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Freitag, 20.07.2018
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 13. Februar 2018

Netzwerk für Regisseurinnen und Regisseure gegründet

Interessensvertretung nennt sich regie-netzwerk

Unter dem Dach des ensemble-netzwerks hat sich das regie-netzwerk formiert. Die Gründung Anfang dieses Jahres teilten die Beteiligten nun per E-Mail mit. Ziel des Netzwerks ist es, "gemeinsam Antworten zu finden auf die brennenden Fragen nach Arbeitsbedingungen, Gagengerechtigkeit und gesellschaftlicher Relevanz aus Perspektive der Regie". Vorerst verbessert werden sollen die Arbeitsstrukturen in den individuellen Produktionen. Bündeln möchte das regie-netzwerk Wissen, Kreativität und Können, "um gemeinsam mehr zu erreichen". Ein Anliegen ist, sich gegenseitig unterstützen, "statt sich auf Premierenfeiern aus dem Weg zu gehen". Initiiiert wurde das regie-netzwerk von Jakob Arnold, Markus Heinzelmann, Daniel Kunze, Anne- Kathrine Münnich, Sylvia Sobottka, Antje Thoms, Jakob Weiss. Seine erste Tagung findet Anfang Mai unter dem Motto "Hass, Neid, Missgunst" am Schauspielhaus Bochum statt.

Wiener Dichter Heinz R. Unger gestorben

Seine Trilogie "Die Republik des Vergessens" erhielt breite Aufmerksamkeit

Der Wiener Dichter Heinz R. Unger ist tot. Wie sein Freund Fritz Wendl der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte, starb Unger bereits am Montag mit 79 Jahren an Lungenkrebs. Ungers Werk umfasst alle Sparten, vom Roman bis zum Kinderbuch, Lyrik und Dramatik, Drehbücher und Hörspiele, Lieder und Libretti. So feierte er in den 70er Jahren erste Erfolge als Texter pointierter politischer Lieder für die Politrock-Gruppe Schmetterlinge. Nach ersten dramatischen Experimenten versuchte sich Unger an der Wiederbelebung des politischen Volksstücks und erhielt für seine Trilogie "Die Republik des Vergessens" breite Aufmerksamkeit. In der Trilogie beschäftigte er sich mit dem Weiterwirken der NS-Vergangenheit. Noch wenige Wochen vor seinem Tod hat Unger eine Sammlung seiner politischen Lyrik und Lieder zusammengestellt. Sie wird im Mai im Mandelbaum-Verlag unter dem Titel "Die Freiheit des Vogels im Käfig zu singen" erscheinen.

Sammlungsleiterin für Berliner Humboldt Forum sagt ab

Inés de Castro bleibt in Stuttgart

Die Besetzung für die Leitung der Sammlungen der Stiftung Berliner Humboldt Forum ist wieder vakant. Die Museumsmanagerin Inés de Castro verzichtete überraschend auf das Amt, obwohl der Stiftungsrat sie bereits gewählt hatte. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bedauerte die Entscheidung: "Wir haben uns über ihre Bewerbung gefreut und waren in intensiven Gesprächen mit ihr. Nun hat sie anders entschieden" teilte Parzinger mit. Inés de Castro leitet des Stuttgarter Linden-Museum. Ab 2019 war sie für die Leitung im Kulturzentrum im Berliner Schloss vorgesehen. Zugleich sollte sie Chefin des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst werden, von denen die Ausstellungsobjekte stammen. Die Aufgabe gilt als besondere Herausforderung: schon die Debatte um die koloniale Herkunft vieler Objekte erfordert besonderes Fingerspitzengefühl. Gründe für ihre Absage wurden nicht mitgeteilt.

Bühnenbildner und Regisseur Wilfried Minks gestorben

Minks galt als Mitbegründer des "Bremer Stils"

Der Bühnenbildner und Theaterregisseur Wilfried Minks ist mit 87 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte die Berliner Akademie der Künste mit, deren Mitglied er seit 1994 war. Minks hatte einst zusammen mit Peter Zadek, Kurt Hübner, Peter Palitzsch, Rainer Werner Fassbinder und anderen am Theater Bremen beispielhafte Inszenierungsarbeit geleistet und den "Bremer Stil" mitbegründet. Seine Bühnenbilder seien immer Bestandteil der Regie gewesen, hob Akademie-Mitglied Klaus Völker in einer Würdigung hervor. "Minks wollte weg vom Kulissenillusionismus, er schuf immer realistische Räume, auch wenn es künstliche Raumwelten waren." 2010 erhielt Minks den Theaterpreis "Der Faust" für sein Lebenswerk.

