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Donnerstag, 15.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Montag, 18. Januar 2021

Käßmann kritisiert Corona-Regeln für Familien

Die Theologin Margot Käßmann hat die aktuellen Corona-Regeln zur Einschränkung von Kontakten scharf kritisiert. Dass sich nur Menschen aus zwei Haushalten treffen sollten, sei noch nachvollziehbar, schreibt die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der "Bild am Sonntag". Die neue Ein-Personen-Regel bezeichnete sie allerdings als "lebensfremden Unsinn". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hätten offenbar keinerlei Vorstellung vom Alltag, meint Käßmann. Bei Entscheidungen über Corona-Maßnahmen müssten ab sofort genauso viele Familienexperten mit am Tisch sitzen wie Virologen, fordert die Theologin.

Londoner Museum erwirbt Trump-Protestballon

Der riesige Luftballon in der Gestalt Donald Trumps kommt ins Museum. Das Museum of London erklärte, es habe das meterhohe Ungetüm, das den US-Präsidenten als schreiendes Baby mit Windeln und Handy zeigt, für seine Sammlung erworben. Es war bei Protesten gegen Trumps London-Besuch im Juli 2018 vor dem Parlament gezeigt worden. Später gab es weltweit Kopien des Londoner Originals. Der originale Trump-Ballon soll zusammen mit Fundstücken anderer Demonstrationsbewegungen gezeigt werden. "Durch die Übernahme des Baby-Luftschiffs können wir die Gefühlswelle zeigen, die damals die Stadt überschwemmte und einen besonderen Augenblick des Widerstands festhalten", sagte Direktorin Sharon Ament, deren Museum die Geschichte der britischen Hauptstadt dokumentiert. Entworfen hatten den Ballon mehrere Freunde, als sie im Pub beratschlagten, wie man gegen die Politik des US-Präsidenten protestieren könnte.

Geraubtes Gemälde in Neapel wieder aufgetaucht

Das in Neapel geraubte Gemälde eines "Salvator Mundi" aus der Schule Leonardo da Vincis ist wieder aufgetaucht. Wie die Zeitung "Il Mattino" berichtet, fanden Beamte einer Spezialeinheit das Bild bereits am vergangenen Samstag in der Abstellkammer einer Wohnung in Neapel. Der Besitzer der Wohnung, ein 36-jähriger Neapolitaner, wurde unweit des Hauses aufgespürt und wegen Hehlerei festgenommen. Das Bild ist Teil einer Sammlung, die im Museum DOMA in der Basilika San Domenico Maggiore in Neapel aufbewahrt wird, aus der es vor einiger Zeit gestohlen wurde. Das Motiv des Bildes ähnelt stark jenem Gemälde eines "Salvator Mundi", der 2017 für 450 Millionen Euro bei Christie's in London versteigert worden war. Von diesem Gemälde, bei dem nicht ganz sicher ist, ob es tatsächlich von Leonardo stammt, existieren ungefähr 20 Kopien von Schülern und Anhängern des Meisters. Eine davon ist die jetzt in Neapel wieder aufgetauchte.

Der französische Schauspieler Jean-Pierre Bacri ist tot

Der französische Schauspieler und Drehbuchautor Jean-Pierre Bacri ist tot. Er starb im Alter von 69 Jahren an einer Krebserkrankung, wie seine Agentin mitteilte. Bacri zählte zu den bekanntesten Komödianten Frankreichs. Bekannt wurde er vor allem in der Rolle des nörgelnden, aber zutiefst menschlichen Antihelden. In einer seiner letzten Filmkomödien "Das Leben ist ein Fest" von 2017 spielte er einen überforderten Hochzeitsplaner auf einem französischen Schloss. Mehrfach wurde Bacri für seine Arbeit mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet.

