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Kulturnachrichten

Montag, 16. November 2015

Karikaturenpreis wird künftig auch in Bremen vergeben

"Sächsische Zeitung" und Weser-Kurier" werden Wettbewerb künftig gemeinsam ausrichten

Der Deutsche Karikaturenpreis wird im kommenden Jahr in Bremen vergeben. Die mit insgesamt 11 000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit dem Jahr 2000 in Dresden verliehen, sie gilt als eine der wichtigsten für Karikaturisten im deutschsprachigen Raum. Die "Sächsische Zeitung" hatte den Preis ins Leben gerufen. Die Zeitung werde den Wettbewerb künftig mit dem "Weser-Kurier" ausrichten, teilte die in Bremen erscheinende Zeitung mit. Die Verleihung werde jährlich abwechselnd in Dresden und Bremen sein. In diesem Jahr hatten sich 218 Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für den Karikaturenpreis beworben. Der Brandenburger Cartoonist Reiner Schwalme gewann den geflügelten Bleistift in Gold. Die Bremer Karikaturistin Miriam Wurster und der Hamburger Zeichner Marunde belegten den zweiten und dritten Platz.

Verlag will Nerudas Gedichte durch Crowd-Funding veröffentlichen

Gedichtsammlung "Crepusculario" soll erstmals in englischer Übersetzung erscheinen

Ein Verlag aus den USA will die Gedichtsammlung "Crepusculario" von Pablo Neruda erstmals in englischer Übersetzung auf den Markt bringen - und zwar mittels Crowd Funding. Über die Internetplattform Kickstarter sollen dafür 50 000 Dollar eingesammelt werden, teilte Copper Canyon Press mit. Der nicht gewinnorientierte Verlag will die erste Gedichtsammlung des chilenischen Lyrikers 2017 herausbringen. Copper Canyon will im kommenden Jahr bereits eine Sammlung erst kürzlich entdeckter Gedichte Nerudas veröffentlichen. Nun habe man auch die Rechte für "Crepusculario" erworben. Neruda war 19, als er die Sammlung 1923 im Eigenverlag veröffentlichte. Er soll die Golduhr seines Vaters verkauft haben, um das nötige Geld dafür aufzubringen. 1971 erhielt Neruda den Nobelpreis für Literatur.

Schauspiel-Intendant Petras verlängert vorzeitig in Stuttgart

Armin Petras ist seit 2013 in Stuttgart

Theaterregisseur Armin Petras bleibt mindestens bis 2021 Schauspiel-Intendant in Stuttgart. Der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2021. "Armin Petras ist ein künstlerischer Unruheherd, der dem Schauspiel Stuttgart gut zu Gesicht steht", sagte Kunstministerin Theresia Bauer. Ungewöhnliche künstlerische Handschriften bräuchten Zeit, um sich beim Publikum durchzusetzen, sagte sie zur Kritik an Petras, der seit 2013 in Stuttgart arbeitet. Bauer nannte Petras "einen wichtigen zeitgenössischen Regisseur und Autor des deutschsprachigen Theaters", den man nun langfristig binden konnte. Petras selbst dankte für das Vertrauen. Es bestärke ihn, "die angestoßenen Projekte und Ideen weiterzuentwickeln und die Auseinandersetzung mit dieser Stadt weiterzuführen". Petras kam vom Berliner Maxim Gorki Theater und band auch etliche bekannte Schauspieler wie Edgar Selge, Peter Kurth, Corinna Harfouch oder Fritzi Haberlandt an das Haus in Stuttgart.

Thriller über Terrorzelle vorerst nicht in Frankreichs Kinos

Für Mittwoch geplanter Kinostart von "Made in France" verschoben

Nach den Terroranschlägen von Paris kommt der Thriller "Made in France" in Frankreich vorerst nicht in die Kinos. Der für diesen Mittwoch geplante Start sei verschoben worden, hieß es auf der Webseite des Filmverleihs Pretty Pictures. Der Film des französischen Regisseurs Nicolas Boukhrief handelt laut "Hollywood Reporter" von einem muslimischen Journalisten, der sich Zugang zu einer islamistischen Terrorzelle verschafft, um Informationen über einen geplanten Terroranschlag in Paris herauszufinden. Der Thriller sollte ursprünglich bereits zu Jahresanfang herauskommen. Nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar war der Start bereits einmal verschoben worden.

