Seit 10:05 Uhr Lesart
Freitag, 16.04.2021
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Kulturnachrichten

Sonntag, 10. Januar 2021

Keine vorschnelle Öffnung von Kulturstätten in Berlin

Der Berliner Kultursenator Lederer hat vor einer vorschnellen Öffnung der Kultureinrichtungen gewarnt. Sowohl die aktuelle Lage auf den Intensivstationen als auch die Mutation des Corona-Virus müssten in die Überlegungen mit einfließen. Er rechne damit, dass die Lage noch eine ganze Weile drastisch bleiben werden, sagte Lederer im Deutschlandfunk Kultur. Dennoch hoffe er, dass man in zwei bis drei Monaten dann wieder klarer sagen könne, welche Kultureinrichtungen wann wieder öffnen könnten.

Simon Rattle geht offenbar zum Bayerischen Rundfunk

Sir Simon Rattle wird nach Medienberichten der neue Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Dies meldet unter anderem die österreichische Zeitung "Die Presse". Rattle, der seit 2017 Musikdirektor des London Symphony Orchestra ist, werde demnach die Nachfolge des vor über einem Jahr überraschend verstorbenen Mariss Jansons antreten. Eine offizielle Mitteilung wird demnächst erwartet. Der 65jährige Brite war von 2002 bis 2018 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

Zoos verlieren Millionen durch Corona

Der bundesweite Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) drängt angesichts der kritischen Situation in Corona-Zeiten auf staatliche Hilfe. "Wenn unsere Zoos jetzt unverschuldet in finanzielle Engpässe geraten, würden wir es natürlich begrüßen, wenn der Staat Verantwortung übernehmen und passende Hilfsprogramme auflegen würde", sagte VdZ-Geschäftsführer Volker Homes der dpa. Man könne die Tiere schließlich nicht in Kurzarbeit schicken. Staatliche Hilfe sei gelebter Tierschutz, so Homes weiter. Allein in Nordrhein-Westfalen hätten die Tierparks durch die Corona bedingten Schließungen und Besucherbegrenzungen im vergangenen Jahr Millionen an Einnahmen eingebüßt und lebten derzeit von ihren Rücklagen. Nach Angaben des Duisburger Zoos koste allein das Futter 50 000 Euro pro Monat.

Kapitol-Kunstwerke weitgehend unbeschädigt

Die Kunstwerke im Kapitol in Washington haben von den Ausschreitungen am 6. Januar nur geringen Schaden davongetragen, wie das Online-Magazin "The Art Newspaper" berichtet. An Statuen, Wandgemälden, historische Bänken sowie den Original-Fensterläden des neoklassizistischen Gebäudes müssten jedoch Reste von Pfefferspray und Tränengas sowie Feuerlöschschaum entfernt und die Kunstwerke konserviert werden. Einer ersten Untersuchung zufolge sei der größte Schaden durch zerbrochene Fenster und Türen sowie durch Graffiti entstanden, wie eine Sprecherin des Kuratorenteams "Architect for the Capitol" mitteilte. So wurde beispielsweise eine Marmorbüste aus dem 19. Jahrhundert des früheren Präsidenten Zachary Taylor mit einer roten Farbe besprüht. Die Kuratoren waren besonders um ein großes historisches Gemälde von John Trumbull aus dem frühen 19. Jahrhundert in der Kapitol Rotunde und Dutzende Skulpturen in der National Statuary Hall des Kapitols besorgt gewesen, die von den Eindringlingen gestürmt worden waren. Diese seien aber unbeschädigt geblieben.

Berliner Theatertreffen hofft 2021 auf Liveprogramm

Das Berliner Theatertreffen soll nach dem Wunsch von Festivalleiterin Yvonne Büdenhölzer in diesem Jahr auf echten Bühnen stattfinden. "Wir sind guter Hoffnung, dass wir auch live ein Festival anbieten können", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Es seien aber auch digitale Formate geplant. Im vergangenen Jahr war das Festival wegen der Pandemie erstmals ins Internet verlegt worden. Laut Büdenhölzer hätte es eine "gute Resonanz" gegeben, da mehr Menschen die Möglichkeit gehabt hätten, die Inszenierungen zu sehen. Der Auswahlprozess der Jury dauere dieses Jahr länger, weil die Theater wochenlang geschlossen waren. Die Auswahl der zehn "bemerkenswertesten Inszenierungen" aus dem deutschsprachigen Raum - sowohl auf der Bühne als auch online - soll am 9. Februar bekanntgegeben werden. Das Berliner Theatertreffen zählt zu den wichtigen Bühnenfestivals und ist vom 7. bis 23. Mai geplant.

Theater in Hessen bleiben bis Ostern geschlossen

Die drei hessischen Staatstheater in Darmstadt, Kassel und Wiesbaden, das Hessische Landestheater Marburg und das Stadttheater Gießen bleiben bis Ostern geschlossen. Das haben die Intendanzen der fünf Bühnen gemeinsam mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn vereinbart, wie das Ministerium mitteilte. Sofern es die Pandemielage zulässt, wollen die Bühnen ihren Spielbetrieb in der Osterwoche Anfang April dann wiederaufnehmen. „Gerade die Kultur lebt vom direkten Kontakt zwischen Menschen. Das ist ihre große Qualität, das macht sie aber auch so verwundbar“, so Dorn. Die leeren Konzertsäle und Theater seien ein eindrückliches Zeichen für die großen Opfer, die die Pandemie abverlange. Sie seien aber auch ein Beitrag dazu, die Gesundheit von Menschen zu schützen. Bisher galt, den Spielbetrieb vollständig bis mindestens Ende Januar, Proben und die Arbeit in den Werkstätten überwiegend bis zum 10. Januar ruhen zu lassen.

US-Filmkritiker ehren "Nomadland" als Film des Jahres

Das US-Drama "Nomadland" ist nach Ansicht der US-Filmkritiker der beste Film des Jahres 2020. Das von Chloé Zhao gedrehte Roadmovie erhielt zudem die Auszeichnungen für die beste Regie, die beste Kamera und für Hauptdarstellerin Frances McDormand. Sie spielt eine Frau, die nach dem wirtschaftlichen Kollaps einer Kleinstadt ihre Habseligkeiten ins Auto packt und durch den amerikanischen Westen zieht. Als bester Schauspieler wurde der Brite Delroy Lindo für seine Rolle in Spike Lees "Da 5 Bloods" geehrt. Als beste Nebendarsteller wählten die Kritiker die Bulgarin Maria Bakalova für ihre Rolle in der "Borat"-Fortsetzung von Sacha Baron Cohen und den Amerikaner Paul Raci für das Gehörlosendrama "Sound of Metal". Bester ausländischer Film wurde die Doku "Collective" des Rumänen Alexander Nanau. Der US-Verband "National Society of Film Critics" vergibt seine Preise seit 1966. Im vergangenen Jahr war der spätere Oscar-Preisträger "Parasite" gekürt worden.

Apple entfernt Social-Media-App "Parler" aus Appstore

Die Social-Media App "Parler" ist über Apple-Geräte nicht mehr erhältlich. Man habe bei "Parler" direkte Gewaltandrohungen und Aufrufe zu ungesetzlichen Handlungen gefunden, erklärte Apple. Ähnlich hatte bereits Google argumentiert und die App aus seinem Store entfernt. "Parler" gilt in den USA vor allem in rechtskonservativen Kreisen als Alternative zu Twitter. Nach den Ausschreitungen in Washington war das Twitter-Konto von US-Präsident Trump dauerhaft abgeschaltet worden.

Brexit hat Auswirkungen auf Kulturaustausch

Der Brexit habe auch Folgen für den Kulturaustausch, das beklagte die Leiterin des Goethe-Instituts in London, Katharina von Ruckteschell-Katte, im Deutschlandfunk Kultur. Zwar sei man erleichtert, dass es einen Deal gebe, doch man trete nun in eine chaotische Phase ein, in der es viel ums Ausprobieren gehen werde. Das Wichtigste sei, den Mut nicht zu verlieren und mit den Partnern in Großbritannien die Zukunft vorzubereiten, damit der politische Bruch sich nicht auch auf die kulturelle und menschliche Ebene ausbreite.

Kulturnachrichten hören

Januar 2021
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Pressefoto des JahresEine Umarmung mit Symbolcharakter
Das Foto des Jahres 2021 "The First Embrace" (Die erste Umarmung) zeigt zwei Frauen, die sich - getrennt von einer Plastikfolie - umarmen. (imago images / Politiken / Mads Nissen)

Das Pressefoto des Jahres ist oft mit den prägenden Themen der Gegenwart verbunden: Mit dem Siegerfoto 2021 beschreibe der Däne Mads Nissen die Pandemie und die damit verbundenen Erfahrungen in einem Bild, sagt die Kunsthistorikerin Karen Fromm.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

Amazon Prime-Serie "Them"Sinnloser Gewaltexzess
Filmstill aus der Horror Serie "Them". Lucky Emory (Deborah Ayorinde) mit Tochter. (Amazon)

In "Them" zieht eine schwarze Familie in ein weißes Viertel von L.A. und erlebt dort Rassismus. Gewalt wird brutal gezeigt. Kulturjournalistin Lilly Amankwah kritisiert, die exzessive Darstellung rassistischer Gewalt sei inhaltlich nicht begründbar.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur