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Samstag, 25.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 3. Juni 2021

Kevin Spacey wieder vor der Kamera

Schauspieler Kevin Spacey (61) steht nach den Vorwürfen sexueller Übergriffe wieder vor der Kamera. Der zweifache Oscar-Preisträger hält sich derzeit in der norditalienischen Stadt Turin für die Arbeiten am Film "L'uomo Che Disegnò Dio" ("Der Mann, der Gott zeichnete") von Regisseur Franco Nero auf. In den sozialen Medien kursierten in den vergangenen Tagen immer wieder Fotos von ihm mit Fans, die ihn beim Eisessen erwischten oder an einer Pizzeria antrafen. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge begannen die Dreharbeiten in Turin erst vor kurzem. In der Film-Besetzung sind unter anderem Robert Davi ("Stirb Langsam") und Stefania Rocca ("Stauffenberg") dabei. Die Geschichte handelt von einem blinden Maler. Spacey spielt in dem Film einen Polizeidetektiv. Die Karriere des US-Schauspielers lag nach Vorwürfen sexueller Übergriffe seit Herbst 2017 brach.

Der neue Deutsche Jazzpreis wird erstmals vergeben

Heute wird der neue Deutsche Jazzpreis zum ersten Mal vergeben. In einer Gala in Hamburg findet er als Onlineevent statt. Aus Berlin, Mannheim und München sind zudem drei Clubs zugeschaltet. Der Preis ist Nachfolger des 2018 beendeten Echo.
Kulturstaatsekretärin Monika Grütters fördert den neuen Preis mit einer Million Euro - alle Sieger erhalten 10.000 Euro. Ab 19:30 wird heute Abend die Verleihung des Jazzpreises im Stream auf deutscher-jazzpreis.de zu sehen sein.

Weltkulturerbe-Bergwerk ist noch älter als gedacht

Das Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg bei Goslar im Harz ist noch älter als bisher bekannt war. In einem als abgeschlossen geltenden, tatsächlich aber zugänglichen Schacht sei zufällig ein Lederstück gefunden worden. Damit hätten Wissenschaftler festgestellt, dass der Abschnitt bereits im 9. bis 10. Jahrhundert genutzt wurde - also 300 Jahre früher als bisher vermutet. Das teilte das niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mit. Damit handele es sich um den ältesten heute noch zugänglichen Stollen eines mittelalterlichen Bergwerks in Deutschland und eine "montanhistorische Sensation". Das Bergwerk am Nordrand des Harzes gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe.

14 Eintragungen nach neuem Kulturgutschutzgesetz

Nach Inkrafttreten des Kulturgutschutzgesetzes (KGSG) im August 2016 sind 14 neue Eintragungen in ein Landesverzeichnis national wertvollen Kulturgutes vorgenommen worden. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Die Regierung weist darauf hin, dass bis zum 5. August die Datenerhebung über Anwendung und Auswirkungen des Kulturgutschutzgesetzes abgeschlossen werden, um in eine Evaluierung des Gesetzes einzufließen, die Bundestag und Bundesrat vorgelegt werden soll. Mit einer Reform war 2016 das Kulturgutschutzrecht modernisiert und damit das deutsche Recht an EU- und internationale Standards angepasst worden. Das KGSG soll Kulturgut schützen, das in Deutschland wegen seiner Bedeutung für die kulturelle Identität des Landes besonders wichtig ist - aber auch solches Kulturgut, das von anderen Staaten als nationales Kulturgut eingestuft wird.

Akademie der Künste vergibt Sonderstipendien

Die Akademie der Künste vergibt im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgelegten Programms NEUSTART KULTUR ein Sonderstipendium. Weil zahlreiche Künstler in den letzten Monaten während der Pandemie in eine prekäre Lage geraten sind, wolle man mit dem sogenannten INITIAL Stipendium freischaffende Künstlerinnen und Künstler finanziell unterstützen und zu kreativer Arbeit ermutigen. Das sagte die Präsidentin der Akademie der Künste, Jeanine Meerapfel. Mit der Eindämmung der Pandemie sei die Krise der Künstler noch nicht vorbei. Die Gesellschaft brauche die Künste. Sie seien das Gedächtnis der Menschheit, unsere gemeinsam gelebte Gegenwart und Zukunft, so Meerapfel. Das Stipendium richtet sich an professionell arbeitende Künstler. Das Programm umfasst insgesamt 5 Millionen Euro. Es werden 791 Stipendien in Höhe von 6.000 € für einen Zeitraum von 4 Monaten vergeben.

Youtube schüttet Milliarden Dollar an Musikindustrie aus

Youtube hat in den vergangenen 12 Monaten mehr als 4 Milliarden Dollar an die Musikindustrie gezahlt. Das geht aus einem Blogeintrag von Lyor Cohen, dem obersten Musikmanager des Streaming-Dienstes, hervor. Youtube ist damit bei der Ausschüttung der Tantiemen fast so bedeutend wie der Marktführer Spotify. Spotify hatte im Jahr 2020 mehr als 5 Milliarden Dollar ausgezahlt. Die Vergütungen von YouTube umfassen Zahlungen an Künstler, Autoren, Labels und andere. Laut Cohen würden rund 30 Prozent dieser 4 Milliarden Dollar durch von Nutzern erzeugten Inhalten generiert; also Videos, die nicht von Labels oder Künstlern hochgeladen wurden. Videos von Fans hätten auf Youtube immer schon Künstlern geholfen, ihr Publikum zu vergrößern und Songs auf der ganzen Welt zu verbreiten, so Cohen. "Wir sind begeistert, dass sie nun auch zu einer bedeutenden und zusätzlichen Einnahmequelle neben Premium-Musikinhalten geworden sind."

Studie: Die Hälfte der Senioren nutzt kein Smartphone

Rund die Hälfte der Menschen über 65 Jahre in Deutschland nutzt kein Smartphone. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Initiative "Digital für alle" in Auftrag gegeben hat, um die digitale Teilhabe in der Gesellschaft zu untersuchen. 53 Prozent der Befragten in der Altersgruppe über 65 Jahre verwenden kein Smartphone. Bei Menschen ab 75 Jahren leben sogar rund drei Viertel ohne ein solches Gerät. In der Gesamt-Bevölkerung liegt der Anteil der Smartphonelosen dagegen nur bei 21 Prozent. Die Corona-Krise habe gezeigt, wie groß der Stellenwert von Smartphones in der Gesellschaft sei - etwa für die Kontakt-Nachverfolgung oder die Registrierung im Geschäft, sagte die Geschäftsführerin der Initiative, Anna-Lena Hosenfeld: "Wer kein Smartphone nutzt, wird häufig davon ausgeschlossen." Auch andere Technologien sind laut Umfrage unter Senioren wenig verbreitet. Nur die Hälfte nutzt einen Laptop oder Computer.

Elke Heidenreich kritisiert gendergerechte Sprache

Die Schriftstellerin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich hat sich vehement gegen das Gendern ausgesprochen. "Grauenhaft, wenn ich das schon höre, diese Sprache", sagte die 78-Jährige im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Gendergerechte Sprache sei "verlogen" und verhunze die Sprache. "Wenn ich Künstler sage, meine ich alle Menschen, die Künstler sind, auch die Frauen", so Heidenreich. Das feministische Betonen in der Sprache gehe ihr "gegen den Strich." Dies sei allerdings kein Freibrief für Willkür in der Sprache, betonte Heidenreich. Herabwürdigende Worte, Beleidigungen und Diskriminierungen oder auch Worte aus der Kolonialzeit seien nicht zu dulden. Die Bestseller-Autorin wehrte sich auch dagegen, in älteren Büchern Änderungen vorzunehmen, um etwa rassistische Begriffe zu ersetzen. Literatur nachträglich zu reinigen "gehe gar nicht", sagte Heidenreich.

Hongkong schließt das "Tian'anmen"-Museum

Kurz vor dem jährlichen Gedenktag zur Niederschlagung der Proteste auf dem Tian'anmen-Platz in Peking haben die Behörden in Hongkong die Schließung eines Museums, das sich damit beschäftigt, veranlasst. Sie hätten der vor zehn Jahren erstmals geöffneten Einrichtung vorgeworfen, keine Betriebserlaubnis zu besitzen. Das teilten die Betreiber der Hongkonger Allianz zur Unterstützung der demokratischen Bewegungen in China mit. Das Büro für Lebensmittel- und Umwelthygiene habe nach einer entsprechenden Beschwerde Ermittlungen aufgenommen. Man werde rechtlichen Rat einholen und bis auf Weiteres schließen, um die Sicherheit von Personal und Besuchern zu schützen, so die Betreiber. Im Juni 1989 hatte das chinesische Militär im Zentrum Pekings Proteste der Bevölkerung nach mehr Demokratie gewaltsam niedergeschlagen. Nach Quellen des chinesischen Roten Kreuzes wurden damals mehr als 2000 Menschen getötet.

Josephine Baker soll ins Pariser Panthéon

In Frankreich wollen die Anhänger von Josephine Baker mit Hilfe einer Petition erreichen, dass die Varietékünstlerin ins Pariser Panthéon aufgenommen wird. Damit wäre die gebürtige Amerikanerin die erste schwarze Frau in der Ruhmeshalle. Baker wäre heute 115 Jahre alt geworden und kam ursprünglich aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Zwischen den Weltkriegen wurde die Tänzerin nicht nur in Frankreich mit freizügigen Auftritten zum großen Star. Doch auch als Widerstandskämpferin und anti-rassistische Aktivistin machte sich Baker einen Namen. 1937 nahm sie die französische Staatsbürgerschaft an. Inzwischen haben die Baker-Fans nach eigenen Angaben 30.000 Unterschriften für die Aufnahme ihres Idols in die offizielle Grabstätte berühmter französischer Persönlichkeiten gesammelt. Heute sollen sie an Präsident Macron weitergeleitet werden.

International-Booker-Literaturpreis für David Diop

Der franko-senegalesische Schriftsteller David Diop hat den International-Booker-Literaturpreis erhalten. Die Auszeichnung ehrt die besten fremdsprachigen und ins Englische übersetzten Romane, die im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurden. Geehrt wurde Diop für sein Buch "At Night All Blood Is Black", auf deutsch "Nachts ist unser Blut schwarz". Darin erzählt der 55-Jährige die Geschichte von Senegalesen, die im Ersten Weltkrieg aufseiten der Kolonialmacht Frankreich gegen Deutschland kämpften. Das Preisgeld von 58.000 Euro teilt sich David Diop mit seiner Übersetzerin Anna Moschovakis.

Belgien gibt geraubtes Gemälde zurück

Belgien gibt den Nachkommen eines jüdischen Ehepaars aus Deutschland ein im Zweiten Weltkrieg geraubtes Gemälde zurück. Das 1913 gemalte "Blumenstilleben" von Lovis Corinth werde den Enkeln von Gustav und Emma Mayer ausgehändigt, erklärte die belgische Regierung am Mittwoch. Das Werk befindet sich derzeit in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel in einer Sammlungen von rund 30 Werken zweifelhafter Herkunft, die wahrscheinlich zwischen 1940 und 1945 gestohlen wurden. Nach Angaben des Museums wurde das Öl-Gemälde des preußischen Malers "vom Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg gestohlen" und "nach der Befreiung Brüssels von Leo Van Puyvelde geborgen". Anschließend sei es den belgischen Behörden und 1951 den Königlichen Museen übergeben worden.

Neue Namensgebung für Tschechinnen bahnt sich an

In Tschechien bahnt sich eine historische Wende bei der Namensgebung an. Das Abgeordnetenhaus in Prag stimmte am Mittwoch einer Gesetzesnovelle zu, welche Frauen die freie Wahl der männlichen oder weiblichen Form des Nachnamens ermöglicht. Bisher müssen Frauen - wie auch in anderen slawischen Sprachen - einen Familiennamen mit der weiblichen Endung "-ova" tragen. Wenn der Mann Novak heißt, dann tragen seine Frau und Töchter den Namen Novakova. Doch das könnte sich bald ändern: Für die Änderung stimmten 91 Abgeordnete, dagegen waren 33. Die zweite Kammer des Parlaments, der Senat, muss dem noch zustimmen. Von der traditionellen Namensgebung für Frauen ausgenommen waren bisher nur Tschechinnen, die einen Ausländer heiraten, und Angehörige der nationalen Minderheiten - darunter die deutsche Volksgruppe. Die frühere Justizministerin Helena Valkova kritisierte die bisherige Regelung als "Zeichen der Ungleichheit".

Kritische Ausgabe von "Mein Kampf" in Frankreich

In Frankreich ist seit Mittwoch eine umfassend kommentierte Ausgabe von Hitlers Propagandaschrift "Mein Kampf" im Handel. Der Titel: "Historiciser le mal (Das Böse historisch betrachten). Eine kritische Ausgabe von "Mein Kampf" ".
Historische und kritische Anmerkungen machen etwa zwei Drittel des Werkes aus, das rund 1000 Seiten besitzt. Von Seiten des Verlages hieß es, man habe darauf reagiert, dass mit dem Wegfall des Copyrights 2016 Hitlers Text frei im Internet zirkulierte. Mit der kritischen Ausgabe wolle man "den Mythos stoppen, die Manipulation aufdecken und daraus eine historische Quelle machen - um zu verstehen und zu verhindern, dass so etwas sich nicht wiederholt". Der französische Historiker und Nazi-Jäger Serge Klarsfeld sprach sich für die Veröffentlichung aus: "Die Kommentare wappnen uns effektiv gegen Fake News von einst und heute. Der Leser wird niemals mit Hitler alleingelassen". Auf Klarsfelds Vorschlag hin fließt der Gewinn aus dem Verkauf des Buchs an die polnische Stiftung, die die Gedenkstätte Ausschwitz-Birkenau erhält.

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Fazit

50. Art BaselEin nachgeholtes Jubiläum und mehr Ruhe
Auf zwei Holzbooten sind übergroße schwarz-weiß Porträts angebracht. (Art Basel)

Die 50. Art Basel hätte eigentlich letztes Jahr stattfinden sollen. Nun läuft sie, und immer noch ist Corona ein Thema: Nur wenige Sammler aus Amerika und Asien sind zugegen. Die Messe fühle sich an wie vor 15 Jahren, so die Kritikerin Elke Buhr.Mehr

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