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Kulturnachrichten

Samstag, 3. Juni 2017

Karneval der Kulturen in Berlin

Festival präsentiert Musik aus aller Welt

Von Balkan-Beats bis Samba-Rhythmen: In Berlin-Kreuzberg ist der Karneval der Kulturen fortgesetzt worden. Bei dem Straßenfest sind Musikerinnen und Musiker aus Afrika, Amerika, Asien und Europa auf der Bühne. Am Sonntag zieht der traditionelle Straßenumzug, bestehend aus 63 Gruppen mit Tänzern und Akrobaten aus unterschiedlichen Ländern, durch die Hauptstadt. Das Spektakel lockt jedes Jahr mehr als eine Million Besucher an. Die Sicherheitsmaßnahmen sind nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt im Dezember schärfer als zuvor. So sind zusätzliche Straßensperren errichtet worden.

Bredekamp: "Protest wird es so oder so geben"

Debatte über Kuppelkreuz auf Berliner Stadtschloss geht weiter

Der Intendant des Berliner Humboldt-Forums, der Kunsthistoriker Horst Bredekamp, verteidigte in der "Welt am Sonntag" das geplante Kreuz: "Das Kreuz ist natürlich ein christliches Zeichen. Aber es symbolisiert ein Verständnis von Christentum, ein Bündnis zwischen Thron und Altar, das vergangen ist." Es repräsentiere somit etwas, das es nicht mehr gebe: "Es ist der aufgerichtete Zweifel an sich selbst." Bredekamp betonte weiter, die Auseinandersetzung um das Kreuz sei im Grunde nicht lösbar. Er habe viele Mails bekommen, in denen "die überwiegende Mehrheit (...) sinngemäß besagte: Wenn ihr das Kreuz nicht baut, seid ihr ein leise knackendes Rädchen der Kulturmaschine namens 'Unterwerfung', wie Michel Houllebecq das in seinem Roman beschrieben hat." Egal, ob das Kreuz nun gebaut werde oder nicht, Protest werde es so oder so geben, so Bredekamp: "Jede Lösung wird Gegenreaktionen hervorrufen, unausweichlich." In der Debatte um die geplante Kuppelrekonstruktion fordern der Senat sowie Politiker von Linkspartei und Grünen, dass entgegen der ursprünglichen Pläne kein Kreuz auf der Kuppel errichtet werden soll. Andernfalls sei die weltanschauliche Neutralität des Humboldt-Forums, das in das Stadtschloss einziehen soll, in Gefahr. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, betonte, durch das Kreuz empfinde er als Muslim "kein Gefühl des Störens".

Dresdner Sinfoniker am Grenzzaun Mexiko-USA

Intendant Rindt: "Zeichen setzen gegen die Mauern in den Köpfen"

Mit einem Konzert am Grenzzaun im mexikanischen Tijuana protestieren die Dresdner Sinfoniker am Pfingstsamstag gegen die Mauerbaupläne von US-Präsident Donald Trump. Wie Orchester-Intendant Markus Rindt im Deutschlandfunk Kultur berichtete, werden etwa 100 Musiker auf einer Freilichtbühne vor dem "schrecklichen Bauwerk" auftreten. Es habe eine unglaubliche emotionale Kraft "wenn wir dann davorstehen mit dem Chor und dem Orchester, auch mit der Band oben auf dem Dach, und dann dahinten die Mauer. Viele Perkussionisten werden dann die Mauer auch zum Klingen bringen", sagte Rindt. Der künstlerische Protest beschränke sich auch nicht auf Trumps Mauerbaupläne, sondern richte sich generell gegen die "Mauern dieser Welt", betonte er. "Man weiß ja um diese Probleme im Mittelmeer, die Menschen ertrinken tagtäglich. Die Menschen kommen auch nicht mehr aus Syrien in die Türkei. Erdogan hat angekündigt, ebenso eine Mauer zu bauen, auch zum Irak hin", klagte der Intendant. Die Liste sei "unglaublich lang von solchen Stellen", und dagegen richtete sich der künstlerische Protest der Dresdner Sinfoniker: "Wir wollen einfach mal ein Zeichen setzen gegen die Mauern in den Köpfen, gegen die zunehmende Einmauerung der Welt und einfach auch mit Musik dagegen anspielen."

Chefdirigent Sir Jeffrey Tate ist tot

Spezialist für Wagner und Mozart im Alter von 74 Jahren gestorben

Der Chefdirigent der Symphoniker Hamburg, Sir Jeffrey Tate, ist gestorben. Er erlag am Freitag in der italienischen Stadt Bergamo einem Herzinfarkt, wie ein Sprecher des Orchesters mitteilte. Tate wurde 74 Jahre alt. Der gebürtige Brite galt als einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Generation. Kritiker lobten ihn als Präzisionsliebhaber und Genießer des Details. Als Anerkennung für seine internationalen Verdienste um die britische Musik war Tate im April von Prinz William zum Ritter geschlagen worden.

NGOs fordern besseren Schutz des Welterbes

Immer mehr Stätten des Weltkultur- und Weltnaturerbes bedroht

Einen besseren Schutz von Stätten des Weltkultur- und des Weltnaturerbes fordern Nichtregierungsorganisationen, die sich im Verein "World Heritage Watch" zusammengeschlossen haben. Aus Anlass des internationalen Welterbetages, der heute begangen wird, präsentierte der 2014 gegründete Verein erstmals einen Bericht mit mehr als 30 besonders bedrohten Welterbestätten. Immer mehr der über 1.000 in den Welterbelisten der UNESCO eingetragenen Stätten seien durch Klimawandel, bewaffnete Konflikte, Raubbau, Bausünden oder Massentourismus bedroht, sagte der Vereinsvorsitzende Stephan Dömpke am Freitag in Berlin. Er warf Regierungen und Behörden vor, zahlreiche Welterbestätten aus politischen oder wirtschaftlichen Interessen nicht ausreichend zu schützen. "Die Loreley, ein Herzstück Deutschlands, der Ort einer der anrührendsten, bis heute lebendigen Legenden, wird dem Profit geopfert - das wollen wir nicht hinnehmen", erklärte er. Die Unesco habe bei insgesamt mehr als 1.000 Welterbestätten nicht ausreichend Kapazitäten, um sie wirksam zu schützen. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen sei auf die aktive Beteiligung der Menschen vor Ort angewiesen. Der Bericht soll den Delegierten des UN-Welterbekomitees vorgelegt werden, die sich in einem Monat im polnischen Krakau zu ihrer nächsten Sitzung treffen.

Nietzsche-Preis für Wolfram Groddeck

Literaturwissenschaftler für sein Lebenswerk geehrt

Groddeck (68) habe sich auf seinen Forschungsfeldern in ganz herausragender Weise um die interpretatorische und editorische Erschließung der Werke Nietzsches verdient gemacht, teilte die Nietzsche-Gesellschaft in Naumburg mit. Die Auszeichnung soll ihm am 25. August im schweizerischen Basel überreicht werden. Die Ehrung mit 15.000 Euro ist einer der höchstdotierten Preise für essayistische und philosophische Werke. Groddeck studierte an den Universitäten Basel und Berlin Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft. Nach der Habilitation 1986 war er von 1993 bis 2006 Extraordinarius für Editionswissenschaft, Textkritik und Rhetorik an der Universität Basel, anschließend von 2006 bis 2014 Ordinarius für neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich. Seit 2008 ist er Mitherausgeber der Kritischen Robert-Walser-Ausgabe.

