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Kulturnachrichten

Donnerstag, 23. September 2021

Kaunas stellt Programm als Kulturhauptstadt 2022 vor

Litauens zweitgrößte Stadt Kaunas hat ihr Programm als Europäische Kulturhauptstadt 2022 vorgestellt. Das Programm unter dem Motto "From temporary to contemporary" werde mehr als 1.000 Veranstaltungen umfassen, sagte Kaunas-2022-Direktorin Virginija Vitkiene. Kernstück ist die "Mythos von Kaunas"-Trilogie, eine an drei Wochenenden stattfindende Veranstaltungsreihe. Geplant seien insgesamt mehr als 40 Festivals, 60 Ausstellungen und jeweils über 250 Veranstaltungen der darstellenden Künste und Konzerte. Zu den Höhepunkten zählen eine Einzelausstellung des Künstlers William Kentridge und eine Retropektive von Yoko Ono. Mit Kaunas ist zum zweiten Mal eine litauische Stadt Kulturhauptstadt Europas - diesmal zusammen mit Esch-sur-Alzette in Luxemburg und Novi Sad in Serbien. 2009 trug die Hauptstadt Vilnius den seit 1985 jeweils für ein Jahr vergebenen Titel.

Spider Murphy Gang-Drummer Franz Trojan ist tot

Der frühere Schlagzeuger und Mitgründer der bayerischen Kultband "Spider Murphy Gang", Franz Trojan, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, starb er bereits am 15. September im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort. Trojan war bis 1992 Drummer der Spider Murphy Gang. In den 1980er Jahren machten die Tophits über den "Skandal im Sperrbezirk" im sauberen München und über die hochnäsige Münchner "Schickeria" die Band deutschlandweit bekannt.

Neustart für Augsburger Brechtfestival mit Julian Warner

Das Augsburger Brechtfestival bekommt ab 2023 einen neuen künstlerischen Leiter. Der Kulturanthropologe und Dramaturg Julian Warner wird die Jubiläumsausgabe zu Bertolt Brechts 125. Geburtstag und die beiden darauffolgenden Festivalausgaben als Kurator gestalten, wie die Verantwortlichen bekanntgaben. Warners Konzept, das Performance, Kunst, Musik und Wissenschaft verbinden wolle, habe das überregionale Expertengremium überzeugt. Er habe sich in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren unter rund 20 Anwärterinnen und Anwärtern aus Deutschland und Übersee durchsetzen können. Laut Mitteilung soll Brechts Idee eines dialektischen Theaters weiterentwickelt werden.

"Notting Hill"-Regisseur Roger Michell ist gestorben

Der britische "Notting Hill"-Regisseur Roger Michell ist tot. Der Autor und Regisseur sei am Mittwoch im Alter von 65 Jahren gestorben, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf seine Familie. Michell wurde als Sohn eines britischen Diplomaten in Südafrika geboren und lebte während seiner Kindheit sowohl in Beirut und Damaskus als auch in Prag. Zu Beginn seiner Karriere war Michell vor allem als Regisseur am Theater tätig, später wechselte er in die Filmbranche. Sein bekanntester Film ist die amerikanisch-britische Kino-Romanze "Notting Hill" aus dem Jahr 1999 mit Julia Roberts und Hugh Grant in den Hauptrollen.

Bond-Darsteller Craig zum Ehren-Commander ernannt

Rechtzeitig zum Start des neuen James-Bond-Films zieht 007-Darsteller Daniel Craig (53) mit der Filmfigur gleich. Die Royal Navy hat den Schauspieler zum Commander ernannt, wenn auch nur ehrenhalber. "Daniel Craig ist seit 15 Jahren als Commander Bond bekannt", sagte Marinechef Tony Radakin. "Er ist ein Marineoffizier, der Großbritannien bei Missionen in aller Welt beschützt." Auch die Royal Navy erfülle diese Aufgabe jeden Tag, indem sie wie Bond Technologie und Geschick verwende, so Radakin. Craig zeigte sich geehrt. Er wolle sich für das Personal einsetzen, besonders für die Familien, sagte der Schauspieler. DIe Royal Navy und das Verteidigungsministerium haben das Filmteam bei den Dreharbeiten zum neuen Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" ("No Time to Die") unterstützt, der am 28. September in London seine Weltpremiere feiert.

