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Kulturnachrichten

Sonntag, 7. Februar 2021

Kai Diekmann findet Humperdinck-Komposition

Der ehemalige "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann hat bei Nachforschungen zu seinem Haus auf Usedom ein bislang unbekanntes Musikstück des Komponisten Engelbert Humperdinck entdeckt. Humperdinck wohnte 1906 vorübergehend in dem Haus, das jetzt Diekmann gehört. Eine "sehr bedeutende Entdeckung" nannte Musikwissenschaftler und Humperdinck-Experte Christian Ubber den Fund, von dem auch die "Welt am Sonntag" berichtet. Das Klavierstück mit dem Titel "Erinnerung" tauchte im Poesiealbum der jüngeren Schwester Humperdincks auf, das Diekmann bei einer Auktion erworben hatte. Es ist die zweitälteste authentisch erhaltene Komposition Humperdincks, da dessen Frühwerk bei einem Brand zerstört wurde. Die Deutsche Grammophon hat das Stück bereits veröffentlicht - als Auskopplung eines Humperdinck-Best-of-Albums, das im April erscheint.

Dissenz beim Thema Flucht und Vertreibung

Ein Projekt des Regisseurs Ersan Mondtag für die Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" ist gescheitert. Mondtag sollte noch vor der für den Sommer vorgesehenen Eröffnung des Dokumentationszentrums der Stiftung dort eine Performance zum Thema "Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg" inszenieren. Wegen des Lockdowns wurde daraus ein Filmprojekt. Doch die Zusammenarbeit wurde nun wegen inhaltlicher Differenzen beendet. Im Deutschlandfunk Kultur erläuterte der Regisseur seine Sicht der Dinge: Für ihn sei es wichtig gewesen, die Vorbedingungen der Flucht zu thematisieren, den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg. Relativ schnell sei ihm aufgefallen, dass die Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" einen anders gewichteten Fokus setzen wollte. Im Zuge des Austausches sei das Thema der Fluchtursachen immer geringer geworden, so Mondtag. Zur Eskalation kam es ihm zufolge, "als es darum ging, dass wir die komplette Vereinnahmung dieses Themas durch die gegenwärtigen rechten Parteien komplett ausblenden sollten - und wir dann in dem Moment gesagt haben, dass das für uns den Tatbestand der Zensur erreicht. Und daran ist das aus unserer Sicht gescheitert." Stiftungsdirektorin Gundula Bavendamm antwortete auf eine Interviewanfrage von Deutschlandfunk Kultur, sie wolle sich bis zu einer Einigung mit Ersan Mondtag nicht zu Inhalten vertraulicher Vereinbarungen oder Details der Zusammenarbeit äußern. Man wünsche sich weiterhin einen Austausch mit Mondtag, ein Gesprächsangebot gelte nach wie vor.

Italienischer Kameramann Giuseppe Rotunno gestorben

Er hatte mit berühmten Regisseuren wie Federico Fellini, Luchino Visconti oder Sydney Pollack gedreht - jetzt ist der Kameramann Giuseppe Rotunno im Alter von 97 Jahren gestorben. Das berichten italienische Medien. Für seine Kameraarbeit an Bob Fosses Musicalfilm "All That Jazz" wurde Rotunno 1980 für einen Oscar nominiert. Im Jahr darauf erhielt der Italiener dafür den britischen Filmpreis BAFTA.

Ältestes Backsteinhaus von Lübeck entdeckt

Bei Umbauarbeiten haben Archäologen das bislang älteste Backsteinhaus von Lübeck entdeckt. Die Mauern des Hauses gingen zurück auf das Jahr 1170, teilte die Stadt mit. Sie wurden bei Arbeiten für das Theaterfigurenmuseum und das Figurentheater im Kolk, einer kleinen Gasse im Westen der Altstadt, gefunden. Der turmartige Bau auf einem Fundament aus Findlingen sei auch eines der ältesten Gebäude Nordeuropas. Im Rahmen des Projektes "Räume für Theaterfiguren im Kolk" laufen derzeit bauparallele archäologische Ausgrabungen. Diese hätten in den vergangenen Monaten "erstaunliche und beeindruckende neue Aspekte zur historischen Stadtentwicklung erbracht", hieß es.

Erste Frau erhält Stimmrecht bei Bischofssynode

Die Französin Nathalie Becquart erhält als erste Frau in der Geschichte der katholischen Kirche ein Stimmrecht bei der Bischofssynode. Papst Franziskus ernannte die Ordensfrau zur Synoden-Untersekretärin, teilte der Vatikan mit. Die 53-Jährige war seit 2019 bereits als Beraterin des Generalsekretariats der Bischofssynode tätig. Mit Becquarts Ernennung zur Untersekretärin unterstreiche Franziskus seinen Willen, Frauen "stärker in kirchliche Unterscheidungs- und Entscheidungsprozesse" einzubeziehen, sagte der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Mario Grech, im Gespräch mit "Radio Vatikan". Die Bischofssynode ist ein Beratungsgremium des Papstes. Dieser entscheidet, wann und zu welchen Themen die Synode tagt.