Mircea Cartarescu erhält Thomas-Mann-Preis

Jury bezeichnet Autor als wichtigste Stimme der rumänischen Literatur

Der Thomas-Mann-Preis 2018 geht an den rumänischen Schriftsteller Mircea Cartarescu. Das teilte die Hansestadt Lübeck mit. Über Jahrzehnte hinweg sei Cartarescu durch seine Gedichtbände und vor allem Romane, Erzählungen und Essays zur wichtigsten Stimme der rumänischen Literatur geworden, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Werke des 1956 in Bukarest geborenen Schriftstellers wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Der Thomas-Mann-Preis ist mit 25 000 Euro dotiert und wird diesmal am 17. November im Theater Lübeck verliehen.

Graffiti-Künstler erhalten hohen Schadenersatz

Hauseigentümer ließ besprühtes Gebäude abreißen

Eine Gruppe von Graffiti-Künstlern bekommt 6,7 Millionen Dollar Schadenersatz für die Zerstörung ihrer Werke in New York. Es geht um den früheren Lagerhauskomplex "5Pointz". Ein Richter in der US-Metropole bezeichnete den inzwischen abgerissenen Komplex in seinem Urteil als "Mekka für die weltgrößte Sammlung hochwertiger Sprühdosen-Kunst". Die 21 Künstler seien von der Entscheidung des Gerichts "begeistert", sagte Anwalt Eric Baum der Deutschen Presse-Agentur. "5Pointz" im Stadtteil Queens war eine Pilgerstätte für Künstler und Fans gewesen. Eigentümer Jerry Wolkoff hatte die Außenwände des auch aus Filmen bekannten und bei Touristen beliebten Graffiti-Zentrums 2013 über Nacht mit weißer Farbe übermalen lassen. Er ließ den Komplex danach abreißen und auf dem Grundstück Luxuswohnungen bauen - zum Protest vieler Künstler und Unterstützer.

Käthe-Kollwitz-Preis an US-Künstlerin Adrian Piper

Auszeichnung wird im Herbst verliehen

Die Berliner Akademie der Künste zeichnet die Amerikanerin Adrian Piper mit dem Käthe-Kollwitz-Preis 2018 aus. Die Künstlerin und Philosophin habe seit Mitte der 1960er Jahre die US-Konzeptkunst entscheidend mitgeprägt, teilte die Akademie mit. Die 1948 geborene Piper erreiche mit ihren Arbeiten auch ein der Konzeptkunst weniger zugeneigtes Publikum, so die Jury. Piper lebt seit 2005 in Berlin. Ihr Werk umfasst Papierarbeiten, Videos, Multimediainstallationen, Gemälde, Soundarbeiten und Graffiti und wird unter anderem im Museum of Modern Art in New York und im Centre Pompidou in Paris ausgestellt. Die mit 12 000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Herbst 2018 in Berlin verliehen.

Kritik an Herkunftsforschung von NS-Raubkunst

Jüdischem Weltkongress ist Aufarbeitung zu langsam

Ronald Lauder, der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses, wirft Deutschland gravierende Versäumnisse im Umgang mit NS-Raubkunst vor. Der Süddeutschen Zeitung sagte er, es herrsche immer noch die Haltung, diese Dinge als Einzelfälle anzusprechen. Er vermisse "den aufrichtigen Versuch, das Problem Nazi-Raubkunst ein für alle Mal zu lösen" und sei frustriert, dass "eines der Länder mit den höchsten juristischen Standards der Welt" das Problem Raubkunst nicht gelöst bekomme. Seit Verabschiedung der "Washingtoner Erklärung" seien mehr als zwanzig Jahre vergangen und trotzdem hingen in Deutschland immer noch Raubkunst in privaten Sammlungen, Museen und sogar in Büros von Politikern, so Lauder. Mit der "Washingtoner Erklärung" verpflichtete sich Deutschland mit 43 anderen Staaten von den Nazis beschlagnahmte Kunstwerke ausfindig zu machen und für deren rechtmäßige Besitzer faire Lösungen zu finden.

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