Kenia verbietet Film über Homosexuelle

In Kenia darf ein Dokumentarfilm über ein homosexuelles Paar nicht gezeigt werden. Die zuständige staatlichen Filmaufsichtsbehörde teilte in Nairobi mit, der Film "I am Samuel" (Ich bin Samuel) werde in dem westafrikanischen Land verboten, weil die Produzenten damit gleichgeschlechtliche Beziehungen förderten. Homosexuelle Handlungen sind in Kenia illegal und können mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. Der 52-minütige Film des Regisseurs Peter Murimi war im vergangenen Jahr erschienen. Er dokumentiert die Beziehung zwischen den beiden Männern Sam und Alex sowie die Gewalt und Diskriminierung, denen sie ausgesetzt sind. Der Chef der zuständigen Behörde für die Einstufung von Filmen, Christopher Wambua, erklärte, die Dokumentation sei eine Beleidigung der Verfassung, in der eine Ehe als Verbindung zwischen verschiedenen Geschlechtern definiert sei. 2018 war bereits ein Film über eine lesbische Liebesbeziehung verboten worden.

Ministerium unterstützt Erforschung von "Long-Covid"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stärkt die Erforschung der Langzeitfolgen von Covid-19. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek stellte am Donnerstag zehn Forschungsvorhaben vor, für die das BMBF insgesamt 6,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Damit solle der wissenschaftliche Kenntnisstand über die Spätsymptome von Covid-19 erschlossen, gebündelt und weiterentwickelt werden, hieß es. Hintergrund ist, dass es bislang keine klare und allgemeingültige Definition gibt, die das sogenannte "Long-Covid" beschreibt. Schätzungen zufolge treten bei rund 10 Prozent der mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen langfristige Symptome auf, die mehrere Wochen oder Monate andauern können. Dazu zählen extreme Erschöpfung, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Atemnot sowie der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.

Bischöfe bei Synodalem Weg nicht alle einer Meinung

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat Differenzen unter den Bischöfen beim Synodalen Weg eingeräumt. Der Reformprozess sei bei der heute zu Ende gegangenen Herbstvollversammlung in Fulda "sehr strittig, aber gut" diskutiert worden, sagte Bätzing am Donnerstag bei der Abschluss-Pressekonferenz. Die unterschiedlich profilierten Bischöfe seien nicht in allem einer Meinung - dies sei aber offen ausgesprochen worden. Am Ende des Synodalen Wegs sollen konkrete Reformen stehen. Dabei geht es um die Rolle der Frauen in der Kirche, um die katholische Sexualmoral sowie um den Umgang mit Macht und die Ehelosigkeit der Priester.

Kino kehrt in Somalias Nationaltheater zurück

Erstmals seit 30 Jahren hat es im Nationaltheater Somalias am Mittwochabend wieder eine öffentliche Filmvorführung gegeben. Nachdem 1991 in dem Land ein Bürgerkrieg begonnen hatte, wurden die bis dahin existierenden 14 Kinos und auch das Nationaltheater in der Hauptstadt Mogadischu beschädigt oder zerstört. Es sei toll gewesen, so viel positives Feedback zu bekommen, sagte die Drehbuchautorin Kaif Jama nach der Vorführung ihrer beiden Kurzfilme der Nachrichtenagentur dpa. Viele Anwesende besuchten das erste Mal einen Kinoabend. Dies sei erst der Anfang, sagte die Filmschaffende Jama. Es gebe zwar noch Sicherheitsbedenken, aber man habe keine Angst mehr um das eigene Leben. Das somalische Nationaltheater befindet sich direkt neben dem schwer bewachten Präsidentenpalast. 2012 wurde das Theater durch ein Selbstmordattentat schwer beschädigt und erst vor kurzem wieder aufgebaut.

Barenboim stellt Projekt "musikalische Schule" vor

Der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim hat am Donnerstag in einer Berliner Grundschule sein neues Konzept einer "musikalischen Schule" vorgestellt. Dieses sieht eine umfassende musikalische Ausbildung für alle Schülerinnen und Schüler vor. Drei Mal die Woche bekommen sie 15 Minuten Einzelunterricht am Klavier. Der Unterricht ist so in den Schultag integriert, dass dieser dadurch nicht verlängert wird. Barenboim sagte, es sei "sehr wichtig für die emotionale Entwicklung von Kindern, sich mit Musik zu beschäftigen". Das Projekt ist für mindestens sechs Jahre geplant. Der Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden gab für die Schüler eine kleine musikalische Einlage: Er spielte "Des Abends" von Robert Schumann.

"heute journal": Sievers löst Kleber ab

Nachfolger von Claus Kleber beim ZDF-"heute journal" wird der Moderator Christian Sievers. Er werde im Januar 2022 anfangen, gab der Mainzer Sender am Donnerstag bekannt. Der 51-Jährige Sievers ist bisher Moderator der "heute"-Sendung um 19 Uhr. Der langjährige "heute journal"-Moderator Kleber (66) wird am 30. Dezember zum letzten Mal durch die Sendung führen. Er gratulierte seinem Nachfolger Sievers auf Twitter: " Ich freue mich. Besser hätte es nicht laufen können. Ein echter Vollblut-Journalist und Reporter und obendrein ein echt feiner Kerl @heutejournal keeps rocking."

Matthias Pees wird Intendant der Berliner Festspiele

Der Dramaturg, Kurator und Theaterleiter Matthias Pees wird neuer Intendant der Berliner Festspiele. Pees wurde am Donnerstag vom Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters berufen. Am 1. September 2022 soll er das Amt von Thomas Oberender übernehmen, der die Berliner Festspiele seit 2012 leitet und auf eigenen Wunsch ausscheidet. Grütters teilte mit, mit Matthias Pees sei ein renommierter Theater- und Festivalprofi gewonnen worden. Pees selber erklärte, er schätze sich glücklich, mit den Berliner Festspielen "ein (...) Flaggschiff der Gegenwartskünste übernehmen zu dürfen". Der Theatermann wurde 1970 in Georgsmarienhütte geboren und arbeitete für zahlreiche nationale und internationale Bühnen und Festivals.

Berliner Rieckhallen bleiben Teil der Nationalgalerie

Die Rieckhallen am Hamburger Bahnhof bleiben als Teil der Berliner Nationalgalerie erhalten. Ursprünglich sollten die Hallen abgerissen werden. Am Donnerstag teilten die "Freunde der Nationalgalerie" mit, nach rund einjährigen Verhandlungen zwischen dem Land Berlin und der Immobiliengesellschaft "CA Immo" sei eine Lösung für den Erhalt gefunden worden."Diese einzigartigen Räume sind der zentrale Museumsort Berlins für die zeitgenössische Kunst", sagte Gabriele Quandt, die Vorsitzende der "Freunde der Nationalgalerie". Nur an wenigen Orten in der Welt könne Gegenwartskunst im musealen Kontext so wirkungsvoll gezeigt werden. Um das Hauptgebäude Hamburger Bahnhof als Museum für Gegenwart zu erhalten, führt der Bund Gespräche mit "CA Immo". "Wir hoffen, dass wir auch hier bald von einem positiven Verhandlungsergebnis erfahren", so Quandt.

Apple verbannt "Fortnite" weiter aus App Store

Der Konzern Apple will das populäre Online-Spiel "Fortnite" erst dann wieder in seinen App Store lassen, wenn der Rechtsstreit mit der Entwicklerfirma Epic Games komplett abgeschlossen ist. Der iPhone-Hersteller lehnte eine Bitte um die Wiederaufnahme ab, wie aus einem von Epic veröffentlichten Brief hervorgeht. In dem seit über einem Jahr andauernden Streit zwischen beiden Unternehmen hatte es Mitte September das erste Urteil gegeben. Ein Gericht in Kalifornien entschied, dass Apple damit im Recht war, "Fortnite" aus dem App Store zu verbannen - Epic ging dagegen in Berufung. Die Spielefirma wollte das Recht durchsetzen, einen eigenen App Store auf dem iPhone zu betreiben. Nachdem Apple auf seinen Regeln beharrte, hatte Epic zu einem Trick gegriffen: Die Firma baute einen Softwarecode in die App ein, dank dem Nutzer "Fortnite"-Artikel direkt bei Epic kaufen konnten, ohne dass Provisionen an Apple fällig wurden. Daraufhin warf Apple "Fortnite" aus dem App Store.

