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Kulturnachrichten

Donnerstag, 3. Mai 2018

Karlsmedaille für Historiker Ian Kershaw

Jury bezeichnet Briten als wahren Unterstützer eines gemeinsamen Europas

Der britische Schriftsteller und Historiker Ian Kershaw erhält die Karlsmedaille für europäische Medien, die "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens". Der 75-jährige wird für seine Verdienste als "wahrer Unterstützer eines gemeinsamen Europas" geehrt. Die Laudatio bei der Verleihung der Karlsmedaille im Krönungssaal des Aachener Rathauses wird der Journalist Stefan Aust halten. Ian Kershaw wurde unter anderem durch seine zweiteilige Hitler-Biografie bekannt. Mit der Karlsmedaille werden Menschen und Institutionen aus dem Medienbereich ausgezeichnet, die in besonderer Weise zur europäischen Einigung und zur Herausbildung einer europäischen Identität beigetragen haben. Zu den bisherigen Trägern gehören der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom und der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen.

Liao Yiwu veröffentlicht Telefonat mit Liu Xia

Die Witwe von Liu Xiaobo steht seit mehreren Jahren unter Hausarrest

Der im deutschen Exil lebende chinesische Schriftsteller Liao Yiwu hat Ausschnitte aus einem Telefonat mit Liu Xia ins Netz gestellt. Das berichtet die Hong Kong Free Press, die auch einen Link zu der Aufnahme bietet. Die Fotografin und Autorin Liu Xia ist die Witwe des verstorbenen Regimekritikers und Nobelpreisträgers Liu Xiaobo. Ihr Mann saß von 2009 bis kurz vor seinem Tod im Juli letzten Jahres in Haft und konnte auch seinen Nobelpreis 2010 nicht entgegennehmen. Seit seiner Inhaftierung steht sie unter Hausarrest, obwohl ihr nie ein Prozess gemacht wurde. Liao Yiwu sagte, er fürchte um Liu Xias Leben. Es gehe ihr sehr schlecht und sie leide offenbar an einer schweren Depression.
Zahlreiche Kulturschaffende und die deutsche Diplomatie setzen sich seit langem für Liu Xia ein. Liao Yiwu sagte, er hoffe, dass Bundeskanzlerin Merkel sich die Aufnahme anhöre und sie auf ihre China-Reise Ende Mai mitnehme.

Oscar-Akademie schließt Cosby und Polanski aus

Ausschluss erfolge wegen Verstoßes gegen Verhaltensrichtlinien

Die Oscar-Akademie hat den Entertainer Bill Cosby und den Regisseur Roman Polanski ausgeschlossen. Die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences trafen sich bereits am Dienstagabend (Ortszeit Los Angeles) und stimmten darüber ab, wie die Akademie mitteilte. Der Ausschluss erfolge wegen Verstoßes gegen die Verhaltensrichtlinien der Akademie. Cosby ist vor einigen Tagen wegen sexueller Nötigung verurteilt worden. Polanski wurde 1977 in den USA wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen angeklagt, entging einem Prozess aber, indem er sich nach Europa absetzte.

Gangsta-Rapper nehmen Auschwitz-Einladung an

Die Idee stammt von Marius Müller-Westernhagen

Die Rapper Farid Bang und Kollegah wollen die KZ-Gedenkstätte Auschwitz besuchen. Beide haben die Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees angenommen. "Es soll eine Ehrerbietung gegenüber den Opfern und den Überlebenden des Holocausts sein", sagte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner. Über die Modalitäten und den Termin müsse noch gesprochen werden. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über den geplanten Besuch berichtet. Die Anregung dazu war vom Musiker Marius Müller-Westernhagen gekommen. Farid Bang und Kollegah waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet worden. Die Verleihung des Preises hatte für einen Skandal gesorgt, der schließlich zur Abschaffung des Preises führte.
Etliche Musiker hatten zuvor ihre eigenen Echo-Preise aus Protest zurückgegeben. Unterdessen teilte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit, dass gegen die Gangsta-Rapper wegen Volksverhetzung ermittelt wird.

Künstlerhaus "Villa Willemsen" eröffnet

Haus enthält Bibliothek, Musiksammlung und private Einrichtung von Willemsen

Im Gedenken an den Publizisten und TV-Moderator Roger Willemsen (1955-2016) ist in Wentorf bei Hamburg das Künstlerhaus "Villa Willemsen" eröffnet worden. Es enthält die Bibliothek, die Musiksammlung und die private Einrichtung von Willemsen und soll ab sofort für Veranstaltungen, Werkstattgespräche und Seminare für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, wie die eigens gegründete Roger Willemsen Stiftung mitteilte. Den Kauf und den Umbau der Villa, in der Willemsen bis zu seinem Tod lebte, ermöglichte der "mare"-Verlag. Die Willemsen-Stiftung wurde vom "mare"-Verleger und Willemsen-Freund Nikolaus Gelpke gegründet, um Stipendiengeber und Kulturschaffende aller Sparten für das Künstlerhaus zu gewinnen. Willemsen habe sich Zeit seines Lebens für Nachwuchstalente und mutige künstlerische Projekte engagiert, sagte Verleger Gelpke.

Nadine Bilke wird neue ZDFneo-Chefin

Vorgängerin Simone Emmelius übernimmt die ZDF-Hauptredaktion Spielfilm

Die Journalistin Nadine Bilke wird zum 1. August neue Senderchefin von ZDFneo. Ihre Vorgängerin Simone Emmelius hat die ZDF-Hauptredaktion Spielfilm übernommen. Die 1976 geborene Bilke war seit 2009 Chefin vom Dienst und Leiterin der Planung in der ZDF-Hauptredaktion Neue Medien. "Ihre Expertise, die sie bei der erfolgreichen Entwicklung der ZDF-Mediathek erworben hat, kann sie, auch mit Blick auf die jüngere Zielgruppe, gewinnbringend bei ZDFneo einbringen", sagte ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler.

