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Dienstag, 22.06.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 19. März 2021

Keine Videoschalten bei den Oscars

Bei der Verleihung der diesjährigen Academy Awards soll es keine Videoschalten geben. Stattdessen sollen die Nominierten vor Ort sein, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Produzentinnen und Produzenten der Show berichtete. Die "virtuelle Sache", also Nominierte per Video zuzuschalten, würde die Bemühungen verringern, Millionen Filmfans auf der ganzen Welt einen angenehmen Abend zu bieten. Das habe das Produzententeam um Regisseur Steven Soderbergh den Nominierten mitgeteilt. Wer also nicht teilnehme, könne im Falle eines Sieges den Preis auch nicht virtuell annehmen. Alle Teilnehmer sollen auf das Coronavirus getestet werden, auch ein "Covid-19 safety team" werde bei der 93. Oscar-Gala am 25. April anwesend sein und für die Sicherheit sorgen.

Veranstalter erwartet nur vereinzelte Konzerte

Konzertveranstalter rechnen für diesen Sommer noch nicht mit einer Rückkehr zum normalen Betrieb. Klaus-Peter Schulenberg, Chef der Veranstaltungsagentur Eventim, sagte dem "Spiegel", Open-Air-Formate würden wohl maximal sehr vereinzelt stattfinden. Veranstaltungen in Hallen sehe er nicht vor dem vierten Quartal, wobei er sich da nicht auf Anfang Oktober festlegen würde, sagte Schulenberg laut Vorabmeldung vom Freitag. Die Branche sei in einer schwierigen Lage, rund die Hälfte der privaten Spielstätten seien nachhaltig gefährdet. Es brauche eine schnellere Impfkampagne, zuverlässige Tests und moderne Technik - wie in Großbritannien, wo es von Juni an wieder große Events geben solle, sagte Schulenberg.

Preis der Literaturhäuser geht an Ingo Schulze

Der Berliner Schriftsteller Ingo Schulze (58) erhält den diesjährigen Preis der 15 Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der in Dresden geborene Autor werde vor allem für seine literarische Bearbeitung der DDR, der Wende- und Nachwendezeit geehrt, die er auch immer "ins Verhältnis zur Gegenwart, zum ungebremsten und entsolidarisierten globalen Kapitalismus" gesetzt habe, teilte das Netzwerk der Literaturhäuser zur Begründung mit. Bei Veranstaltungen mit ihm auf der Bühne vermittelten sich die Lust an der Sprache und am Spiel und seine Liebe zu den Figuren und ihren Verstrickungen unmittelbar. Der Preis ist mit 20.000 Euro und einer Lesereise durch die Literaturhäuser verbunden. Ingo Schulze studierte klassische Philologie in Jena und arbeitete zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Zuletzt erschien 2020 sein Roman "Die rechtschaffenen Mörder".

Gebärdensprache wird Kulturerbe

Die deutsche Gebärdensprache, die Herstellung von Lauschaer Christbaumschmuck und der Streuobstanbau zählen jetzt zum sogenannten immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Die Kulturministerkonferenz und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erweiterten das bundesweite Verzeichnis um insgesamt 18 Beiträge. Damit gehören in Deutschland nun insgesamt 126 Traditionen oder Handwerke zum immateriellen Kulturerbe. Weiterhin aufgenommen wurden in die Liste unter anderem das Uhrmacherhandwerk, die traditionelle Karpfenteichwirtschaft in Bayern oder das Ringreiten, bei dem Ringe mit einer Lanze aufgespießt werden. Zum immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken.

Kulturminister wollen kein Bundeskulturministerium

Entgegen dem Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) haben die Kulturminister der Länder sich einstimmig gegen die Einrichtung eines Bundeskulturministeriums ausgesprochen. Der Föderalismus habe die Bundesrepublik geprägt und stark gemacht, sagte der Vorsitzende der Kulturministerkonferenz und Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke). Die Länder würden ihrer Verantwortung besonders im Kulturbereich gerecht. Angestrebt werde, dass alle Bundesländer und Kommunen im Rahmen ihrer Haushalte auch künftig in der Lage sind, die Aufgaben der Kulturförderung adäquat zu erfüllen. Hierfür könne die Verteilung des Steueraufkommens zwischen Bund und Ländern eine wichtige Rolle spielen, bekräftigten die Minister der Kulturministerkonferenz. Über eine Verankerung der Kultur als Staatsziel im Grundgesetz wolle man in den kommen Monaten "ergebnisoffen" sprechen.

