Seit 00:05 Uhr Das Blaue Sofa

Sonntag, 20.10.2019
 
Seit 00:05 Uhr Das Blaue Sofa

Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. Januar 2015

Karikaturist Heiko Sakurai: "Wir müssen mutig sein"

Schon nach dem Mohammed-Karikaturen-Streit 2006 sei nichts mehr so wie vorher gewesen, sagte der Zeichner im Deutschlandradio Kultur.

Sein Ziel sei es, sich nach dem Anschlag vom Mittwoch auf die Redaktion der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" nicht einschüchtern zu lassen. "Ich weiß allerdings nicht, ob ich dieser Leitlinie in der konkreten Situation dann immer so gerecht werde", gab der 43-Jährige zu. "Aber es wäre jetzt das Falscheste, zu sagen, wir ziehen uns zurück." Die Karikatur habe eine jahrhundertealte Tradition, so Heiko Sakurai, der in Köln lebt und arbeitet. Diese sollte aufrecht erhalten werden. "Im Prinzip sollten Karikatur und Satire alles dürfen, aber schon mit dem Anspruch, es nicht zu tun, um einfach mal ein Tabu zu brechen oder um eine gute Pointe zu landen, sondern mit dem Anspruch, aufklärerisch zu wirken."

Rund 90 Prozent Erstaufführungen beim Filmfestival Max Ophüls Preis

Insgesamt 158 Filme sind vom 19. bis zum 25. Januar beim Max Ophüls Preis zu sehen

Beim 36. Filmfestival Max Ophüls Preis laufen in diesem Jahr rund 90 Prozent der Wettbewerbsfilme zum ersten Mal in Deutschland. 44 der 65 teilnehmenden Werke seien sogar Uraufführungen, erklärte Programmleiter Oliver Baumgarten am Donnerstag in Saarbrücken. Die Themen reichen von Integration über Nachwirkungen von Krieg bis hin zur sexuellen Emanzipation. Die Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin Margarethe von Trotta wird in diesem Jahr der Ehrengast sein. Die Hauptjury für den Wettbewerb Langfilm besteht in diesem Jahr aus den Schauspielern Hannelore Hoger und Devid Striesow, dem Produzenten Anatol Nitschke, dem Regisseur Jakob Lass und der Casterin Anja Dhirberg. Das Filmfestival Max Ophüls Preis ist ein wichtiges Forum für Nachwuchsregisseure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Mindestlohn gefährdet Weiterführung des Schütz-Museums in Weißenfels

Das Museum ist das einzige original erhaltene Wohnhaus des Komponisten, der dort sein bedeutendes Alterswerk schuf.

Durch die Einführung des Mindestlohnes fehlten 20.000 Euro zur Bezahlung von vier bisher geringfügig beschäftigten Mitarbeitern, teilte der Trägerverein mit. Eine Erhöhung des städtischen Zuschusses von gegenwärtig rund 130.000 Euro habe der Stadtrat im November abgelehnt, hieß es. Sollten die Fördermittel ausbleiben, seien auch Veranstaltungen wie das Heinrich-Schütz-Musikfest und die Weißenfelser Musikwoche in Gefahr. Wegen der unsicheren Gesamtsituation habe der Musikverein den Vertrag mit der Stadt über die Trägerschaft zum Jahresende 2015 gekündigt. Damit solle für die langfristige finanzielle Absicherung des Heinrich-Schütz-Hauses eine Neuregelung erreicht werden. Die Einrichtung gehört zu den kulturellen Gedächtnisorten von besonderer nationaler Bedeutung im Blaubuch der Bundesregierung. 2012 wurde das Haus nach zweijähriger umfangreicher Sanierung wiedereröffnet.

Neue Mediathek der Stasiunterlagen-Behörde

Unter der Internet-Adresse www.stasi-mediathek.de bietet die Seite einen Einblick in die Bestände des Stasi-Unterlagen-Archivs

Die Stasiunterlagen-Behörde (BStU) hat am Donnerstag eine neue Mediathek im Internet freigeschaltet. Das digitale Angebot sei eine Einladung, sich selbst ein Bild von den Unterlagen im Archiv des Bundesbeauftragten zu machen, erklärte die Behörde in Berlin. Die Mediathek richte sich an Laien und Experten gleichermaßen. Neben zahlreichen Dokumenten seien insbesondere Videos, Fotos und Tonaufnahmen der Stasi zu sehen und zu hören. Verfügbar sind 2.500 Dokumentenseiten, 250 Einzelbilder, sechs Stunden Tonaufzeichnungen und 15 Stunden Filme. Kernstück der Webseite sei eine semantische Suche, hieß es weiter. Mit ihr seien alle Inhalte der Dokumente, Videos und Audio-Dateien sowie Beschreibungen der Fotos im Volltext durchsuchbar. Über einen Zeitstrahl ließen sich die Inhalte intuitiv finden. Das Angebot soll stetig erweitert werden.

