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Kulturnachrichten

Freitag, 26. Februar 2021

Kieler Afrika-Sammlung geht nach Lübeck

Die Afrika-Sammlung des Kieler Sammlers Bernd Muhlack geht nach Lübeck. Die Nachlassschenkung des am 16. Oktober 2020 verstorbenen Muhlack umfasst rund 2.600 afrikanische Kunstwerke überwiegend aus der Zeit nach 1945, wie die Lübecker Museen mitteilten. Auf dem Kunstmarkt hätten die Objekte insgesamt wohl einen Wert im zweistelligen Millionenbereich, sagte Hans Wißkirchen, Leitender Direktor des Museumsverbundes, dem auch die Völkerkundesammlung angehört. Die Bürgerschaft hatte am Donnerstag über die Annahme des Vermächtnisses abgestimmt. Der Kieler Sammler Muhlack war seit den 1960er-Jahren im Holzhandel in Afrika tätig und widmete sich über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren dem Erwerb afrikanischer Objekte.

Linke prüft Änderung der Eigentümerstruktur beim ND

Die Linkspartei will als Mitgesellschafter eine Veränderung der Eigentümerstruktur der Tageszeitung "Neues Deutschland" (ND) prüfen. Das sagte der Bundesschatzmeister der Linken, Harald Wolf, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Wolf betonte, man stehe am Anfang eines Prozesses, es gebe noch kein Ergebnis. Eine Option sei, das ND in eine neue Gesellschaftsform zu überführen und eine Genossenschaft zu gründen. Als Grund für die Überlegungen nannte der Linken-Bundesschatzmeister die in den vergangenen Jahren rückläufigen Abonnentenzahlen und die Notwendigkeit, einer Neukonzeption und Neuaufstellung auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung. In diesem Zusammenhang müsse man auch diskutieren, ob eine Partei als Gesellschafter ein Hindernis sei, wenn die Zeitung bei aller redaktionellen Unabhängigkeit von vielen als Parteizeitung betrachtet werde.

Neue Leitung beim Deutschen Literaturfonds

Die Schriftstellerin und Journalistin Susanne Fischer ist neues geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Literaturfonds in Darmstadt. Sie folgt auf Wend Kässens, der aus Altersgründen das Amt niedergelegt hat, wie der Literaturfonds in Darmstadt mitteilte. Die 1960 in Hamburg geborene Fischer arbeitet als Autorin und ist seit 2018 geschäftsführender Vorstand der Arno-Schmidt-Stiftung in Bargfeld bei Celle. Neu in den Vorstand des Literaturfonds gewählt worden wurde demnach der Schriftsteller Ingo Schulze. Der Deutsche Literaturfonds ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der deutschsprachigen Literatur mit Sitz in Darmstadt. Er vergibt unter anderem einen Preis für ein herausragendes literarisches Gesamtwerk, mehrere Förderpreise, Stipendien und einen Preis für Übersetzungen, den Paul-Celan-Preis.

Leipziger Kurt-Wolff-Preis an Verleger Ulrich Keicher

Für seine Editionen erhält der baden-württembergische Verleger Ulrich Keicher den mit 35.000 Euro dotierten Kurt-Wolff-Preis. Die Auszeichnung werde ihm voraussichtlich Ende Mai in Leipzig verliehen, teilte die Kurt Wolff Stiftung in Leipzig mit. Keicher bereichere seit fast vier Jahrzehnten das literarische Leben mit einem weit gespannten Programm, hieß es. Den mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis 2021 der Kurt Wolff Stiftung erhält die Edition Converso. Sie bringe seit ihrer Gründung 2018 dem deutschsprachigen Publikum die Vielfalt der Kulturen des Mittelmeerraums in erzählender Prosa, Lyrik und gehaltvollen Sachbüchern näher, so die Begründung. Die Leipziger Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene wurde im Jahr 2000 von unabhängigen Verlegerinnen und Verlegern sowie dem damaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann (SPD) gegründet.

Bund fördert Computerspiel zur Extremismusprävention

Mit rund 1,6 Millionen Euro fördert die Bundesregierung die Entwicklung eines Computerspiels zur Präventionsarbeit. Das Modellvorhaben "Call of Prev" soll als interaktives Onlinespiel junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren vor einer potenziellen Radikalisierung durch extremistische Medieninhalte schützen, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitteilte. Der Radikalisierung junger Menschen, egal in welche Richtung, müsse schon möglichst früh entgegengewirkt werden, betonte Grütters. Die Initiative werde vom Verein cultures interactive getragen. "Call of Prev" soll bundesweit in die Präventionsarbeit eingebunden werden und dann in bis zu fünf Sprachen spielbar sein.