Freedom of Speech Award für Sadegh Zibakalam

Iranischer Politologe wurde jüngst zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt

Mit der Auszeichnung solle der Einsatz Zibakalams für Menschenrechte und Meinungsfreiheit gewürdigt werden. Das teilte der deutsche Auslandssender in Bonn anlässlich des Internationales Tages der Pressefreiheit mit. Der undotierte Preis wird am 12. Juni beim Global Media Forum in Bonn überreicht. Zibakalam ist Politikwissenschaftler an der Universität Teheran und einer der prominentesten politischen Analysten in Iran. Er setzte sich mehrfach mit den Hardlinern im iranischen Regime auseinander und nahm öffentlich Stellung zu innen- und außenpolitischen Themen wie dem Nuklearprogramm Teherans. Im April wurde Zibakalam zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er sich in einem Interview kritisch zu den jüngsten landesweiten Unruhen geäußert hatte. Zibakalam protestierte gegen seine Verurteilung und legte Revision ein. Derzeit lebt er noch auf freiem Fuß.

Hamburger Filmfestchef verlängert bis 2023

Albert Wiederspiel will das Kino als Ort des kollektiven Filmerlebnisses erhalten

Der Hamburger Filmfestchef Albert Wiederspiel hat seinen Vertrag für weitere fünf Jahre verlängert. Der 57-Jährige werde das Festival bis Ende 2023 leiten, teilte die Kulturbehörde mit. Wiederspiel ist seit 2003 Filmfestchef in der Hansestadt. Er erklärte, er habe sich für die nächsten fünf Jahre das Credo "Wehret den Anfängen!" ausgesucht. Dabei denke er nicht nur an den weltpolitischen Kontext, sondern auch an die Bedrohung des Kinos als Ort des kollektiven Filmerlebnisses. "In einer Zeit, wo manche schon über die museale Zukunft des Kinos nachdenken, ist es umso wichtiger, das Kino lebendig zu halten und dem Publikum die bestmöglichen Kinoerlebnisse zu verschaffen." Das 26. Filmfest Hamburg findet vom 27. September bis 06. Oktober 2018 mit rund 130 nationalen und internationalen Spiel- und Dokumentarfilmen statt.

Preis der Pressefreiheit für Shawkan

Unesco zeichnet inhaftierten ägyptischen Fotografen aus

Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit ist der ägyptische Fotoreporter Mahmud Abu Seid mit dem Unesco-Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet worden. Der Ägypter ist unter dem Künstlernamen Shawkan bekannt und ist in seiner Heimat seit mehr als vier Jahren inhaftiert. Shawkan war im August 2013 festgenommen worden, als er fotografierte, wie Sicherheitskräfte in Kairo eine Demonstration von Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi blutig auflösten. Dabei töteten sie hunderte Menschen. Mit dem heute begangenen Tag der Pressefreit weist die Unesco auf Einschränkungen hin, die Journalisten weltweit bei der Ausübung ihrer Arbeit erleiden müssen. Immer wieder würden Journalisten auch verfolgt, inhaftiert und getötet. Wolfgang Schulz von der Deutschen Unesco-Kommission erklärte, selbst in Ländern mit rechtlich garantierter Meinungsfreiheit könnten Machtverschiebungen zu einer Bedrohung der Pressefreiheit führen.

Münchner NS-Dokuzentrum soll internationaler werden

Neue Direktorin will mit internationalen Einrichtungen kooperieren

Die neue Direktorin des Münchner NS-Dokumentationszentrums, Mirjam Zadoff, will das Haus stärker international vernetzen und an aktuelle Themen anbinden.
Erinnerungskultur müsse in einem permanenten Austausch mit der Gegenwart stehen, sagte die 44-Jährige. Zadoff hatte am 1. Mai die Nachfolge von Gründungsdirektor Winfried Nerdinger angetreten. Zuvor hatte sie an der Indiana University in Bloomington in den USA einen Lehrstuhl für Jüdische Studien inne. Zadoff will mit anderen Einrichtungen auch international kooperieren, etwa mit der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, aber auch mit Universitäten und Stätten der Bildenden Kunst. Auch das Thema Flucht wolle sie einbeziehen. Über die Erfahrung der Diktatur zu sprechen, könne ein Anknüpfungspunkt zu Menschen sein, die sonst nicht in das Dokuzentrum kommen würden.

Seltene Münze im Westjordanland gefunden

Grabungen bei Qibya fördern auch Glasgefäße und Keramiken zutage

Israelische Archäologen haben bei Grabungen in einer Höhle im Westjordanland eine seltene jüdische Münze aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstands (132-135 n. Chr.) gefunden. Das berichten israelische Medien. Außerdem wurden demnach bei den Grabungen nahe dem palästinensischen Dorf Qibya 30 Kilometer nordwestlich von Ramallah Glasgefäße und Keramiken aus dieser Zeit entdeckt.
Die Bronzemünze stammt den Angaben zufolge aus dem dritten oder vierten Jahr des Aufstands. Neben einer Palme und einem Weinblatt ist die Münze mit der Aufschrift "Für die Freiheit Jerusalems" sowie dem Namen des Revoltenführers "Schimon" versehen. Die Forscher gehen laut den Berichten davon aus, dass jüdische Flüchtlinge die Funde in der Höhle versteckten. Es handele sich um einen bedeutenden Fund, der Rückschlüsse über die geografische Verbreitung des Aufstands und seiner Unterstützer zulasse.

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