RTL erhält Rechte an Produktionen von Constantin Film

Der private Fernsehsender RTL hat sich die exklusiven TV-Rechte an den Kinoproduktionen von Constantin Film gesichert. Der Deal umfasst alle deutsch- und englischsprachigen Filme mit Drehbeginn ab 1. Januar 2022, wie beide Partner am Donnerstag mitteilten. Constantin Film mit Sitz in München gehört zu den bedeutendsten TV- und Kinoproduzenten in Deutschland. Der Co-Chef von RTL Deutschland, Stephan Schäfer, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die neuen Filme würden im Fernsehen ebenso wie im Streaming gezeigt. Der Vorstandsvorsitzende von Constantin Film, Martin Moszkowicz, ergänzte, es gehe um "Filme, die zunächst ins Kino kommen und zu einem späteren Zeitpunkt im Fernsehen ausgewertet werden." Das finanzielle Volumen des Vertrags und ein genauer Zeitpunkt, bis wann dieser gilt, wurde nicht genannt.

US-Regisseur Melvin van Peebles ist tot

Der US-amerikanische Regisseur, Bühnenautor und Musiker Melvin van Peebles ist tot. Er sei am Dienstagabend in New York im Alter von 89 Jahren gestorben, teilte seine Familie mit. Van Peebles war als "Godfather des modernen schwarzen Kinos" bekannt. Seine Filme, Romane, Theaterstücke und Musik hätten die internationale Kulturlandschaft nachhaltig geprägt, schrieben die Vertriebe "Criterion Collection" und "Janus Films" in sozialen Medien. Der in Chicago geborene Melvin van Peebles ("Watermelon Man") läutete die Zeit der "Blaxploitation"-Filme ein, die in den 1970er Jahren in den USA ihre Blütezeit hatten. Sie wurden mit schwarzen Darstellern für ein vorwiegend afroamerikanisches Kinopublikum gedreht. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern "black" und "exploitation" (Ausbeutung) zusammen. Zu den bekanntesten Streifen des Regisseurs gehören "Watermelon Man" (1970) und "Sweet Sweetback's Baadasssss Song" (1971).

Verdienstkreuz für Josef Schuster und Kulturschaffende

Mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland werden anlässlich des Tages der Deutschen Einheit sechs Frauen und zehn Männer geehrt. Wie das Bundespräsidialamt am Donnerstag in Berlin mitteilte, ist unter den 16 Ordensträgern der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Außerdem bekommen das Bundesverdienstkreuz die Schriftstellerin Terézia Mora, der Filmregisseur Christian Petzold, die Leiterin der Bremer Shakespeare Company, Renate Heitmann, und der Schauspieler Burghart Klaußner. Ausgezeichnet werden auch Fotografen, Musiker sowie Kreative, die sich um das Kulturleben auf dem Land verdient machen - wie die Gründer des "Theaters am Rand" im Oderbruch, Tobias Morgenstern und Thomas Rühmann. Für ihren besonderen Einsatz in der Corona-Pandemie wird die Magdeburgerin Petra Schubert geehrt. Sie organisierte Hofkonzerte für Menschen in Pflegeheimen. Die Verdienstorden werden am 1. Oktober in Schloss Bellevue verliehen.