Kartellamt prüft Beschwerde der Buchbranche gegen Amazon und Apple

Verwaltungsverfahren gegen Audible.com und Apple eingeleitet

Der Streit zwischen der deutschen Buchbranche und dem US-Handelsriesen Amazon um Hörbücher bei Audible beschäftigt nun auch das Bundeskartellamt. Die Wettbewerbsbehörde leitete ein Verwaltungsverfahren gegen Audible.com und den Computerkonzern Apple ein. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem eine langjährige Vereinbarung über die Lieferung von Hörbüchern für den ITunes-Store, wie die Wettbewerbsbehörde heute mitteilte. Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte an, die Behörde, wolle die Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen im Hörbuchbereich genauer prüfen. "Es muss sichergestellt sein, dass den Hörbuchverlagen für den Absatz ihrer digitalen Hörbücher hinreichende Ausweichalternativen zur Verfügung stehen", sagte er. Auslöser für das Verfahren war eine Beschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Amazon den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung beim Vertrieb digitaler Hörbücher vorwirft.

UNESCO feiert 70.Geburtstag in Paris

Mehrere Staats- und Regierungschefs erwartet

Die UN-Kulturorganisation Unesco feiert ihren 70. Geburtstag mit einem Gipfeltreffen in Paris. Zu dem sogenannten Leader's Forum werden am Montag und Dienstag mehrere Staats- und Regierungschefs erwartet. Die Feiern werden überschattet von den islamistischen Anschlägen in der französischen Hauptstadt. Der iranische Präsident Ruhani sagte daher seine Teilnahme ab. Die Politiker wollen auf die Erfolge der Organisation zurückblicken und ihre Vorstellungen für die zukünftigen Aufgaben der Unesco formulieren. Die Organisation war am 16. November 1945 in London zur Förderung der Bildung und des kulturellen und wissenschaftlichen Austausches gegründet worden.

Volkswagen lässt weitere Kulturförderung offen

Entscheidung über Sponsoring steht noch aus

Die Auswirkungen der Abgas-Affäre auf die Kulturförderung von Volkswagen sind bisher unklar. Noch sei nicht über künftige Kultur-Budgets und Förderungs-Schwerpunkte entschieden, sagte eine VW-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Zahlreiche internationale Museen und Festivals werden von Europas größtem Autobauer unterstützt. Zu ihnen zählen beispielsweise das Museum of Modern Art (MoMA) in New York, die Neue Nationalgalerie in Berlin sowie Festivals in der Region Wolfsburg. Viele bangen nun um Fördergelder. Im Fokus des VW-Sponsorings stehen Volkswagen zufolge Projekte, "die Kunst und Kultur möglichst vielen Menschen zugänglich machen".

Iranische und israelische Band gehen gemeinsam auf Tour

Ihre Zusammenarbeit verstehen sie als gemeinsames Friedensprojekt

Ihre Heimatländer sind verfeindet, doch die Musik hat sie zusammengebracht: Eine iranische und eine israelische Band gehen gemeinsam auf Tour. "Diese jungen Leute wollen etwas machen und zeigen: Wir spielen dieses Spiel nicht mit", sagt Elnaz Amiraslani von der veranstaltenden Agentur. Die Musiker nennen ihr Projekt "The Secret Handshake" - ein heimlicher Händedruck der Freundschaft. Die Bands wollen zwölf deutsche Städte besuchen, den Auftakt machen sie in Leipzig. Ramzailech, eine Rockband aus Israel, und Langtunes, Indie-Rocker aus dem Iran, hielten sich Ende vergangenen Jahres zufällig gleichzeitig in Nürnberg auf. Dabei entstand die Idee des gemeinsamen Friedensprojekts.

