den Bomben und Granaten haben müssen, die täglich vom Himmel regnen. Das sei "ein nicht enden wollender Albtraum".

Das normale Leben sei in Aleppo zusammengebrochen, sagte Charbonneau. Es gebe sie noch, die Kinder, die auf der Straße tanzten und lachten. Doch es gebe kein unbeschwertes Lachen mehr. Es sei ein Lachen "der Verzweiflung und des Schocks". (ahe)

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