Tochter von Serge Gainsbourg will Museum eröffnen

Anlässlich des 30. Todestags der französischen Chanson-Ikone Serge Gainsbourg am kommenden Dienstag hat seine Tochter angekündigt, bald ein Museum zu eröffnen. Charlotte Gainsbourg sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie wolle das frühere Pariser Haus ihres Vaters für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Lange habe sie die früheren Privaträume ihrer Familie "wie einen Schatz" gehütet, sagte Charlotte Gainsbourg, die als Sängerin und Schauspielerin Karriere gemacht hat. Aber der Ort gehöre zum Pariser Kulturerbe. Serge Gainsbourg war am 2. März 1991 im Alter von 62 Jahren gestorben. Er gilt bis heute als einer der bedeutendsten französischen Chansonniers und Komponisten und war auch als Schauspieler und Schriftsteller tätig.

Bistum Münster digitalisiert Noten-Sammlung Santinis

Das Bistum Münster digitalisiert die Noten-Sammlung des römischen Priesters und Musikers Abate Fortunato Santini (1777 bis 1861). Die in der Diözesanbibliothek lagernden 4.500 Handschriften und 1.200 Drucke seien eine der wertvollsten Quellen italienischer Musik des 16. bis 19. Jahrhunderts, teilte das Bistum mit. Santini hatte den Angaben zufolge in Adelsarchiven Manuskripte und Drucke von Komponisten abgeschrieben oder aus Einzelstimmen Partituren erstellt. Zusammen mit dem musikalischen Nachlass seines Lehrers Giuseppe Jannacconi entstand eine beachtliche Sammlung. Bis 1985 wurden die Handschriften und Drucke laut Bistum auf Mikrofiches verfilmt. Für die Digitalisierung habe die Diözese nun eine auf drei Jahre befristete und von der Uni bezuschusste Projektstelle eingerichtet.

Tobias Wolff wird Intendant an Leipziger Oper

Der Dramaturg und Kulturmanager Tobias Wolff wird 2022 Intendant der Oper Leipzig. Der derzeitige Intendant der Göttinger Händelfestspiele werde sein neues Amt am 1. August nächsten Jahres antreten, teilte die Oper Leipzig mit. Als Opernchef folgt er auf Ulf Schirmer, dessen Intendanz nach zwei Amtszeiten regulär endet. Eine Auswahlkommission hatte sich auf Wolff verständigt. Die Stelle ist zunächst auf fünf Jahre befristet. Tobias Wolff wurde 1975 in Koblenz geboren und studierte Musikwissenschaft und Viola in Cambridge, Essen und Düsseldorf sowie Internationales Management an der Handelshochschule in Leipzig.

Afghanische Regisseurin erhält Auszeichnung

Die afghanische Filmemacherin Shahrbanoo Sadat erhält den mit 20.000 Euro dotierten Baumi Script Development Award. Ausgezeichnet wird Sadat für das Filmprojekt "Kabul Jan" (Liebes Kabul), das die Geschichte einer jungen Kamerafrau erzählt, die im bekanntesten Fernsehsender der afghanischen Hauptstadt arbeitet und sich in einen verheirateten Kollegen verliebt, wie die Film- und Medienstiftung NRW in Düsseldorf mitteilte. Das Filmprojekt wurde aus 43 Einreichungen ausgewählt. Die Auszeichnung erinnert an den Produzenten Karl "Baumi" Baumgartner und wird seit 2016 jährlich vergeben.

Rockefeller entzieht "Guernica"-Teppich der UN

Der markante Bildteppich von Pablo Picassos berühmtem Anti-Kriegs-Gemälde "Guernica" ist nach mehr als 30 Jahren aus dem Eingangsbereich des UN-Sicherheitsrats in New York entfernt worden. Wie die Vereinten Nationen in New York mitteilten, beendete der Eigentümer, Nelson Rockefeller Junior, die Leihgabe. Zu den Gründen äußerte sich die UNO nicht. Auch die Familie Rockefeller äußerte sich zunächst nicht. Der im Jahr 1955 von Nelson Rockefeller im französischen Atelier Jacqueline de La Baume-Dürrbach in Auftrag gegebene Bildteppich war seit 1984 an die UNO ausgeliehen. Das Gemälde des spanischen Künstlers Picasso zeigt den Angriff der deutschen Luftwaffe auf die Stadt Guernica am 26. April 1937 im Zug des spanischen Bürgerkriegs.