Zuckmayer-Medaille für Lyrikerin Nora Gomringer

Die Dichterin Nora Gomringer ist mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz geehrt worden. Die Auszeichnung würdigt ihre Verdienste um die deutsche Sprache. Ministerpräsidentin Dreyer verlieh die Medaille in einer online übertragenen Feierstunde im Staatstheater Mainz. Lyrik sei das Florettfechten der Sprachkunst, und Gomringer beherrsche das Florett meisterlich, sagte Dreyer in ihrer Rede. Die im Saarland geborene Gomringer leitet das Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg und arbeitet in unterschiedlichen literarischen Gattungen. Neben dem Schreiben von Büchern engagiert sie sich in der Poetry-Slam-Szene und in Aufführungen mit einer engen Verbindung von Text und Musik.

Kritik an Nachrufen auf Phil Spector

Die Schriftstellerin Berit Glanz hat die Berichterstattung über den Tod des Musik-Produzenten Phil Spector kritisiert. Im Deutschlandfunk Kultur prangerte sie an, dass die Tatsache, dass Spector ein verurteilter Mörder einer Frau war, in den Nachrufen nur in Nebensätzen auftauche. Femizid sei ein strukturelles gesellschaftliches Problem, das auf diese Weise verharmlost werde. Oft würden die Taten entschuldigt mit dem "kreativen Genie" oder als "Ausnahmetat", so Glanz. "All diese Ausnahmen, die, wenn man man sie zusammensieht, sieht, dass es ein Sytem ist, die verstellen den Blick darauf, was Misogynie oder Frauenhass bedeutet. Dass nämlich permanent Frauen sterben durch die Hand ihrer Männer." Der Musikproduzent war 2009 wegen Totschlags zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte sechs Jahre zuvor die Schauspielerin Lana Clarkson erschossen, nachdem sie ihn abgewiesen hatte.

Restaurant "AM" bekommt dritten Michelin-Stern

Der Gastronomieführer Guide Michelin hat mitten in der Corona-Krise ein neues Spitzenrestaurant im Stammland Frankreich mit einem dritten Stern ausgezeichnet. "AM" von Alexandre Mazzia bekam die Bestnote der Feinschmeckerbibel, wie deren Chef Gwendal Poullennec in Paris mitteilte. Die Vorstellung der Ausgabe für 2021 fand wegen der Corona-Beschränkungen ohne Publikum auf dem Pariser Eiffelturm statt und wurde über soziale Netzwerke übertragen. Die Zahl der Edellokale mit drei Sternen in Frankreich und Monaco erhöht sich auf nunmehr 30. Herabstufungen blieben in der gastronomischen Topliga aus.

Louvre verliert 90 Millionen Euro

Der Pariser Louvre verzeichnet für das Jahr 2020 einen Besucherrückgang von 72 Prozent. Das französische Museum musste coronabedingt sechs Monate lang schließen. Dabei fiel die Zahl der Besucherinnen und Besucher von 9,6 Millionen im Jahr 2019 auf 2,7 Millionen. Grund dafür sind vor allem die Reisebeschränkungen - 75 Prozent der Besucher kommen für gewöhnlich aus dem Ausland, vor allem den USA und China. Den dadurch verursachten Verlust beziffert das Museum auf 90 Millionen Euro.

Neuer Leitfaden für Museen erschienen

Der Deutsche Museumsbund will für den Umgang mit menschlichen Überresten als Ausstellungsstücke stärker sensibilisieren. Dafür sei der entsprechende Leitfaden in internationaler Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus den Herkunftsländern der Exponate überarbeitet und angepasst worden. Das sei "ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einem offeneren Umgang mit der Vergangenheit deutscher Museen", erklärte die Leiterin der Arbeitsgruppe und Direktorin am Übersee-Museum Bremen, Wiebke Ahrndt. Die Beiträge aus den Herkunftsgesellschaften vermittelten den Häusern, wie wichtig die Bereitschaft sei, menschliche Überreste gegebenenfalls zurückgeben zu müssen.

