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Donnerstag, 16.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 27. Februar 2021

Kein Chorsterben durch Corona

Der Geschäftsführer der Evangelischen Pop-Akademie in Witten, Martin Bartelworth, sieht trotz des monatelangen Stillstands der Kultur durch die Corona-Einschränkungen "keine Anzeichen für ein größeres Chorsterben". Laut einer Online-Umfrage der Pop-Akademie unter mehr als 200 Leitern von Gospel- und Popchören in Deutschland erwarten nur zwei Prozent von ihnen, dass sich ihr Ensemble nach der Pandemie auflöst. Rund 45 Prozent rechneten allerdings mit einer geringeren Mitgliederzahl, sagte Bartelworth. Größere Konzerte in geschlossenen Räumen erwarte die Mehrheit der Chorleitenden nicht vor 2022.

Triumphwagen in Pompeji ausgegraben

In der versunkenen Stadt Pompeji in Süditalien haben Archäologen einen einzigartigen Triumphwagen aus der Antike ausgegraben. Das vierrädrige Gefährt aus Eisen sei quasi intakt, teilte der Archäologiepark mit. Den Fund hätten die Experten in der Villa Civita Giuliana im Norden der antiken Stadt gemacht. An der Seite ist er mit Dekorationen aus Zinn und Bronze verziert, die Männer und Frauen in erotischen Szenen zeigen. Den Forschern zufolge ist dieser Fund einzigartig in Italien. Der Wagen wurde nach ersten Erkenntnissen von der römischen Elite für feierliche Anlässe verwendet. Auf ihm hatten demnach ein bis zwei Menschen Platz.

Teppich von Bayeux wird restauriert

Der Wandteppich von Bayeux, der auf einer Länge von fast 70 Metern an die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer erinnert, soll ab 2024 restauriert werden. Das teilte das Museum in der nordwestfranzösischen Stadt mit. Die Restaurierung erfolgt, während das Haus wegen Umbaus geschlossen ist. Dabei sollen Risse stabilisiert, der Teppich entstaubt und Spannungen, die bei vorherigen Wiederherstellungsarbeiten entstanden waren, sollen ausgeglichen werden. 2026 soll der restaurierte Teppich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Entstanden ist der Wandteppich im späten 11. Jahrhundert. Er gehört seit 2007 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Kinderhilfswerk ist gegen "Sommerschulen"

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, hat Forderungen nach Sommerschulen zurückgewiesen. Grundsätzlich bräuchten Kinder und Jugendliche die schulfreie Zeit, um ungezwungen zu lachen, zu spielen, schöne Momente zu erleben und mal etwas anderes zu sehen als die eigenen vier Wände, sagte Krüger der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es wäre ein fatales Signal, die Kinder für die Unzulänglichkeiten des Bildungssystems in den Sommerferien büßen zu lassen. Wegen Lernrückständen durch die Pandemie hatte es mehrfach Forderungen nach Sommerschulen gegeben, zuletzt vom Deutschen Kinderschutzbund.

Facebook legt Sammelklage in USA mit Zahlung bei

Der Internetkonzern Facebook hat in den USA eine Sammelklage wegen Verletzung der Privatsphäre durch eine Zahlung von 650 Millionen Dollar, umgerechnet 539 Millionen Euro, abgewendet. Der 2015 in Illinois eingereichten Klage hatten sich fast 1,6 Millionen Facebook-Nutzer angeschlossen. Sie hatten Facebook beschuldigt, ohne ihre vorherige Zustimmung Gesichtserkennungssoftware für Fotos angewandt zu haben, die sie hochgeladen hatten. Jedes Mitglied der Sammelklage kann nun mit mindestens 345 Dollar rechnen. Facebook teilte mit, die Einigung sei im besten Interesse "unserer Gemeinschaft und unserer Aktionäre". Man sei froh, eine Vereinbarung getroffen zu haben, mit der der Fall abgeschlossen werden könne.

Prominente unterstützen Kampagne "Grundgesetz für alle"

Prominente wie TV-Moderatorin Anne Will, Komikerin Carolin Kebekus, Sänger Udo Lindenberg und Regisseur Rosa von Praunheim setzen sich für die Kampagne "Grundgesetz für alle" ein. Anlass ist, dass derzeit über die Streichung des Begriffs Rasse aus dem deutschen Grundgesetz diskutiert wird. Die Initiative plädiert dafür, auch das Merkmal der sexuellen Identität aufzunehmen. In dem Appell heißt es, das sei die Gelegenheit, das Diskriminierungsverbot zum Schutz von sexueller und geschlechtlicher Identität zu erweitern. Mit der Ergänzung weniger Worte könne man das Leben vieler Menschen positiv beeinflussen, sagte einer der Organisatoren. Ganz bewusst wolle die Kampagne keine sprachliche Vorgabe machen.

