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Samstag, 24.08.2019
 
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Kalt-Deutsch. Die Sprache unserer Gegenwart

Kalt-Deutsch. Die Sprache unserer Gegenwart. (Deutschlandradio/unsplash.com)
Kalt-Deutsch. Die Sprache unserer Gegenwart. (Deutschlandradio/unsplash.com)

Kalt-DeutschDie Sprache unserer Gegenwart

Worte und Begriffe wecken Hoffnungen oder schüren Ängste, sie prägen politische Diskussionen und unseren Umgang mit der Vergangenheit. Deutschlandfunk Kultur nimmt die Veränderungen in der Sprache unserer Gegenwart unter die Lupe und schreibt das Wörterbuch der Alltagssprache weiter.

Kerstin Preiwuß über "Anküssen" (dpa)

Kerstin Preiwuß über"Anküssen"

Neulich ist mir ein Wort begegnet, über das ich sprechen muss. Jemand sagte öffentlich: "Wenn mich in der Nachbarschaft ein Neger anküsst oder anhustet, dann muss ich wissen, ist er krank oder ist er nicht krank."

Ulrike Draesner über "Eigentlich" (unsplash.com/dpa)

Ulrike Draesner über"Eigentlich"

Das Wort, das mir Sorgen macht, wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Es wird häufig verwendet, ist klein, kommt leicht daher, kein Nomen, nur ein Partikel, eine Nebenbestimmung. Vom Wortstamm her hat es etwas mit Identität, Essenz und Nachdruck zu tun. Ich meine das Wörtchen "eigentlich".

Kathrin Röggla über "Gesprächsabbruch" (dpa / Jörg Carstensen)

Kathrin Röggla über"Gesprächsabbruch“

Ich bin eine Gesprächsabbrecherin, das sieht doch jeder. Mit dem Gesprächsabbruch habe ich es ja grundsätzlich nicht so. Ich möchte lieber kein Gespräch abbrechen.

Durs Grünbei über "Menschenfleisch" (imago / IPON)

Durs Grünbein über"Menschenfleisch"

"Ich rieche, ich rieche Menschenfleisch", sagt der Teufel im Märchen "Von dem Teufel mit den drei goldenen Haaren", als er zu seiner Frau nach Hause kommt und den Holzhacker wittert, der unter seinem Bett liegt.

Nora Bossong über "Rapefugee" (unsplash.com/dpa)

Nora Bossong über"Rapefugee"

Kennen Sie Kofferwörter? Sie funktionieren ähnlich wie Metaphern: Zwei Wörter werden aufeinander bezogen, um das Bedeutungsspektrum des einen um das des anderen zu erweitern und so eine Eigenschaft hervorzuheben oder neu zuzuschreiben.

Maxim Biller, Buchstabe V, in der Reihe Kalt-Deutsch. (picture alliance/Arne Dedert/dpa / Montage: DLF Kultur)

Maxim Biller über"Verhandeln"

In der Literatur wird "verhandelt" - zumindest nach Ansicht der deutschen Literaturkritik, die dieses Wort unentwegt gebraucht. Aber warum? Verhandelt wird vor Gericht. Aber Schriftsteller sind keine Richter.

Thomas Hettche über "Weiße alte Männer" (Deutschlandradio / privat)

Thomas Hettche über"Weiße alte Männer"

Weiße alte Männer sind selten hübsch, zumal wenn man Nachrichten aus den USA sieht. Bei weisen alten Frauen dagegen denken wir, weil das sprachliche Klischee die Farbe verdrängt, sofort an beeindruckende Großmütter und deren lebenserfahrene Weisheit. Weiß und weise.

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