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Fazit / Archiv | Beitrag vom 27.12.2016

Keine "Teheran Sammlung" in BerlinSchuld ist das Spannungsfeld

Hermann Parzinger im Gespräch mit Andrea Gerk

Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (dpa / picture alliance / Soeren Stache)
Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (dpa / picture alliance / Soeren Stache)

Die geplante Ausstellung mit Werken einer spektakulären iranischen Kunstsammlung findet nicht statt. Wer trägt die Verantwortung für das Scheitern des Projekts? Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, übt sich in Diplomatie.

Die Show ist vorbei, die Ausstellung von Schlüsselwerken einer bedeutenden iranischen Kunstsammlung in Berlin abgesagt worden. Künstler wie Monet, Christo, Warhol und Pollock sollten zu sehen sein und iranischer Kunst gegenübergestellt werden - es wäre ohne Frage ein Besuchermagnet geworden.

Wer hat Schuld an dem Hin und Her? Letztlich erteilte der Iran nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz keine Ausfuhrgenehmigung für die Kunstwerke. "Es ist schwierig, die Ursachen zu benennen", gab sich Stiftungspräsident Hermann Parzinger im Deutschlandradio Kultur diplomatisch.

Erst mal einen Schnitt machen ...

Die Stiftung hat den Kooperationsvertrag mit dem Teheran Museum of Contemporary Art nun gekündigt. Trotz mehrmaliger Zusage in den letzten Wochen sei in Sachen Ausfuhrgenehmigung nichts passiert, sagte Parzinger:

"Wir wollten hier erst mal einen Schnitt machen, die Museen brauchen Planungssicherheit."

Alles, was im Iran passiere, bewege sich im Spannungsfeld zwischen konservativen und liberalen Kräften, betonte er. Die fortschrittlichen Kräfte wollten Kooperationen mit dem Ausland und sähen, dass es für die iranische Zivilgesellschaft wichtig sei, einen Dialog zu führen - "während andere genau das nicht wollen". Dieser Widerstreit habe das Projekt von Anfang an verfolgt.

... aber unbedingt im Dialog bleiben

Auch wenn das Ausstellungsvorhaben nun beendet sei, müsse man im Gespräch bleiben, forderte Parzinger:

"Wenn wir in unserer Welt etwas verändern wollen, dann geht das nur über Dialog."

Ursprünglich sollte die "Die Teheran Sammlung. Das Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst in Berlin" am 4. Dezember in der Gemäldegalerie eröffnet werden. (ahe)

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