Insel Procida wird Italiens Kulturhauptstadt 2022

Italiens Kulturhauptstadt für 2022 ist die Insel Procida im Golf von Neapel. Das teilte das Kultur- und Tourismusministerium in Rom mit. Anders als Capri und Ischia hat Tourismus für Procida keine größere Bedeutung. Bekannt ist aber die Karfreitagsprozession auf der Insel, die nur vier Quadratkilometer groß ist. Die Hauptstadt mit dem gleichen Namen wie die Insel hat 10.400 Einwohner. Mit dem Titel "Italiens Kulturhauptstadt" verbunden sind eine Million Euro Staatszuschüsse für Strukturmaßnahmen.

Papst-Webmasterin plädiert für Patron des Internets

Das Internet soll seinen eigenen Schutzpatron bekommen. Das wünscht sich die vatikanische Internet-Pionierin und US-Ordensschwester Judith Zoebelein. Dem Portal "katholisch.de" sagte sie, sie schlage Carlo Acutis vor. Der italienische Junge, der im vergangenen Jahr in Assisi selig gesprochen wurde, sei mit 15 Jahren sehr jung gewesen, als er starb, und habe auch ein Verständnis für eine Spiritualität der Technik gehabt. Schwester Zoebelein war Mitte der 1990er Jahre die erste Webmasterin des Papstes. Weihnachten 1995 startete der Vatikan unter Papst Johannes Paul II. seine Internetpräsenz.

Frühe Demo-Kassette von Radiohead wird versteigert

Eine Demo-Kassette mit sechs frühen Songs der Musiker der britischen Band Radiohead soll in London versteigert werden. Ein Mitarbeiter des beauftragten Auktionshauses sagte, die Songs seien roh, aber es lasse sich definitiv das fantastische Potenzial erkennen, dass die Band einige Jahre später realisierte. Man erwarte bei der Versteigerung am 26. Januar mindestens umgerechnet etwa 2240 Euro. Die Kassette ist von Radiohead-Frontmann Thom Yorke eigens mit persönlichem Label und handschriftlichen Notizen versehen.

Berliner Fashion Week hat begonnen

In Berlin hat die Fashion Week begonnen. Wegen der Pandemie finden die Shows ohne Publikum statt und werden live im Internet übertragen. Dazu gibt es virtuelle Studiorundgänge bei ausgewählten Designerinnen und Designern. Außerdem soll bei Online-Konferenzen über Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Modeindustrie diskutiert werden. Die Berliner Modewoche hatte zuletzt einen Rückschlag verkraften müssen. Im vergangenen Jahr hatte die Messe Premium bekanntgegeben, dass sie von Berlin nach Frankfurt am Main umziehen will. Die Frankfurt Fashion Week soll im Sommer stattfinden.

Digitales Filmfestival Max Ophüls Preis eröffnet

Die digitale Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis ist mit dem Ehrenpreis für den Regisseur Wim Wenders gestartet. Der undotierte Preis zeichnet seinen Einsatz für den jungen Filmnachwuchs aus. Festivalleiterin Svenja Böttger betonte, dass Wenders junge Filmschaffende inspiriere, ihren eigenen Weg zu gehen. Das Filmfestival läuft coronabedingt bis zum 24. Januar auf der eigens entwickelten Streaming-Plattform, auf der registrierte Nutzer Tickets erwerben und die insgesamt 98 angebotenen Filme sehen können. Insgesamt treten 50 Filme im Wettbewerb um 16 Preise mit einem Gesamtwert von 118.500 Euro an.

Kunstexpertin fordert Öffnung der Museen

Die Direktorin der Düsseldorfer Kunstsammlung NRW, Susanne Gaensheimer, hat die Öffnung der Museen in der Pandemie angeregt. Museen seien wie Kirchen geschützte öffentliche Räume, die der Reflexion, der Begegnung und auch der emotionalen Stärkung dienen, sagte Gaensheimer der "Süddeutschen Zeitung". Das Museum sei darüber hinaus ein Ort der Bildung und des Diskurses und unterstütze die Demokratiefähigkeit einer Gesellschaft. Deswegen könnten Museen gerade in der Krise eine wichtige Funktion erfüllen, so Gaensheimer. In den vergangenen Monate sei klar geworden, dass Kunst und Kultur mehr als Freizeitgestaltung und elementar wichtig für die Gesellschaft seien.

Österreichischer Maler Hans Staudacher gestorben

Der österreichische Maler und Dadaist Hans Staudacher ist wenige Tage nach seinem 98. Geburtstag gestorben. Der gebürtige Kärntner sei in der Nacht zum Sonntag in Wien friedlich eingeschlafen, teilte der Galerist Ernst Hilger der Deutschen Presse-Agentur mit. Staudacher galt als der wichtigste österreichische Vertreter des Dadaismus und der "art informel". Seine Arbeiten finden sich in zahlreichen Gruppenausstellungen. Am Anfang seiner Karriere konzentrierte er sich noch auf das Malen von Porträts und Landschaften. Nach seinem Umzug nach Wien 1950 schloss er sich den Künstlern der Wiener Sezession an. Österreichs Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer lobte das außergewöhnliche Lebenswerk Staudachers: "Er war ein vorausdenkender Künstler, der das Kunstleben Österreichs wesentlich bereichert hat, und der nichts Anderes wollte, als malen."

US-Musikproduzent Phil Spector ist tot

Der US-Musikproduzent und verurteilte Mörder Phil Spector ist tot. Er starb am Samstag mit 81 Jahren in einem Krankenhaus in Kalifornien, wie die Gefängnisbehörde erst Sonntag mitteilte. Spector galt als einer der einflussreichsten Produzenten im Bereich des Rock und Pop. In den 1960er Jahren entwickelte er die legendäre Aufnahmetechnik "Wall of Sound". Anfang der 70er-Jahre produzierte Spector die letzte Beatles-LP "Let it be" und die ersten Solo-Alben der Ex-Beatles John Lennon und George Harrison. Auch mit Musikgrößen wie Elvis Presley, den Righteous Brothers oder Tina Turner arbeitete er zusammen. Zu seinen großen Erfolgen zählen so opulente Hits wie "Be My Baby" und "You've Lost That Lovin' Feeling". 2009 war der Produzent des Mordes an der Schauspielerin Lana Clarkson schuldig gesprochen und zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll an den Folgen einer Covid-19 Erkrankung gestorben sein.

Initiative fodert mehr öffentliche Trauer für Corona-Tote

Eine Berliner Initiative will die bisher mehr als 40 000 Corona-Toten in Deutschland mit Kerzen sichtbar machen. In vielen Städten und Gemeinden zünden Menschen jeweils sonntags zum Sonnenuntergang an öffentlichen Plätzen Kerzen für die Toten an. Unter dem Hashtag "#Corona-Tote sichtbar machen" fordert die Bewegung auch im Internet mehr Empathie im Umgang mit der Pandemie. Deren Opfer blieben bei dem Streit um Corona-Maßnahmen und Beschränkungen zu oft unsichtbar.

Tangolegende Juan Carlos Copes ist tot

Der argentinische Tänzer und Choreograph Juan Carlos Copes ist gestern im Alter von 89 Jahren an den Folgen von Covid 19 gestorben. Das hat seine Familie bekannt gegeben. Copes war eine der historischen Figuren des argentinischen Tangos. Er wurde 1931 in Buenos Aires geboren. Gemeinsam mit seiner ersten Partnerin Maria Nieves verhalf er dem Tango auch zu internationaler Popularität.

Archäologen entdecken Totentempel bei Kairo

In der Totenstadt Sakkara bei Kairo haben Archäologen einen Totentempel, 50 Sarkophage und verschiedene Artefakte aus altägyptischer Zeit entdeckt. Dazu gehört nach Angaben des Antikenministeriums ein vier Meter langer Papyrus mit einem Kapitel aus dem Totenbuch, das im alten Ägypten als Grabbeigabe üblich war. Außerdem fanden die Forscher Totenmasken und Spiele. Sakkara liegt am Nil südlich von Kairo und diente in pharaonischer Zeit als Friedhof für die Hauptstadt des Reiches Memphis. Die bei Touristen beliebte Sehenswürdigkeit zählt zum Unesco-Weltkulturerbe.

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