Giordano als Mahner gegen Islamisten und Demokratiefeinde gewürdigt

Unter dem Eindruck des Pariser Terroranschlags haben in Hamburg zahlreiche Vertreter von Politik und Kultur Abschied von dem Schriftsteller Ralph Giordano genommen

Der im Dezember gestorbene Publizist Ralph Giordano war ein Mahner gegen die Feinde der Demokratie. Auch den Islamismus verurteilte er in scharfen Worten. Daran erinnerten prominente Redner auf einer Trauerfeier in Hamburg. „Er hätte auch zu „Charlie Hebdo die richtigen Worte gefunden, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz vor rund 250 Zuhörern im Ernst Deutsch Theater. Der in der Hansestadt geborene Autor war am 10. Dezember im Alter von 91 Jahren in Köln gestorben. Die Publizistin und Mitinitiatorin des Berliner Holocaust-Mahnmals Lea Rosh nannte Giordano einen „Mahner, der die richtigen Sachen richtig ausgedrückt hat. Sie erinnerte „nach diesem furchtbaren Anschlag in Paris" an seine Warnung vor dem Islamismus im Zusammenhang mit dem Kölner Moscheebau. Hamburgs Landesrabbiner Shlomo Bistritzky hob hervor, wie eng sich Giordano als bekennender Atheist mit dem Judentum verbunden fühlte. „Herr Giordano war kein gläubiger Jude, aber sehr stolz auf seine Zugehörigkeit zum Judentum." Bistritzky bedauerte, dass Giordano nicht auf einem jüdischen Friedhof beerdigt wurde, und beendete seine Ansprache mit einem Totengebet auf Hebräisch.

Mehrheit der Deutschen empfindet Islam als Bedrohung

Der Religionsmonitor, eine repräsentative Studie der Bertelsmann-Stiftung, aus der heute erste Ergebnisse veröffentlicht worden sind, stellt wachsende Vorbehalte fest.

Demnach empfinden 57 Prozent der nicht-muslimischen Bundesbürger den Islam als Bedrohung. Im Jahr 2012 lag dieser Anteil bei 53 Prozent. 61 Prozent sind der Meinung, der Islam passe nicht in die westliche Welt. Jeder Vierte will Muslimen sogar die Zuwanderung nach Deutschland verbieten. Die Studie ergab nach Angaben der Stiftung auch eine starke Verbundenheit der in Deutschland lebenden Muslime mit Staat und Gesellschaft. Demnach halten beispielsweise 90 Prozent der hochreligiösen Muslime die Demokratie für eine gute Regierungsform. "Für Muslime ist Deutschland inzwischen Heimat, sie sehen sich aber mit einem Negativ-Image konfrontiert, das anscheinend durch eine Minderheit von radikalen Islamisten geprägt wird", erklärte die Islam-Expertin der Bertelsmann-Stiftung, Yasemin El-Menouar. Sie warnte vor der Gefahr einer "breit durch die Bevölkerung gehenden Islamfeindlichkeit" in Deutschland.

Ulrich Wickert: "Gegen Irre können Sie sich nicht wehren"

Der frühere "Tagesthemen"-Moderator und langjährige Frankreich-Korrespondent, hat die Reaktionen der französischen Öffentlichkeit auf den gestrigen Anschlag gegen das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" gewürdigt.

Er finde es "fantastisch", wie das Land sich jetzt hinter dem Spruch "Liberté" versammle, sagte Wickert am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. "Je suis Charlie" sei eine großartige Solidaritätskundgebung: "Dass man jetzt nicht mehr konservativ oder Sozialist ist, sondern man ist Republikaner." Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass Frankreich große gesellschaftliche Probleme habe. So gehe die traditionelle französische Gesellschaft schlecht mit ihren muslimischen Einwanderern um, die in den Gettos der Hochhaussiedlungen um Lyon oder Paris lebten. Menschen etwa, deren Namen nicht traditionell Französisch klinge, hätten es bei Bewerbungsgesprächen schwer. Wickert mahnte gleichzeitig zur Besonnenheit. Er sei keiner, der sage, man müsse jetzt mit unglaublich harten Maßnahmen durchgreifen. "Gegen Irre können Sie sich nicht wehren", betonte er. "Sie können ja nicht das ganze Land militarisieren."

Aiman Mazyek: Islamische Partei wäre "eine bekloppte Idee"

Solche Vorschläge schürten Angst und Skepsis gegenüber dem Islam, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland der Katholischen Nachrichten-Agentur.

Der französische Autor Michel Houellebecq hatte eine islamische Partei in Interviews als "zwingende Idee" bezeichnet. Muslime lebten in einer "schizophrenen Wirklichkeit", so der Schriftsteller unlängst in der "Welt am Sonntag": Sie seien bei Fragen wie der Homo-Ehe weit von Linken und Grünen entfernt, hätten aber auch keine Gründe, rechte oder gar rechtsextreme Parteien zu wählen. Mayzek: "Christen wählen doch auch verschiedenste Parteien. Vernünftige Demokraten können abwägen."

Weniger Besucher in Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Insgesamt kamen 2,5 Millionen Menschen aus dem In- und Ausland in die 14 Museen und deren Ausstellungen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) haben 2014 ein leichtes Minus von vier Prozent in der Besucherbilanz verzeichnet. Die Resonanz bewege sich weiter konstant auf sehr hohem Niveau, sagte der Kaufmännische Direktor Dirk Burghardt. Der Rückgang machte sich vor allem in den besonders bei Russen beliebten Museen bemerkbar: Gemäldegalerie Alte Meister und Grünes Gewölbe. "Die Ukraine-Krise sowie die in deren Folge entstandene Schwäche des Rubels hat gerade diejenigen getroffen, die als Tagesgäste vornehmlich mit Bussen nach Dresden kamen", erklärte Burghardt. Negativ wirkte sich auch die sanierungsbedingte Teilschließung der Sempergalerie aus. Die Sammlung hat bis mindestens 2018 viel weniger Ausstellungsfläche, weil ihr Domizil nach 20 Jahren grundlegend instand gesetzt werden muss.

Kulturnachrichten hören

Januar 2015
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur