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Kulturnachrichten

Sonntag, 17. Januar 2021

Käßmann: Coronaregeln funktionieren für Familien nicht

Die Theologin Margot Käßmann hat die aktuellen Corona-Regeln zur Einschränkung von Kontakten scharf kritisiert. Dass sich nur Menschen aus zwei Haushalten treffen sollten, sei noch nachvollziehbar, schreibt die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der "Bild am Sonntag". Die neue Ein-Personen-Regel bezeichnete sie allerdings als "lebensfremden Unsinn". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hätten offenbar keinerlei Vorstellung vom Alltag, meint Käßmann. Bei Entscheidungen über Corona-Maßnahmen müssten ab sofort genauso viele Familienexperten mit am Tisch sitzen wie Virologen, fordert die Theologin.

Max-Ophüls-Festival: Ehrenpreis für Wim Wenders

Das 42. Filmfestival Max Ophüls Preis (MOP) in Saarbrücken hat am Sonntagabend begonnen - wegen der Pandemie erstmals als Online-Version. Zum Start wurde Wim Wenders gewürdigt: Der Regisseur, Fotograf und Produzent ("Der Himmel über Berlin") bekam den Ehrenpreis für seine Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film. Das MOP gilt als wichtigstes Festival für den jungen deutschsprachigen Film. Insgesamt werden bis zum 24. Januar 98 Filme gezeigt. Wie im Vorjahr werden 16 Preise vergeben, die insgesamt mit 118.500 Euro dotiert sind. Die Verleihung ist für kommenden Samstag geplant.

Österreichischer Maler Hans Staudacher gestorben

Der österreichische Maler und Dadaist Hans Staudacher ist wenige Tage nach seinem 98. Geburtstag gestorben. Der gebürtige Kärntner sei in der Nacht zum Sonntag in Wien friedlich eingeschlafen, teilte der Galerist Ernst Hilger der Deutschen Presse-Agentur mit. Staudacher galt als der wichtigste österreichische Vertreter des Dadaismus und der "art informel". Seine Arbeiten finden sich in zahlreichen Gruppenausstellungen. Am Anfang seiner Karriere konzentrierte er sich noch auf das Malen von Porträts und Landschaften. Nach seinem Umzug nach Wien 1950 schloss er sich den Künstlern der Wiener Sezession an. Österreichs Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer lobte das außergewöhnliche Lebenswerk Staudachers: "Er war ein vorausdenkender Künstler, der das Kunstleben Österreichs wesentlich bereichert hat, und der nichts Anderes wollte, als malen."

US-Musikproduzent Phil Spector ist tot

Der US-Musikproduzent und verurteilte Mörder Phil Spector ist tot. Er starb am Samstag mit 81 Jahren in einem Krankenhaus in Kalifornien, wie die Gefängnisbehörde erst Sonntag mitteilte. Spector galt als einer der einflussreichsten Produzenten im Bereich des Rock und Pop. In den 1960er Jahren entwickelte er die legendäre Aufnahmetechnik "Wall of Sound". Anfang der 70er-Jahre produzierte Spector die letzte Beatles-LP "Let it be" und die ersten Solo-Alben der Ex-Beatles John Lennon und George Harrison. Auch mit Musikgrößen wie Elvis Presley, den Righteous Brothers oder Tina Turner arbeitete er zusammen. Zu seinen großen Erfolgen zählen so opulente Hits wie "Be My Baby" und "You've Lost That Lovin' Feeling". 2009 war der Produzent des Mordes an der Schauspielerin Lana Clarkson schuldig gesprochen und zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll an den Folgen einer Covid-19 Erkrankung gestorben sein.

Tangolegende Juan Carlos Copes ist tot

Der argentinische Tänzer und Choreograph Juan Carlos Copes ist gestern im Alter von 89 Jahren an den Folgen von Covid 19 gestorben. Das hat seine Familie bekannt gegeben. Copes war eine der historischen Figuren des argentinischen Tangos. Er wurde 1931 in Buenos Aires geboren. Gemeinsam mit seiner ersten Partnerin Maria Nieves verhalf er dem Tango auch zu internationaler Popularität.

