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Fazit / Archiv | Beitrag vom 31.08.2011

"Kill the Boss"

Eine freche, schwarzhumorige Komödie aus den USA

Gesehen von Hannelore Heider

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Auch US-Schauspieler Kevin Spacey spielte mit (picture alliance / dpa / Mike Nelson)
Auch US-Schauspieler Kevin Spacey spielte mit (picture alliance / dpa / Mike Nelson)

Drei Freunde haben das gleiche Problem: Ihre Chefs machen ihnen das Leben zur Hölle. Sie werden in ihrer menschlichen Integrität verletzt, gedemütigt oder sexuell belästigt. Der einfachste Ausweg: Sie bringen jeweils den Boss des anderen um.

Halb Hollywood scheint sich eingefunden zu haben, um in dieser frechen schwarzhumorigen Komödie von Seth Gordon mitzuspielen. Im Originaltitel heißt sie "Horrible Bosses" und genau darum geht es. Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farell sind für ihre Angestellten Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) schlichtweg unerträglich. Täglich werden Letztere in ihrer menschlichen Integrität verletzt, gedemütigt oder sexuell belästigt.

Nachdem der Zuschauer zu Beginn des Filmes drei Kostproben dieses schändlichen, überdrehten, aber im Kern wohl realistischen Treibens vorgeführt bekommen hat, sitzt die Freundesrunde beim Bier zusammen und jammert. Kündigen geht nicht, schon, weil der krisengeschüttelte Arbeitsmarkt für den ehrgeizigen Jungmanager Nick wenig Zukunftsträchtiges bereithält. Dale will als frisch verehelichter Zahnarzthelfer eigentlich nur seine Ruhe haben, die ihm seine sexbesessene Chefin nicht gönnt, und Kurt fühlt sich als rechte Hand eines traumhaft gütigen Bosses (Donald Sutherland) dazu berufen, seine Kollegen vor dessen fiesen Nachkommen zu schützen. Was tun?

"Kill the Boss" ist der einfachste Ausweg aber natürlich für diese kleinmütigen großen Jungs schwerer getan als gedacht. Sie stolpern von einer absurden Situation in die andere, was schon damit beginnt, dass der angeblich von ihnen angeheuerte Auftragskiller (Jamie Foxx) sich als Schlitzohr entpuppt, der nur an ihr Geld will. Aber eine Idee könnte funktionieren, ohne dass man ihnen auf die Schliche kommt – sie töten einfach jeweils den Boss des anderen.

Mit dieser Ausgangsposition ist der Weg frei für Gags und Slapstick, was nach dem Muster der jetzt so beliebten Buddymovies wie "Hangover" funktioniert. Nur dass hier, was das komödiantische Handwerk angeht, absolute Profis am Werk sind. Vor allem die Bosse, angefangen von Kevin Spacey, treiben den bösen Spaß auf die Spitze, und selbst Jennifer Aniston kann als überdrehte Nymphomanin endlich einmal aus ihrer Klischeerolle heraustreten. Natürlich ist ihr Part absolut frauenfeindlich, aber bei der temporeichen, derb-humoristischen Anlage der Komödie ist auch das zu verkraften.

USA 2011; Regie: Seth Gordon; Darsteller: Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Jennifer Aniston; 98 Minuten

Filmhomepage: "Kill the Boss"

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