Eagles of Death Metal sagen Deutschlandtour ab

Pariser Terroranschlag während des Band-Konzertes

Nach dem Terroranschlag auf ihr Pariser Konzert hat die Band "Eagles of Death Metal" ihre Deutschlandtour abgesagt. "Die Konzerte fallen ersatzlos aus", sagte eine Sprecherin von Marek Lieberberg, dem deutschen Konzertveranstalter in Frankfurt am Main. Geplant waren Auftritte in Köln (17.11.), München (19.11.) und Bremen (22.11.). Tickets werden nach Angaben des Veranstalters an den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückerstattet. Es müsse befürchtet werden, dass einige Crewmitglieder der Band Opfer der verabscheuungswürdigen Angriffe geworden seien, hatte Lieberberg gestern der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Es sei auch möglich, dass die Terroristen das Pariser Konzert ausgesucht hätten, weil die Band vor kurzem in Israel aufgetreten sei und sich dabei auch gegen Boykottaufrufe zur Wehr gesetzt habe.

Pariser Musikclub wird trotz Massakers wieder öffnen

Betreiber wollen nicht "kapitulieren"

Trotz des Massakers im Pariser Bataclan sieht einer der Leiter der bekannten Konzerthalle eine Perspektive für den Musikclub. "Das Bataclan wird wieder öffnen", sagte Dominique Revert in einem Interview des TV-Senders Canal+. "Es wäre eine Kapitulation, würden wir das nicht tun", zitierte der Fernsehsender BMFTV weiter aus dem Interview. Die Halle werde aber in den kommenden Monaten, vielleicht auch Jahren, ein bedrückender Ort bleiben. Im Bataclan wurden am Freitagabend etwa 90 Menschen getötet, als eines der Pariser Terrorkommandos während eines Konzerts der US-Rockband Eagles of Death Metal um sich schoss und Bomben zündete. Seitdem versammelten sich täglich Hunderte an den Gittern am weiträumig abgesperrten Club. Sie legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

Lustiger fühlt sich als Jüdin besonders vom islamischen Terrorismus gefährdet

Schriftstellerin warnt vor Kleinreden des Antisemitismus

Die Schriftstellerin Gila Lustiger fühlt sich nach eigenen Worten als Jüdin besonders vom islamistischen Terrorismus gefährdet. "Schließlich sterben in Europa Juden, weil sie Juden sind", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der "virulente Antisemitismus" von Islamisten dürfe «nicht kleingeredet werden». Lustiger lebt in Paris und hat für ihr Buch «Die Schuld der anderen» zwei Jahre lang über Islamismus in Frankreich rechechiert. Die Frage sei: "Was macht man mit all diesen Erkenntnissen? Und was macht man mit diesen Soziopathen?" Die Antwort könne nur Erziehung heißen, so die Autorin. Lustiger sprach sich zudem für «vernunftgemäßes Denken» aus. "Schließlich haben wir uns unsere Werte in Europa hart erkämpft. Sie wollen uns hassen? Sollen sie doch. Wir werden ihnen nicht mit Hass begegnen." Zugleich frage sie sich, ob "die vielgepriesene Toleranz" einen vor jemandem retten könne, "der bereit ist, sich selber in die Luft zu sprengen, um Menschen mit sich in den Tod zu ziehen."

Indischer Schauspieler Saeed Jaffrey gestorben

Mitwirkung in Attenboroughs "Gandhi"

Der indisch-britische Schauspieler Saeed Jaffrey, der in internationalen Produktionen wie Richard Attenboroughs "Gandhi" spielte, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Dies teilte seine Nichte Shaheen Aggarwal auf Facebook mit. "Saeed Jaffrey war ein facettenreicher Schauspieler, dessen Ausstrahlung und Vielseitigkeit immer im Gedächtnis bleiben werden", sagte Indiens Premierminister Narendra Modi. Jaffrey, der 1929 in Malerkotla im nordindischen Punjab geboren wurde, spielte in vielen Bollywood-Produktionen und in TV-Filmen wie "Tandoori Nights" (1985) mit.

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