Initiative fodert mehr öffentliche Trauer für Corona-Tote

Eine Berliner Initiative will die bisher mehr als 40 000 Corona-Toten in Deutschland mit Kerzen sichtbar machen. In vielen Städten und Gemeinden zünden Menschen jeweils sonntags zum Sonnenuntergang an öffentlichen Plätzen Kerzen für die Toten an. Unter dem Hashtag "#Corona-Tote sichtbar machen" fordert die Bewegung auch im Internet mehr Empathie im Umgang mit der Pandemie. Deren Opfer blieben bei dem Streit um Corona-Maßnahmen und Beschränkungen zu oft unsichtbar.

Archäologen entdecken Totentempel bei Kairo

In der Totenstadt Sakkara bei Kairo haben Archäologen einen Totentempel, 50 Sarkophage und verschiedene Artefakte aus altägyptischer Zeit entdeckt. Dazu gehört nach Angaben des Antikenministeriums ein vier Meter langer Papyrus mit einem Kapitel aus dem Totenbuch, das im alten Ägypten als Grabbeigabe üblich war. Außerdem fanden die Forscher Totenmasken und Spiele. Sakkara liegt am Nil südlich von Kairo und diente in pharaonischer Zeit als Friedhof für die Hauptstadt des Reiches Memphis. Die bei Touristen beliebte Sehenswürdigkeit zählt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Filmfestival "Max Ophüls Preis" findet online statt

Heute beginnt in Saarbrücken das 42. Filmfestival Max Ophüls Preis. Wegen der Corona-Pandemie findet es in diesem Jahr zum ersten Mal online statt. Bis zum kommenden Sonntag werden insgesamt 98 Filme auf einer eigenen Streaming-Plattform gezeigt. 50 davon treten im Wettbewerb um 16 Preise mit einem Gesamtwert von fast 120.000 Euro an. Den undotierten Ehrenpreis für seine Verdienste um den jungen Film erhält dieses Mal der Regisseur Wim Wenders. Das Festival "Max Ophüls Preis" ist die wichtigste Plattform für den jungen deutsch-sprachigen Film.

Pisa-Koordinator für Öffnung von Grundschulen

Der Verantwortliche für die internationalen Pisa-Studien, Andreas Schleicher, plädiert für die Öffnung von Grundschulen und Kindergärten. Selbst bei der gegenwärtigen Infektions-Lage habe er wenig Verständnis dafür, dass Grundschulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen seien, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Schul-Schließungen hätten langfristig schwerwiegende Folgen, vor allem in den ersten Schuljahren und vor allem für Kinder aus einem sozial benachteiligtem Umfeld. Schleicher leitet das Direktorat Bildung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Italien öffnet einige Museen ab Montag

In einigen Regionen Italiens können ab morgen Museen und Ausstellungen zum Teil werktags öffnen. Das gilt für die sogenannten Gelben Zonen, in denen die Corona-Lage weniger angespannt ist als im Rest des Landes. Das geht aus einem von Ministerpräsident Conte unterschrieben Dekret hervor. Damit kann auch der archäologische Park in der Region Kampanien wieder öffnen. Dort liegt die versunkene Stadt Pompeji. In der Anlage können die Menschen dann zum Beispiel das Amphitheater und viele andere Gebäude besichtigen. Der archäologische Park gehört zu Italiens beliebtesten Touristen-Attraktion.

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Fazit

Pressefoto des JahresEine Umarmung mit Symbolcharakter
Das Foto des Jahres 2021 "The First Embrace" (Die erste Umarmung) zeigt zwei Frauen, die sich - getrennt von einer Plastikfolie - umarmen. (imago images / Politiken / Mads Nissen)

Das Pressefoto des Jahres ist oft mit den prägenden Themen der Gegenwart verbunden: Mit dem Siegerfoto 2021 beschreibe der Däne Mads Nissen die Pandemie und die damit verbundenen Erfahrungen in einem Bild, sagt die Kunsthistorikerin Karen Fromm.Mehr

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