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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. Mai 2014

Katholikentag in Regensburg eröffnet

"Wir Christen müssen wissen, dass wir in den Staat und die Gesellschaft hinein nur mehr wirken können, wenn wir möglichst mit einer Stimme sprechen."

Das Sagte Bundespräsident Joachim Gauck zum Auftakt des Katholikentages in Regensburg. Christen könnten es sich nicht mehr leisten, auf die heutigen Herausforderungen mit einer katholischen, einer evangelischen und einer orthodoxen Antwort zu reagieren, ergänzte er.

Bei dem größten katholischen Laientreffen wollen Zehntausende Gläubige bis Sonntag über die Zukunft ihrer Kirche diskutieren. Papst Franziskus rief die Besucher von Rom aus auf, sich als Brückenbauer des Friedens zu engagieren.

Philosoph Wingert kritisiert "alternativlose" Europapolitik

"Es gibt keine Diskussionen darüber, ob die Menschen in Europa dieses Europa wollen."

Das sagte der Philosoph Lutz Wingert im Deutschlandfunk. Trotz der geringen Wahlbeteiligung bei der Europawahl und dem starken Ergebnis einiger Anti-EU-Parteien werde keine sachliche Alternative zur bisherigen Politik erwogen. Als Beispiel nannte er das starre Festhalten an der Einheitswährung. Es gelte der Satz "Scheitert der Euro, scheitert Europa" ohne zu diskutieren, ob Europa nicht schon gescheitert sei. - Wirtschaftlich gesehen gehe es vielen Menschen schlecht, sagte Wingert. Untereinander gebe es so viel Zwietracht wie lange nicht mehr.

Um die Situation zu verbessern fordert Lutz mehr direkte Beteiligung der Bürger.

Berlin Biennale startet am "grünen Stadtrand"

Wer sich für zeitgenössische Kunst begeistert, kommt derzeit an Berlin nur schwer vorbei.

Dort beginnt heute die 8. Biennale, die moderne Kunst aus aller Welt zeigt. Für viele Exponate muss man die Stadtmitte verlassen. Der kanadisch-kolumbianische Kurator Juan Gaitán stellt die meisten der von ihm ausgewählten Arbeiten am Stadtrand aus - in den Museen Dahlem und im Haus am Waldsee. Überall in der Welt tendierten Museen dazu, sich mehr an den Touristen zu orientieren anstelle der Produktion von Kultur, sagte Gaitán im Deutschlandradio Kultur. Deshalb werde Kunst immer mehr ins Stadtzentrum geholt. Er habe das Gegenteil machen wollen.

Di Lorenzo entschuldigt sich für zweifache Stimmabgabe

"Es sagt viel über Medien aus, wenn diese Geschichte öfter im Internet aufgerufen wird als Berichte über manches hochspannende Ergebnis der Europawahl."

Das sagte Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit" mit Blick auf seine doppelte Stimmabgabe bei der Europawahl. Bei einem Vortrag in der Hildesheimer St. Michaeliskirche entschuldigte er sich erneut dafür. - Seine Berufskollegen rief er zu mehr Verhältnismäßigkeit in der Berichterstattung auf. Journalisten neigten dazu, jedes Maß zu verlieren, sagte er. Das sei kein Plädoyer für Samthandschuhe. Kritisches Denken dürfe nicht zur Marotte verkommen. Eine Aufgabe für die Medien könnte es in Zukunft sein, empathischer und verständnisvoller auf Menschen zu blicken, sagte di Lorenzo.

Markus Eiche: Berufseinstieg für Sänger ist schwieriger geworden

"Wenn man eine Sache um der Sache willen und mit Leidenschaft tut, stellt sich der Erfolg früher oder später von selbst ein."

Davon zeigt sich der Sänger Markus Eiche in der Zeitschrift "opernwelt" überzeugt. Allerdings beobachte er, dass der Einstieg in den Sängerberuf im Vergleich zu seinen Anfängen schwieriger geworden sei. Schuld an den erschwerten Startbedinungen sind nach Ansicht Eiches auch die Sparmaßnahmen in der Kultur. Statt Erstengagement würden heute eher Praktika oder Stipendien vergeben. So seien Anfänger dazu verdonnert, ihre ersten Bühnenerfahrungen aus eigener Tasche zu bezahlen.