Linke prüft Änderung der Eigentümerstruktur beim ND

Die Linkspartei will als Mitgesellschafter eine Veränderung der Eigentümerstruktur der Tageszeitung "Neues Deutschland" (ND) prüfen. Das sagte der Bundesschatzmeister der Linken, Harald Wolf, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Wolf betonte, man stehe am Anfang eines Prozesses, es gebe noch kein Ergebnis. Eine Option sei, das ND in eine neue Gesellschaftsform zu überführen und eine Genossenschaft zu gründen. Als Grund für die Überlegungen nannte der Linken-Bundesschatzmeister die in den vergangenen Jahren rückläufigen Abonnentenzahlen und die Notwendigkeit, einer Neukonzeption und Neuaufstellung auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung. In diesem Zusammenhang müsse man auch diskutieren, ob eine Partei als Gesellschafter ein Hindernis sei, wenn die Zeitung bei aller redaktionellen Unabhängigkeit von vielen als Parteizeitung betrachtet werde.

Neue Leitung beim Deutschen Literaturfonds

Die Schriftstellerin und Journalistin Susanne Fischer ist neues geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Literaturfonds in Darmstadt. Sie folgt auf Wend Kässens, der aus Altersgründen das Amt niedergelegt hat, wie der Literaturfonds in Darmstadt mitteilte. Die 1960 in Hamburg geborene Fischer arbeitet als Autorin und ist seit 2018 geschäftsführender Vorstand der Arno-Schmidt-Stiftung in Bargfeld bei Celle. Neu in den Vorstand des Literaturfonds gewählt worden wurde demnach der Schriftsteller Ingo Schulze. Der Deutsche Literaturfonds ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der deutschsprachigen Literatur mit Sitz in Darmstadt. Er vergibt unter anderem einen Preis für ein herausragendes literarisches Gesamtwerk, mehrere Förderpreise, Stipendien und einen Preis für Übersetzungen, den Paul-Celan-Preis.

Leipziger Kurt-Wolff-Preis an Verleger Ulrich Keicher

Für seine Editionen erhält der baden-württembergische Verleger Ulrich Keicher den mit 35.000 Euro dotierten Kurt-Wolff-Preis. Die Auszeichnung werde ihm voraussichtlich Ende Mai in Leipzig verliehen, teilte die Kurt Wolff Stiftung in Leipzig mit. Keicher bereichere seit fast vier Jahrzehnten das literarische Leben mit einem weit gespannten Programm, hieß es. Den mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis 2021 der Kurt Wolff Stiftung erhält die Edition Converso. Sie bringe seit ihrer Gründung 2018 dem deutschsprachigen Publikum die Vielfalt der Kulturen des Mittelmeerraums in erzählender Prosa, Lyrik und gehaltvollen Sachbüchern näher, so die Begründung. Die Leipziger Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene wurde im Jahr 2000 von unabhängigen Verlegerinnen und Verlegern sowie dem damaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann (SPD) gegründet.

Bund fördert Computerspiel zur Extremismusprävention

Mit rund 1,6 Millionen Euro fördert die Bundesregierung die Entwicklung eines Computerspiels zur Präventionsarbeit. Das Modellvorhaben "Call of Prev" soll als interaktives Onlinespiel junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren vor einer potenziellen Radikalisierung durch extremistische Medieninhalte schützen, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitteilte. Der Radikalisierung junger Menschen, egal in welche Richtung, müsse schon möglichst früh entgegengewirkt werden, betonte Grütters. Die Initiative werde vom Verein cultures interactive getragen. "Call of Prev" soll bundesweit in die Präventionsarbeit eingebunden werden und dann in bis zu fünf Sprachen spielbar sein.

Tochter von Serge Gainsbourg will Museum eröffnen

Anlässlich des 30. Todestags der französischen Chanson-Ikone Serge Gainsbourg am kommenden Dienstag hat seine Tochter angekündigt, bald ein Museum zu eröffnen. Charlotte Gainsbourg sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie wolle das frühere Pariser Haus ihres Vaters für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Lange habe sie die früheren Privaträume ihrer Familie "wie einen Schatz" gehütet, sagte Charlotte Gainsbourg, die als Sängerin und Schauspielerin Karriere gemacht hat. Aber der Ort gehöre zum Pariser Kulturerbe. Serge Gainsbourg war am 2. März 1991 im Alter von 62 Jahren gestorben. Er gilt bis heute als einer der bedeutendsten französischen Chansonniers und Komponisten und war auch als Schauspieler und Schriftsteller tätig.

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Fazit

Umbenennung von BildernKunstwerke im Diskriminierungscheck
Die Figur eines reitenden osmanischen Paschas auf einer Automatenuhr aus dem 17. Jahrhundert als Ausstellungsstück in einem Museum. (imago / Sylvio Dittrich)

In vielen Titeln von Kunstwerken spiegelt sich historisch tradierter Rassismus. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben deswegen 143 Objekte aus ihrem Bestand umbenannt. Die alten Titel bleiben trotzdem, sagt Generaldirektorin Marion Ackermann.Mehr

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