Karnevalsabsage kostet Köln 600 Millionen Euro

Die coronabedingte Absage der Karnevalsfeierlichkeiten kostet die Stadt Köln einer Studie zufolge knapp 600 Millionen Euro. Von dem üblichen Umsatz im Zeitraum vom 11.11. bis Aschermittwoch blieben diesmal wohl nur etwa 9 Millionen Euro bzw. weniger als zwei Prozent übrig, heißt es in einer Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Finanziell Leidtragende seien vor allem Musiker, Veranstalter und das Gastgewerbe, dem viele Insolvenzen drohen. Analyst Jochen Schönfelder äußerte sich aber optimistisch für die folgende Karnevalssaison 2021/22. Die Stimmung und Lust auf Karneval werden seiner Einschätzung nach ungebrochen sein und man erwarte wieder gute Umsätze in Gastronomie, Hotellerie und Veranstaltungsbranche.

Duden verteidigt Gendern der Online-Ausgabe

Die Duden-Chefredakteurin Kathrin Kunkel-Razum weist Kritik am Gendern des Online-Wörterbuchs zurück. Anders als von Gegnern der Reform beklagt, wolle und könne der Duden das sogenannte generische Maskulinum nicht abschaffen, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst. Vielmehr orientiere sich die Redaktion an der sprachlichen Realität, die sich gewandelt habe. Aktuell wird von der Duden-Redaktion die Online-Ausgabe überarbeitet. Demnach bekommen insgesamt 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen wie "Lehrerin", "Pfarrerin" und "Anwältin" erstmals einen eigenen Eintrag und nicht mehr nur einen Verweis auf die männliche Form. "Lehrer", "Pfarrer" und "Anwalt" werden künftig als "männliche Person" aufgeführt. Ihre Redaktion hätten seit einigen Jahren viele Zuschriften erreicht, in denen eine Gleichstellung der weiblichen Formen gefordert worden sei, sagte Kunkel-Razum. Wichtigste Grundlage für die Entscheidung zum Gendern des Online-Dudens sei aber die digitale Textsammlung der Redaktion gewesen, das sogenannte Dudenkorpus.

Astrazeneca-Impfstoff als Glas-Skulptur

Ein englischer Künstler hat den in Oxford entwickelten Impfstoff von Astrazeneca als Glasskulptur nachgebaut. Einen Monat lang habe er mit seinem Team an der Skulptur gearbeitet, erzählte der Künstler Luke Jerram aus Bristol der Nachrichtenagentur dpa. Mit rund 34 Zentimetern Durchmesser ist das Modell millionenfach größer als die tatsächlichen Nanopartikel des Impfstoffs. Im März vergangenen Jahres hatte Jerram eine Nachbildung des Coronavirus angefertigt. Im Herbst erkrankte er dann selbst an Covid-19. Während seiner Genesung habe er beschlossen, sein nächstes Kunstwerk dem Weg aus der Pandemie - den Impfstoffen - zu widmen, so der Künstler. Die Erlöse der fünf Exemplare, die es von seiner Skulptur geben soll, will Jerram an die Hilfs-Organisation "Ärzte ohne Grenzen" spenden, die sich weltweit bei der Bekämpfung der Pandemie engagiert.

Krebsforschungs-Pionier Emil Freireich gestorben

Emil Freireich, US-amerikanischer Pionier der Krebsforschung, ist tot. Freireich sei bereits am vergangenen Montag im Alter von 93 Jahren gestorben, berichteten der TV-Sender ABC und die Zeitung "Houston Chronicle". Als Todesursache nannte ABC eine Covid-19-Infektion. Der Mediziner, der jahrzehntelang am Krebszentrum der Universität Texas in Houston praktizierte, gilt als Mitbegründer der modernen Krebsforschung. Seine Arbeit revolutionierte die Therapien für leukämiekranke Kinder, deren Überlebenschancen Freireich extrem erhöhte.

56 Millionen Euro für Sanierung von Kloster Eberbach

Das Kloster Eberbach bei Eltville im Rheingau soll 56 Millionen Euro für seine Sanierung erhalten. Das Land Hessen will das Geld während der kommenden zehn Jahre zur Verfügung stellen. Das Kloster gelte als bedeutendstes mittelalterliches Kulturdenkmal in Hessen, sagte Priska Hinz, Landes-Umweltministerin und Vorsitzende des Kuratoriums der "Stiftung Kloster Eberbach". Hunderttausende Gäste aus dem In- und Ausland besuchen jährlich das ehemalige Zisterzienserkloster mit seiner romanischen Architektur. Gegründet wurde es im Jahr 1136. Seit 1986 wird die Anlage einer Generalsanierung unterzogen. Die bis 2030 vorgesehene Förderung dient nach Angaben von Hinz zahlreichen Sanierungsmaßnamen, die auch den Energieverbrauch senken sollen.

Schauspiel-Verband unterstützt queeres Manifest

Der Bundesverband Schauspiel hat sich hinter die Kolleginnen und Kollegen gestellt, die am Freitag im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" mehr Diversität gefordert hatten. In einem Manifest hatten sich 185 Schauspielerinnen und Schauspieler als schwul, lesbisch, bisexuell oder trans geoutet. Man unterstütze das und solidarisiere sich, sagte Antoine Monot Jr., Vorstandsmitglied des Bundesverbands Schauspiel, der Deutschen Presse-Agentur. Viele Schauspieler und Schauspielerinnen hätten Angst, wegen ihrer sexuellen Orientierung bestimmte Rollen nicht zu bekommen - etwa weil ein schwuler Mann nicht gern als Liebhaber einer Frau besetzt werde. Dabei werde Fiktion in anderen Konstellationen akzeptiert, sagte Monot - wenn zum Beispiel Schauspieler kinderlose Singles spielten, die im echten Leben Väter seien.

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