Facebook: Verträge mit australischen Nachrichtenanbietern

Nach dem Streit mit Australien über ein neues Mediengesetz hat Facebook Vorverträge mit drei australischen Medienunternehmen zur Bezahlung für Nachrichteninhalte geschlossen. Die Vereinbarungen brächten einen neuen Premium-Journalismus auf die Facebook-Plattform, heißt es in einer Mitteilung des US-Konzerns. Binnen drei Monaten sollten vollständige Verträge unterzeichnet sein. Gestern hatte das australische Parlament ein Gesetz gebilligt, das Google und Facebook zur Bezahlung für Nachrichteninhalte auf ihren Plattformen verpflichtet.

Kritik an den Veranstaltern der Golden Globes

Am Sonntag werden die Golden Globes verliehen, die nach den Oscars als wichtigster Filmpreis Hollywoods gelten. Nun stehen die Veranstalter in der Kritik. Wie die "L.A. Times" berichtet, gibt es Hinweise auf direkte Einflussnahme der Filmstudios. So seien beispielsweise 30 Mitglieder der Jury vom Streamingdienst Netflix nach Paris in ein Luxushotel eingeladen worden. Kurz danach sei die Netflix-Produktion "Emily in Paris" für zwei Golden Globes nominiert worden. Auch soll es zu Zahlungen an einzelne Jury-Mitglieder gekommen sein. Ein weiterer Kritikpunkt an der Globe-Jury sei die fehlende Diversität: Von rund 86 Jury-Mitgliedern sei keine Person schwarz. Filme, die sich mit Rassismus beschäftigen, seien deshalb bei den Golden Globes unterrepräsentiert.

Käßmann: Woelki schadet auch evangelischer Kirche

Die Verzögerungen bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen im katholischen Erzbistum Köln schaden nach Ansicht der Theologin Margot Käßmann auch der evangelischen Kirche. Das Verhalten von Kardinal Woelki führe zu einem Vertrauensverlust in beiden Kirchen, sagte Käßmann im Podcast "Die Wochentester" von Kölner Stadt-Anzeiger und Redaktions-Netzwerk Deutschland. Es werde ungeheuer schwierig sein, diesen Vertrauensverlust wieder gutzumachen, so die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der Kölner Kardinal Woelki hält ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang des Bistums mit Missbrauchs-Vorwürfen gegen Priester unter Verschluss.

366 Filme für Top-Oscar zugelassen

Für die Oscar-Verleihung haben sich 366 Filme für eine mögliche Nominierung in der Top-Sparte "Bester Film" qualifiziert. Die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills gab die Liste der potenziellen Kandidaten am Donnerstag (Ortszeit) bekannt. Darunter sind der Western "Neues aus der Welt" mit Tom Hanks und Helena Zengel, das Drama "Mank" und der dänische Film "Der Rausch". Die 93. Oscar-Verleihung soll am 25. April stattfinden.

Lyriker Philippe Jaccottet stirbt mit 95 Jahren

Philippe Jaccottet, einer der wichtigsten französischsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts, ist tot. Jaccottet sei in der Nacht auf Donnerstag im Alter von 95 Jahren in seinem Haus im südfanzösischen Grignan gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seinen Sohn. Jaccottet hat vor allem Lyrik und lyrische Prosa geschrieben, er wurde vielfach ausgezeichnet. Mehrere Werke liegen auch in deutscher Übersetzung vor, wie der Band "Nach so vielen Jahren", die Essaysammlung "Der Spaziergang unter den Bäumen" oder "Antworten am Wegrand". Im Mittelpunkt seines Werks stehen schwermütige Naturbilder. Jaccottet wurde bereits zu Lebzeiten in die berühmte Bibliothèque de la Pléiade, eine Buchreihe des französischen Verlags Gallimard, aufgenommen. Diese Ehre ist bisher nur sehr wenigen zuteil geworden. Jaccottet gilt außerdem als wichtiger literarischer Übersetzer.

Neue Regeln für Chinas Schauspieler

Der chinesische Schauspielverband hat einen Leitfaden mit 15 Verhaltensregeln veröffentlicht - das schreibt der Bayrische Rundfunk auf seiner Onlinesseite mit Verweis auf die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die Regeln treten am 1. März in Kraft. Ziel sei es, die Qualität der Darbietungen zu steigern, die Mitarbeiter in ein positives Licht zu rücken und die Entwicklung der Industrie voranzubringen. Fehlverhalten werde mit einem Berufsverbot von mindestens einem bis fünf Jahren bestraft. Zu den Vergehen würde alles zählen, was der chinesischen Sicherheit, der Ehre und der territorialen Integrität schadet.

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