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Kompressor | Beitrag vom 22.11.2016

Kanye West und der WahnsinnVom Scheitern eines Poperlösers

Fabian Wolff im Gespräch mit Christine Watty

US-Rapper Kanye West bei den MTV Video Music Awards im Madison Square Garden in New York am 28. August 2016 (picture alliance / dpa / Hubert Boesl)
US-Rapper Kanye West musste seine gesamte Tour abbrechen. (picture alliance / dpa / Hubert Boesl)

Erst outet sich Kanye West als Trump-Fan. Dann bricht der US-Rapper sein Konzert in Kalifornien ab und danach die gesamte Tour. Der Musikjournalist Fabian Wolff erklärt im "Kompressor" den nicht mehr ganz normalen "Popstarwahnsinn".

Seit Jahren macht Kanye West extrem erfolgreiche, einflussreiche Rap- und Popmusik - doch er versucht sich auch fast ebenso lange an politischen Botschaften, inszeniert sich als Visionär und Heilsbringer auf der Bühne. Dort einfach mal Sachen zu sagen, die irgendwie aus ihm herauskommen, sei typischer Bestandteil der Kunstfigur Kanye West, erläuterte der Musikjournalist Fabian Wolff im Deutschlandradio Kultur.

Familiäre Gründe für die Veränderung

Das hat den einen oder anderen Skandal ausgelöst, er schimpft auf Politiker und Musiker-Kollegen, sieht sich als nächster US-Präsident. Besonders seit einer beinahe tödlich verlaufenden Schönheitsoperation seiner Mutter vor zehn Jahren, sei sein Auftreten zunehmend erratischer und düsterer geworden, so Wolff. Irgendwann schien klar zu sein: Der Mann ist krank und braucht Hilfe.

Jetzt scheint der Punkt erreicht: West outet sich als Trump-Fan und bricht sein Konzert in Kalifornien nach nur drei Liedern ab, danach die gesamte Tour mit weiteren 21 Konzerten. Seit heute soll er im Krankenhaus behandelt werden.

Wolf sprach in diesem Zusammenhang von einem nicht mehr ganz normalen "Popstarwahnsinn" und zog Parallelen zu David Bowie, der sich in den 1970er-Jahren im Rausch einmal sehr umstritten über Hitler geäußert habe.

Drei Songs aus dem Laptop und Privatreden

Zwar hätten sich die Fans inzwischen an Kanye Wests betrunkene Monologe gewöhnt gehabt, aber die Musik dürfe nicht zu weit in den Hintergrund treten, gab der Musikjournalist zu bedenken:

"Dann gibt es natürlich einfach eine frustrierte Kundschaft, die viel Geld für ein Konzert gezahlt hat. Und dann steht jemand da oben auf der Bühne und verbreitet nur 20 Minuten lang seine Privatreden. Und ansonsten kommen drei Songs aus dem Laptop – und das war's."

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