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Interview / Archiv | Beitrag vom 17.01.2015

Kampf für Agrarwende"Wir sehen lediglich zaghafte Fortschritte"

Reinhild Benning im Gespräch mit Kirsten Lemke

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Eine Zuchtsau steht am in einem Schweinemastbetrieb vor ihrer Box. (picture alliance / dpa / Axel Heimken)
Eine Zuchtsau steht am in einem Schweinemastbetrieb vor ihrer Box. (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Die Gentechnik-Kennzeichnungspflicht muss auch für Fleisch gelten, stattdessen aber drohen niedrigere Standards durch das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP, sagt Agrarexpertin Reinhild Benning.

Die Agrarexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz BUND, Reinhild Benning, hält die Neuerungen in der Landwirtschaftspolitik für nicht ausreichend, um eine Agrarwende im Interesse der Verbraucher umzusetzen.

"Wir sehen lediglich zaghafte Fortschritte", sagte die Mit-Initiatorin der Demonstration "Wir haben es satt. Stoppt TTIP, Massentierhaltung und Gentechnik!" im Deutschlandradio Kultur.

Zwar seien durch das neue Baugesetzbuch 100 große Massentierhaltungen verhindert worden, das neue Tierschutzgesetz bringe 2019 ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration und durch das Arzneimittelgesetz existiere nun eine Datenbank für Antibiotika.

"All das zusammen reicht aber nicht weit genug, um bäuerlichen Betrieben faire Marktbedingungen zu erlauben und eine Agrarwende einzuleiten, wie Verbraucherinnen und Verbraucher sie einfordern", sagte Benning.

Nachbesserungen bei der Gentechnik-Kennzeichnungspflicht

Nachbesserungen seien notwendig bei der Kennzeichnung für Fleisch, das mittels gentechnisch veränderter Futtermittel hergestellt wurde, denn dies sei für Verbraucher nicht erkennbar. "Es muss einfach sein. So ist ja auch bei Pflanzen schon eine Kennzeichnung vorgeschrieben. Die Konsequenz ist , wir haben keine gentechnisch veränderten Pflanzen in den Regalen, denn die Verbraucher lehnen es ab", erklärte Benning.

Gegen ein "Deregulierungsabkommen"

Auch das geplante Freihandelsabkommen mit den USA TTIP diene nicht den Interessen der Verbraucher, sondern den Interessen von Konzernen. Es handele sich um ein "Deregulierungsabkommen", um bestehende Standards und Reglements beidseitig anzuerkennen, kritisierte Benning. "Das erfüllt uns mit Sorge. (...) Der Standard in den USA ist es, Fleisch mit Hilfe von Hormonen herzustellen oder Mais in Form von gentechnisch verändertem Mais anzubauen, der auch in Cornflakes wandert, ohne gekennzeichnet zu sein."

Die Demonstration in Berlin richte sich nicht gegen Landwirte, sondern gegen „die politischen Rahmenbedingungen, die den Bauern schaden (...) Die Bauern sind in unseren Reihen, betonte Benning mit Blick auf 60 Traktoren, die sich auf den Weg von der Grünen Woche zum Potsdamer Platz gemacht hätten.

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