Feature, vom 24.12.2014, 00:05 Uhr

Kein Moment der Stille macht dasselbe Geräusch

Von Nathalie Singer

Yann Paranthoën wurde 1935 auf der Ile Grande (Bretagne) als Sohn eines Steinmetzes geboren. "Damit hat alles angefangen" sagte er immer. Als Tontechniker arbeitete er über 40 Jahre in den Studios der "Maison de la Radio".

Blick vom Eiffelturm in Paris auf das Rundfunkhaus (Maison de la Radio) (picture alliance / ZB / Waltraud Grubitzsch)
Blick vom Eiffelturm in Paris auf das Rundfunkhaus (Maison de la Radio) (picture alliance / ZB / Waltraud Grubitzsch)

In seinem eigenen "Studio 208" verstand er sich als Klangmaler, als Tonmetz. Er verließ es nur, um auf Tonsuche zu gehen. Meist interviewte er Leute aus dem Volk, denn ihm gefiel ihre Sprechweise. Für sein Stück über van Goghs Bild "Die Kartoffelesser" besuchte er holländische Bauern, befragte sie nach den Namen der Kartoffeln.

Wörter behandelte er wie Farben auf einer Palette, die er zu akustischen Gemälden zusammenmischte. Es gibt keinen Kommentar, von seinen Arbeiten keine Skripte, keine Partituren. Er schuf spontan, nach dem Gehör, der Ton diktierte ihm die Idee. Yann Paranthoën starb 2005 im Alter von 69 Jahren.

Regie: die Autorin
Mit: Olivier Perrier, Francine Singer, Judith Lorentz, Clarisse Cossais
Ton: Thomas Monnerjahn
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2005

Länge: 54'

Nathalie Singer, geboren 1969, Musikwissenschaftlerin und Radioautorin. Seit 2007 Professur für Experimentelles Radio an der Bauhaus-Universität Weimar.

 

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