Sanierte Neue Nationalgalerie öffnet im August

Nach fünf Jahren Sanierung soll die Neue Nationalgalerie am 21. August wieder eröffnet werden. Das kündigte der Leiter Joachim Jäger in Berlin an. Der riesige Flachbau aus Stahl und gigantischen Glasfronten gilt als Ikone und Wahrzeichen moderner Architektur. Der Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) schuf den Bau Ende der 60er Jahre als ein Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts.

Multimillionär ist Käufer der Digital-Collage "Everydays"

Der indische Multimillionär Vignesh Sundaresan hat sich als Käufer der digitalen Collage "Everydays: The First 5000 Days" zu erkennen gegeben, die in der vergangenen Woche in New York zu einem Rekordpreis versteigert worden war. Er sei es, der für das Werk des US-Künstlers Beeple 69,3 Millionen Dollar (58,03 Millionen Euro) gezahlt habe, teilte Sundaresan in einem Blog mit. Er habe damit "den Indern und farbigen Menschen zeigen wollen, dass farbige Menschen auch Mäzene sein können", schrieb Sudaresan. Er schilderte in dem Blog auch, wie er vom einfachen Student der Ingenieurwissenschaften durch Kryptowährungen zu seinem Reichtum gekommen sei. Das Ergebnis der Christie's-Auktion hatte in der Kunstwelt für großes Aufsehen gesorgt. Beeple, mit bürgerlichem Namen Mike Winkelmann, hatte im Mai 2007 begonnen, jeden Tag ein digitales Bild anzufertigen. In der Collage "Everydays: The First 5000 Days" sind die ersten 5000 dieser Werke zusammengefasst.

Orchester fühlen sich im Stich gelassen

Die Orchester in Deutschland sehen sich in der Corona-Krise allein gelassen. In keinem einzigen Bundesland würden die Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes für den Kulturbereich umgesetzt, kritisierte die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) in Berlin. In keiner der Infektionsschutzverordnungen der 16 Bundesländer werde die vom Infektionsschutzgesetz zwingend vorgeschriebene Abwägung des Grundrechts auf Kunstfreiheit vorgenommen. Stattdessen seien unverändert flächendeckende Schließungen von Theatern, Konzert- und Opernhäusern "völlig pauschal angeordnet." DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens bezeichnete das als Skandal: "Bei so viel kollektiver politischer Ignoranz wird der Frust vieler Kulturschaffender weiter steigen. Wir fordern die sofortige Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Grundrechtsabwägung, in allen Bundesländern und sofort."

ARD testet Online-Comedy mit Phil Laude

Die ARD testet eine Comedy im Netz und will daraus bei Zuspruch eine Serie entwickeln. Star der Serie ist Phil Laude, der mit dem Comedy-Trio Y-Titty via Youtube bekannt wurde. Seit Freitag sind zwei Testfolgen unter dem Titel "Almania" von jeweils rund 22 Minuten online. Laude spielt darin einen regelbesessenen Lehrer. Laude produziert seit 2016 als Komiker, Schauspieler und Sänger Sketche und Musikvideos für Social Media. Seit vier Jahren ist er mit seinen Kanälen dem ARD-ZDF-Content-Netzwerk funk angebunden.

Übersetzerpreis für Cornelia Holfelder-von der Tann

Cornelia Holfelder-von der Tann wird mit dem Übersetzerpreis Rebekka ausgezeichnet. Die Freiburgerin, Jahrgang 1950, ist seit Jahrzehnten hauptberuflich als literarischen Übersetzerin tätig und überträgt aus dem Englischen Romane, Krimis, Fantasy sowie Science-Fiction. Der von privaten Stifterinnen finanzierte Preis ist mit 6000 Euro dotiert und wird vom Freundeskreis zur Förderung von literarischen und wissenschaftlichen Übersetzungen e.V. verliehen. Der Preis wurde erstmals vergeben und ehrt Übersetzer:innen, die seit vielen Jahren "begeistert, beharrlich und exzellent Belletristik und Sachbücher übersetzen", so die Stifterinnen. Übersetzer:innen trügen durch ihre - oft schlecht bezahlte - Arbeit an der Sprache wesentlich zur Lebendigkeit unserer Kultur bei. Ort der Verleihung soll künftig die Leipziger Buchmesse sein.

