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Interview / Archiv | Beitrag vom 22.07.2016

Katholische Kirche Erstmals wird die Heilige Maria Magdalena als 13. Apostel gefeiert

Marie-Theres Wacker im Gespräch mit Frank Meyer und Katja Schlesinger

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Das restaurierte Fresko "Das Letzte Abendmahl" von Leonardo da Vinci in der Mailänder Kirche Santa Maria delle Grazie. Vom 28. Mai 1999 - nach 20 Jahren Restauration - war das Meisterwerk für die Öffentlichkeit wieder zugänglich. "Die Welt hat Leonardo wieder", jubeln Kommentatoren in Italien. Kritiker sprachen vom "meistgepeinigten Werk in der Geschichte der Malerei", fürchteten, das Original sei für immer verloren. Mehr als 20 Jahre dauerte die Mammut-Restaurierung, Millimeter für Millimeter arbeiteten sich die Experten vor. (picture alliance / dpa / ANSA)
Eigentlich müsste der Maler Leonardo da Vinci sein berühmtes Bild "Das letzte Abendmahl" nun um Maria Magdalena erweitern. Seit Papst Franziskus sie in den Rang einer Apostelin erhoben hat, gibt es in der Katholischen Kirche 13 Apostel. (picture alliance / dpa / ANSA)

Die Aufwertung von Maria Magdalena als 13. Apostel ist für die feministische Theologin Marie-Theres Wacker vor allem Symbolpolitik der Katholischen Kirche. Sie wartet darauf, dass Frauen mehr Mitsprache bekommen.

Der Namenstag der Heiligen Maria Magdalena wird in der Katholischen Kirche an diesem Freitag zum ersten Mal als Festtag einer Apostelin gefeiert. Papst Franziskus hat die Weggefährtin Jesu Christi schon vor einiger Zeit in diesen Rang erhoben. Seither gibt es also 13 Apostel statt bisher zwölf. Die Vereinigung der österreichischen Frauenorden begrüßte diese Veränderung ausdrücklich in einer Erklärung.  

Die böse Fee

Die 13. Apostelin klinge für sie ein wenig wie die böse Fee, sagte die feministische Theologin Marie-Theres Wacker im Deutschlandradio Kultur. Eigentlich gelte Maria Magdalena schon seit der alten Kirche als Apostelin. Insofern sei eigentlich nichts neues passiert. "Das zweite ist, dass mit der Apostelfrage in der Katholischen Kirche die ganze Ämterfrage verbunden ist", sagte Wacker, die an der Universität Münster die Arbeitsstelle feministische Theologie und Genderforschung vertritt.

Leeres Zeichen an die Frauen

"Es ist passiert, dass der Festtag der Maria Magdalena von einem gebotenen Gedenktag zu einem Fest promoviert wurde, erhöht wurde und damit liturgisch aufgewertet wurde", sagte sie. "Aber ansonsten sehe ich noch nicht so ganz viel dessen, was passiert ist." Die Kirche könne im Bereich ihrer Symbolpolitik immer sehr viel machen, sagte Wacker. "Insofern ist dieses Zeichen an die Frauen natürlich sehr schön." Aber so lange diesem liturgischen Zeichen jetzt nicht praktische Schritte folgten, die möglich machten, dass Frauen mehr Mitspracherechte bekämen, handele es sich zunächst um ein leeres Zeichen. "Ich warte eigentlich auf das, was darauf folgen könnte."   

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