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Interview | Beitrag vom 23.12.2019

#KeinerBleibtAllein an WeihnachtenMit Social Media gegen die Einsamkeit

Christian Fein im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Ein Mann sitzt allein auf einer Bank vor einem geschmückten Weihnachtsbaum, aufgenommen am 17. Dezember 2019 in Berlin. (imago images/photothek/Florian Gaertner)
"Wir bieten jemanden, der einen einfach so annimmt, wie man ist", sagt Christian Fein über die Initiative #KeinerBleibtAllein. (imago images/photothek/Florian Gaertner)

Weihnachten gilt als Familienfest. Menschen, die ungewollt alleine bleiben, können sich da schnell einsam fühlen. Christian Fein hat das selbst erlebt - und fand auf Twitter Leidensgefährten. Seine Initiative #KeinerBleibtAllein bringt Menschen zusammen.

Es ist Weihnachten – und da ist niemand, mit dem man feiern kann. Christian Fein hat diese Situation selbst erlebt. "Ich war in einer klassischen Einsamkeitssituation", sagt der Wormser Software-Spezialist. "Meine Frau und ich, wir haben uns damals dazu entschieden, dass wir uns scheiden lassen."

Christian Fein kam der Gedanke, dass er wohl nicht der Einzige sei, der Heiligabend ungewollt alleine verbringt. So machte er sich über Twitter und den Hashtag #KeinerTwittertAllein auf die Suche nach Menschen, die sein Schicksal teilen. "Und es waren sehr viele andere", sagt Fein rückblickend. Sein Tweet ging viral und wurde sehr oft geteilt.

#KeinerBleibtAllein: Ehrenamtliche Vermittlungsarbeit

Im Jahr darauf gründete er dann eine "Mitfeierzentrale". Inzwischen läuft die Aktion unter dem Hashtag #KeinerBleibtAllein. Christian Fein und seine Mitstreiter sammeln über Facebook, Instagram oder Twitter Nachrichten von einsamen Menschen auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich an Weihnachten oder auch Silvester zusammenzutun. "Und wir versuchen dann jemanden zu finden, der sich auf demselben Weg bei uns gemeldet hat", sagt Fein über seine ehrenamtliche Vermittlungsarbeit.

"Wie dann gefeiert wird, müssen beide letzten Endes unter sich ausmachen." Das sei keine Partnerbörse. "Wir sind nur Gesellschaftsvermittlung. Aber das ist in der Regel auch sehr erfolgreich - dadurch, dass wir jemanden bieten, der einen einfach so annimmt, wie man ist."

Wer noch auf der Suche ist: Fein und sein Team von mittlerweile fünf Ehrenamtlichen vermitteln noch bis Heiligabend 15 Uhr – und mit etwas Glück findet sich noch ein Gastgeber für das Fest.


(cwu)

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