Berliner Kulturstätten öffnen auf Probe

Nach monatelanger Theaterpause werden mehrere Berliner Kulturbetriebe probeweise öffnen. So will das Berliner Ensemble heute Abend wieder in den Spielbetrieb einsteigen. Das einst von Bertolt Brecht gegründete Haus wird eine Vorstellung von "Panikherz" von Benjamin von Stuckrad-Barre spielen. Das Publikum muss sich vorab auf Corona testen lassen. Auch andere Berliner Spielstätten wollen probeweise wieder öffnen. Geplant sind insgesamt neun Veranstaltungen. Dazu gehört auch ein Konzert der Berliner Philharmoniker vor rund 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Tickets dafür waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft.

Pariser Buchmesse erneut wegen Corona abgesagt

Die Pariser Buchmesse wird auch im laufenden Jahr wegen der Corona-Krise abgesagt. Der Salon du livre, das größte französische Branchenereignis, sollte ursprünglich Ende Mai stattfinden, wie der Branchenverband mitteilte.Die Veranstaltung war bereits im vergangenen Jahr wegen der Covid-19-Pandemie ausgefallen. Frankreich ist heftig betroffen. Wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen verhängt das Land bereits zum dritten Mal seit Beginn der Pandemie einen Lockdown über den Pariser Großraum und andere Landesteile. Dort müssen ab dem Wochenende für mindestens vier Wochen alle Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs schließen, wie Premierminister Castex am Abend in Paris ankündigte.

NRW-Ministerin will Ende der Fotoinstitut-Standortdebatte

Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hat davor gewarnt, mit einer andauernden Standortdiskussion den Bau des Bundesinstituts für Fotografie in Nordrhein-Westfalen zu behindern. Die Standortdebatte dürfe die Konzeptentwicklung und Umsetzung nicht überlagern, sagte sie im Kulturausschuss des Landtags. Um das Institut ringen Essen und Düsseldorf. Eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie favorisiert Essen als Standort. Eine Initiative um den Fotokünstler Andreas Gursky macht sich dagegen für ein nationales Fotoinstitut in Düsseldorf stark. Pfeiffer-Poensgen sagte, sie habe sich mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Gursky getroffen. Durch die "in Teilen unglückliche Gleichzeitigkeit verschiedener Aktivitäten" sei es zu Missverständnissen gekommen. Diese wolle man angesichts der Bedeutung eines zentralen Instituts, das auch die Bedeutung der Fotografie in Deutschland unterstreiche, ausräumen.

Bauhaus Museum in Dessau öffnet

Das Bauhaus Museum Dessau und das Bauhausgebäude sollen ab dem 30. März wieder für Besucher öffnen. Das teilte die Stiftung Bauhaus Dessau mit. Ein Besuch sei nur möglich, wenn vorab eine Eintrittskarte erworben wurde. Innerhalb der Gebäude müssen die Gäste den Mindestabstand von zwei Metern einhalten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem werden Kontaktdaten der Besucher zur Kontaktnachverfolgung erfasst. Das Bauhaus Museum Dessau beherbergt mit rund 50 000 katalogisierten Exponaten die nach eigenen Angaben weltweit zweitgrößte Sammlung zum Thema Bauhaus.

Finaltitel für den Jugendliteraturpreis ausgewählt

33 Titel gehen ins Finale für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2021. Die Auswahl der Nominierungen wurde von drei unabhängigen Jurys getroffen. Sie stellten ihre Kandidaten online vor. Die Kritikerjury prüfte 667 Titel und nominiert jeweils sechs Bücher in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch. Sechs Leseclubs hätten sich durch rund 200 Jugendbücher gearbeitet, teilte der Arbeitskreis für Jugendliteratur in München mit: In Büchern gebe es keine Reisebeschränkungen, selbst in Pandemiezeiten lasse sich mit ihnen lesend die Welt umrunden. Der Preis ist mit insgesamt 72 000 Euro dotiert, die Sieger werden am 22. Oktober 2021 auf der Frankfurter Buchmesse verkündet.

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