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Musikfeuilleton | Beitrag vom 16.12.2018

Kafkas bester Freund Der Schriftsteller, Musikkritiker und Komponist Max Brod

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(National Photo Collection of Israel)
Max Brod (rechts im Bild) mit den Regisseuren Barukh Chemerinsky und Zvi Friedland, 1942 (National Photo Collection of Israel)

Max Brod, geboren 1884 in Prag, ist bekannt als Freund von Franz Kafka, Autor von biografischen und analytischen Schriften über den Dichter, als Herausgeber seines Werkes und Retter des Nachlasses. Weniger bekannt ist Brods Tätigkeit als Komponist.

Max Brod war ausgebildeter Jurist und Finanzexperte, blieb bis 1923 im Staatsdienst in Prag und lebte anschließend bis zu seiner Ausreise nach Palästina im März 1939 als freier Schriftsteller und Theaterkritiker in seiner Heimatstadt.

Brods Wirken kreiste aber nicht nur um seinen genialen Freund Franz Kafka. Sein schriftstellerisches Werk hat eine große Breite und reicht vom philosophischen Essay über Romane und Lyrik bis zu Übersetzungen der Libretti von Leos Janáček ins Deutsche.  

Das musikalische Schaffen von Max Brod umfasst fast 40 Werke. Er war auch ein guter Pianist. Der Komponist Adolf Schreiber, ein Schüler von Antonín Dvořák, prägte die Kompositionstätigkeit von Max Brod. Er vertonte u.a. Gedichte von Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe und Franz Kafka.

Die ersten zwei Lieder, "Mir träumte" und "Die Botschaft" auf Texte von Heine, entstanden im Jahre 1900. Ein halbes Jahrhundert später komponierte Max Brod die Lieder "Tod und Paradies" zu den Texten von Franz Kafka. Sie entstanden 1951 in Israel. Brod vertonte dabei Passagen aus Kafkas Tagebuch.

Der zweite große Bereich im Schaffen von Max Brod sind Klavierwerke. Als Komponist war er bis in die 1950er Jahre aktiv. Seit den 1940er Jahren zeigten sich in seinen Kompositionen Einflüsse der zeitgenössischen Musik, auch hinterließ die israelische Folklore ihre Spuren in seinem Werk.

Alma Mahler-Werfel über Max Brod und seinen Prager Kreis:

"Dieser Kreis - ich weiß nicht -, ich halte ihn im Grunde für eine Fiktion ... Zufällig und meist auf sehr privater Ebene ergaben sich die Kontakte, die durchaus Nützliches und Förderndes zum Wege brachten. Man nippte an all den produktiven geistigen Strömungen, die in jener Zeit Prag durchpulsten. Wie gesagt: man nippte daran. ... Ein Mensch wie Max Brod, auserwählt, das Gold vom unechten Metall zu scheiden, hatte hier ein riesiges, unerschöpfliches Terrain, um Talenten nachzuspüren. Er hat das oft genug beschrieben und meisterhaft erzählt. Was wäre Leos Janáček ohne ihn: ein Nichts, ein in den Grenzen seiner Heimat noch nicht einmal anerkannter Komponist. Was Werfel anbetrifft, so hat er ihm auch auf den Weg geholfen ..."

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