Schwedischer Kinderbuchautor Ulf Nilsson gestorben

Der schwedische Schriftsteller Ulf Nilsson ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 73 Jahren, wie sein Verlag Bonnier Carlsen mitteilte. Mehr als 40 Jahre lang veröffentlichte er vor allem Bücher für Kinder und Jugendliche. Nilsson hatte das Talent, heikle Themen mit Leichtigkeit und Humor für seine junge Leserschaft aufzubereiten. In "Die besten Beerdigungen der Welt" näherte er sich dem Thema Tod und ließ drei Kinder verstorbene Tiere begraben. Der Sieg des Guten über das Böse ist ein immer wiederkehrendes Motiv in seinen rund 140 Büchern. Zu den bekanntesten zählen "Adieu, Herr Muffin", "Meine kleine Schwester Kaninchen" und "Als Oma seltsam wurde". Zweimal erhielt Ulf Nilsson den August-Preis - den renommiertesten schwedischen Literaturpreis. Außerdem wurde ihm der Astrid Lindgren-Preis verliehen, mit dem Kinder- und Jugendbuch-Autoren geehrt werden.

Die Art Basel öffnet für das breite Publikum

Die Art Basel hat am Donnerstag ihre Türen für das breite Publikum geöffnet. Nach zwei VIP-Tagen kann nun die Öffentlichkeit bis einschließlich Sonntag wieder Stars der internationalen Szene entdecken, aber auch Arbeiten junger Talente und Klassiker der Moderne. Im vergangenen Jahr war das weltweit größte Branchenevent wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. In diesem Jahr wurde es von Juni auf September verschoben. Die Messe fällt etwas kleiner aus als gewohnt: 272 Galerien aus 33 Ländern sind vertreten, das sind 17 weniger als beim letzten Mal 2019.

Offener Brief zur EU-Flüchtlingspolitik

Mehr als 80 Prominente aus Kunst, Wissenschaft und Politik kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Geflüchtete würden mit allen Mitteln an der Ankunft in Europa gehindert, heißt es in dem Schreiben, das der "Kölner Stadt-Anzeiger" veröffentlicht hat. Als konkrete Vorwürfe nennen die Autorinnen und Autoren unterlassene Hilfeleistung und das bewusste Ertrinkenlassen, illegale Push-Backs, Folter und Gewalt. Was an den EU-Außengrenzen geschehe, sei ein vorsätzlich entworfener und umgesetzter politischer Angriff auf die Menschlichkeit. Initiiert wurde der Offene Brief vom Schweizer Regisseur Milo Rau zusammen mit Organisationen wie Sea-Watch und dem Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen die Schriftsteller Elfriede Jelinek und Robert Menasse, die Kapitänin Carola Rackete, der Pianist Igor Levit und die Philosophin Rahel Jaeggi.

Polen: Sendelizenz von TVN24 verlängert

Der polnische Rundfunk- und Fernsehrat hat die Sendelizenz von TVN24 kurz vor ihrem Ablauf verlängert. Der Nachrichtensender gilt als regierungskritisch und stand im Mittelpunkt des Streits um ein neues Mediengesetzes. Es war vor knapp zwei Wochen im polnischen Senat gescheitert, in dem die Opposition die Mehrheit hat. Das Gesetz würde es Unternehmen außerhalb Europas verbieten, mehr als 49 Prozent an polnischen Medienunternehmen zu besitzen. Kritiker werten das Gesetz als Versuch der nationalkonservativen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), den wichtigsten unabhängigen Fernsehsender zum Schweigen bringen. TVN24 ist der Nachrichtenkanal des polnischen Privatsenders TVN, der zum US-Medienkonzern Discovery gehört. Das Gesetz ist mit dem Votum im Senat aber noch nicht vom Tisch: Der Gesetzentwurf kann immer noch angenommen werden, wenn die erste Kammer des Parlaments ihm erneut zustimmt, wie sie es bereits Mitte August getan hatte.