Choreograf Forsythe will als Professor stark interdisziplinär arbeiten

William Forsythe will einen Fortschritt im amerikanischen Tanz einläuten.

Seine künftigen Studenten in Kalifornien sollten stark interdisziplinär arbeiten, sagte der Choreograf dem Fachmagazin "tanz". Forsythe stellt sich gemeinsame Projekte mit Studierenden vor, die in Soziologie, Journalismus oder Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben seien. Auch wolle er dazu anregen, das Selbstverständnis des Tanzes grundlegend zu überdenken. Forsythe sagte wörtlich: "Stellt alles infrage, was ihr über Tanz zu wissen glaubt. Nur so kommt ihr weiter." Der Choreograf wird ab 2015 als Professor an der University of Southern California in Los Angeles lehren.

Amoklauf aus Frauenhass löst Debatte aus

Er wollte Rache an Frauen nehmen, die ihn abgewiesen haben.

Das schrieb ein 22-jähriger Student, bevor er vergangenen Freitag sechs Menschen und später sich selbst tötete. Das Bekenntnis hat auf Twitter zu einer Debatte über Gewalt gegen Frauen geführt. Unter dem Hashtag #YesAllWomen berichten Nutzerinnen von Angriffen gegen sie und von den Reaktionen des Umfelds.

Das "Manifest" des Mannes vermittele den Eindruck, als hätten Frauen diesem etwas geschuldet. Weil er es nicht bekommen habe, sei er wütend auf die Frauen geworden, sagte die Feministin und Historikerin Rebecca Solnit in einem Interview des US-Politikmagazins "Democracy Now". Die Twitter-Diskussion sei eine Antwort auf diese Darstellung.

Apple kauft Elektronikkonzern Beats

Es soll der größte Zukauf in der Firmengeschichte von Apple werden.

Der Konzern will nach eigenen Angaben den Elektronik-Konzern Beats für 2,2 Milliarden Euro übernehmen. Beats gehört dem Rapper Dr. Dre und dem Musikmanager Jimmy Iovine und ist vor allem für seine farbigen Kopfhörer bekannt. Angeschlossen ist aber auch ein Musikstreaming-Dienst, bei dem man im monatlichen Abo Millionen Songs hören kann. Apple-Chef Tim Cook sagte, dass man bei Apple einen besonderen Platz im Herzen für Musik habe und deshalb die außergewöhnlichen Teams zusammenbringen wolle. So könnten die weltweit innovativsten musikalischen Produkte und Dienste geschaffen werden.

Prozess zu verschwundenen Rehberger-Kunstwerk: Gericht will Zeugen anhören

In einem Frankfurter Szene-Club hat früher eine begehbare Skulptur gestanden - bis das Werk von Städel-Professor Tobias Rehberger abhanden kam.

Der Fall beschäftigt zur Zeit das Landgericht in Frankfurt. Denn das Tanzlokal hatte nach dem Verschwinden der Skulptur die Deka-Bank verklagt und drei Millionen Euro Schadenersatz gefordert. Das Kreditinstitut hatte die Räumung des Szene-Klubs angeordnet, weil das Lokal 2012 Mietschulden hatte. Das Gericht muss nun klären, ob die Lokal-Betreiber noch die Möglichkeit hatten, das Kunstwerk abzubauen - oder ob ihnen der Zutritt vor der Räumung verwehrt wurde. Dafür will das Gericht Anfang August drei Zeugen anhören.

Zeitungen würdigen Maya Angelou

"Ich möchte wirklich, dass die Menschen einmal von mir sagen, dass ich es gewagt habe zu lieben."

So zitiert das amerikanische "Time Magazine" Maya Angelou. Besser als jeder Nachruf es könnte, habe die Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin damit ihr Leben beschrieben, kommentiert das Blatt. Obwohl Teile ihres Leben voller Leid gewesen seien, sei es in ihren Autobiografien gelungen, eine "Hymne der menschlichen Durchhaltefähigkeit" zu schaffen. Die "Neue Zürcher Zeitung" ist überzeugt, dass von der "kämpferischen Optimistin" die ihr eigene tiefe Humanität fortleben wird.

Angelou ist gestern im Alter von 86 Jahren gestorben.

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