"Rock am Ring" fortgesetzt

Trotz Festnahmen der Terrorverdacht nicht erhärtet

Das Musikfestival "Rock am Ring" kann nach der Unterbrechung wegen einer Terrorwarnung weitergehen. "Nach intensiven Durchsuchungen des gesamten Festivalgeländes haben sich die Verdachtsmomente für eine akute Gefährdungslage nicht erhärtet", erklärten die Veranstalter auf ihrer Internetseite. Auf einer Pressekonferenz teilte heute die Polizei mit, es gab den Verdacht, dass mit islamistischem Terror in Verbindung stehende Personen Zugang zum Gelände und dessen "sicherheitsrelevanten Bereichen" hatten. Im Laufe der Ermittlungen wurden drei Menschen vorläufig festgenommen. Sie werden laut Polizei der hessischen Salafistenszene zugerechnet. Inzwischen seien sie wieder entlassen worden, weil sich die Verdachtslage relativiert habe. Die Ermittlungen dauerten aber an. "Rock am Ring" ist gestern Agabend unterbrochen worden. Die Polizei evakuierte das Gelände wegen einer möglichen terroristischen Gefährdung. Die Polizei, die mit rund 1200 Beamten vor Ort ist, durchsuchte es anschließend.

Meister in Rot, Gelb und Blau

Große Mondrian-Ausstellung in Den Haag eröffnet

Die Niederlande feiern einen ihrer berühmtesten Maler, Piet Mondrian.
Das Gemeentemuseum in Den Haag zeigt ab Samstag 300 Werke und ein verblüffend neues Bild des Meisters der Moderne. Denn Mondrian malte zu Beginn seiner Karriere traditionelle Landschaften. Erst später kamen seine abstrakten Gemälde mit weißen Vierecken in schwarzen Rastern, sowie die Vierecke in den Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Durch die Ausstellung bekomme man einen Eindruck in die Entwicklung des Malers, sagte der Direktor des Gemeentemuseums Benno Tempel. Piet Mondrian lebte von 1872 bis 1944. Er ist der bekannteste Repräsentant der Kunst-Bewegung De Stijl, die in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum feiert.

"Gut, dass die Hängepartie beendet ist"

Kulturstaatsministerin Grütters zum Einheitsdenkmal

Einen Tag nach der Entscheidung des Bundestags zum Einheitsdenkmal sagte die Ministerin, sie sei froh, dass es jetzt Klarheit gebe und die Hängepartie ein Ende habe. "So umstritten einzelne Aspekte dieses Denkmals sind, so breit ist doch der gesellschaftliche Konsens, der friedlichen Revolution von 1989 als solcher angemessen öffentlich zu gedenken", sagte Grütters der Deutschen Presse Agentur. Um das Einheitsdenkmal hatte es wegen der Finanzierung jahrelang Streit gegeben, zuletzt hatte der Haushaltsausschuss das Projekt blockiert. Der Bundestag hat die Mittel nun freigegeben. Das Denkmal in Form einer Wippe soll vor dem rekonstruierten Berliner Stadtschloss errichtet werden.

Theaterschauspielerin Hilde Sochor gestorben

Seit ihrem Debüt 1948 war sie in mehr als 300 Rollen zu sehen

Die "Grande Dame" des Wiener Volkstheaters, Hilde Sochor, ist tot. Die Österreicherin starb mit 93 Jahren in Wien, wie Intendantin Anna Badora mitteilte. "Wir trauern um eine Ikone", schrieb Badora über die Volksschauspielerin. Sochor hatte in 65 Jahren mehr als 300 Rollen gespielt. "Mit Hilde Sochor verliert das Volkstheater eine der größten Persönlichkeiten", schrieb Badora. "Wie keine andere hat sie es verstanden, mit Herzenswärme, Witz und Klugheit in die Seelen ihrer Figuren einzutauchen." Sochor, die ihre Ausbildung als Kasperltheater-Spielerin an Schulen finanzierte, feierte ihr Debüt 1948 an den Kammerspielen mit einer Rolle in Alexander Lernet-Holenias "Parforce".

Peter-Weiss-Preis an Regisseur Milo Rau

Für sein "globalhumanistisches Engagement"

Der Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum wird in diesem Jahr an den Schweizer Regisseur und Theaterautor Milo Rau verliehen. Mit der Auszeichnung würden das "globalhumanistische Engagement" Raus und seine politischen Inszenierungen gewürdigt, teilte die Stadt mit. "Die Arbeiten Milo Raus zeichnen sich durch ihre akribisch recherchierten Stoffe aus, sie zeugen von einer zutiefst humanistischen Haltung", sagte der Vorsitzende der Jury, Michael Townsend. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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