Spears stellt Antrag auf Aufhebung der Vormundschaft

Britney Spears hat in einer Eingabe vor Gericht gefordert, dass die gerichtliche Vormundschaft über sie bis zum Herbst beendet werden sollte. Zunächst solle die Vormundschaft ihres Vaters beim nächsten Gerichtstermin am 29. September "ausgesetzt" werden, heißt es in dem von ihrem Anwalt am Obersten Gericht in Los Angeles eingereichten Dokument. Stattdessen solle ein vorübergehender Vormund eingesetzt werden, bevor die gesamte gerichtliche Vormundschaft komplett beendet werde. Aus den Dokumenten geht auch hervor, dass Spears nach ihrer Verlobung die Ausarbeitung eines Ehevertrags vorbereitet. Dies würde die Einbindung ihres finanziellen Vormunds voraussetzen - eine Rolle, die ihr Vater unmöglich übernehmen dürfe, heißt es.

Sting startet Reeperbahn-Festival

Im Hamburg ist am Mittwochabend das Reeperbahnfestival mit einem Auftritt des britschen Sängers Sting eröffnet worden. "Das war mein erster Auftritt seit zwei Jahren. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich das Reeperbahn-Festival eröffnen darf", sagte der 69-Jährige während der Gala im Stage-Operettenhaus. Auf der Bühne standen außerdem etwa das Avantgarde-Pop-Duo Ätna und die britische Songwriterin Griff. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hob das Reeperbahn-Festival als wichtige Veranstaltung für die Branche hervor. "Es ist für Musik, was die Berlinale für den Film und die Frankfurter Buchmesse für die Literatur ist", sagte er zum Start des 16. Reeperbahn-Festivals. Es geht bis zum 25. September. Insgesamt stehen rund 300 Konzerte an 35 Spielorten auf dem Plan. Genesene, getestete und geimpfte Menschen können das Festival und eine Konferenz besuchen. Viele Konzerte werden auch von Arte und dem NDR live oder zeitversetzt ins Internet gestreamt.

Sänger R. Kelly will nicht aussagen

Der R&B-Sänger R. Kelly will die Aussage in seinem Prozess wegen sexuellen Missbrauchs verweigern und sich damit einem womöglich harten Kreuzverhör entziehen. Das bestätigte der 54jährige auf eine entsprechende Frage der Richterin. Schon Kellys Anwälte hatten zuvor erklärt, dass ihr Mandant voraussichtlich nicht für sich sprechen werde. In dem Prozess hatte die Staatsanwaltschaft am Montag nach rund fünf Wochen mit 45 Zeugenaussagen ihr Plädoyer gegen Kelly abgeschlossen. Im Anschluss nahmen die vier Verteidiger des Musikers ihr Plädoyer auf. Sie präsentierten mehrere Zeugen, die aussagten, dass sie nie gesehen hätten, dass Kelly Frauen misshandelt habe. Bei einer Verurteilung droht Kelly, der seit seiner Festnahme im Sommer 2019 im Gefängnis sitzt, eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang.

Wiener Theater kämpfen mit Besucherschwund

Das Wiener Publikum scheut zu Saisonbeginn den Gang ins Theater. Große Bühnen wie das Burgtheater und das Theater in der Josefstadt verzeichnen weit geringere Auslastungen als vor der Pandemie, obwohl keine Beschränkungen der Zuschauerzahlen mehr in Kraft sind. Die Häuser mutmaßen, dass Besucher unter anderem von der FFP2-Maskenpflicht und von der 3G-Regel abgeschreckt werden. Das Burgtheater hat derzeit eine Auslastung von rund 65 Prozent, statt über 80 Prozent wie vor der Pandemie, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Das Theater in der Josefstadt war bislang im September nur zu 60 Prozent gefüllt - ein Viertel weniger als in normalen Jahren.

Amazon schließt Deal mit Eddie Murphy

Schauspieler Eddie Murphy ("Beverly Hills Cop") hat einen Vertrag mit dem amerikanischen Streamingriesen Amazon abgeschlossen. Demnach wird Murphy die Hauptrolle in drei Filmen für Amazon Studios übernehmen und eigene Filmprojekte für Prime Video und Amazon Studios entwickeln - mit einer Option auf die Hauptrolle. Das teilte Amazon mit. Der Deal vertiefe die Beziehung nach dem großen Erfolg von "Der Prinz aus Zamunda 2" bei Amazon Prime Video, hieß es. Murphy (60) gehört zu Hollywoods bekanntesten Schauspielern.

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