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Dienstag, 15.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Kabarettist Lange: 9. Oktober soll Feiertag werden

Mit einem Festakt im Gewandhaus erinnert Leipzig an die entscheidende Montagsdemonstration in der DDR vor 30 Jahren. Am 9. Oktober 1989 hatten dort etwa 70.000 Menschen friedlich gegen die SED-Diktatur protestiert. Das Ereignis gilt heute als entscheidende Wegmarke der friedlichen Revolution. Der Kabarettist Bernd-Lutz Lange, der die Demonstration damals mitorganisiert hatte, fordert, den 9. Oktober zum Feiertag zu machen, weil er in der öffentlichen Wahrnehmung unterschätzt werde. Im Deutschlandfunk Kultur erinnerte er daran, dass sich die Ostdeutschen - die Bevölkerung einer Diktatur - die Demokratie selbst errungen hätten. Ohne den 9. Oktober in Leipzig, so Lange, hätte es keinen 9. November in Berlin gegeben.

Offener Brief gegen türkische Offensive in Syrien

Künstler, Autoren und Politiker der Linken und der Grünen fordern in einem Offenen Brief den sofortigen Stopp der türkischen Militär-Offensive in Nordsyrien. Sie fordern unter anderem den Rückzug der Armee, ein Ende des Exports von Kriegswaffen in die Türkei und eine friedliche Lösung des Syrien-Krieges. Initiiert wurde der Brief von der Gewinnerin des Bachmann-Publikumspreises 2019, Ronya Othmann. Unterschrieben haben den Brief unter anderem die Politiker Cem Özdemir, Ricarda Lang und Volker Beck, Autoren und Künstler wie Sibylle Berg, Margarete Stokowski und Josef Haslinger sowie die Journalisten Jakob Augstein und Fabian Wolff. Die Türkei hatte am Mittwochnachmittag mit der angekündigten Offensive in Nordsyrien begonnen. Am Donnerstag wird sich der UN-Sicherheitsrat damit befassen.

Salman Rushdie sieht in Greta Thunberg eine Heldin

Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie hat sich begeistert über die 16-jährige schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg geäußert. "Sie ist meine Heldin. Sie ist angstfrei, und jedes Wort, das sie sagt, ist korrekt", sagte der 72-Jährige der Wochenzeitung "Die Zeit". Zugleich warnte Rushdie davor, dass US-Präsident Trump das politische System der USA umbauen könnte. "Dann werden die Bürgerrechte, die Frauenrechte, der Naturschutz endgültig zurückgedreht sein", sagte der Autor, der vor kurzem sein 19. Buch veröffentlicht hat. "Quichotte" erzählt von einem Reisenden, der quer durch die USA fährt. Rushdie äußerte sich in dem Interview auch zur der massiven Bedrohung, der er lange ausgesetzt war. Wegen seines Buches "Die satanischen Verse" von 1988 hatte der iranische Ajatollah Chomeini wegen des Vorwurfs der Gotteslästerung eine Fatwa gegen ihn erlassen, die mit einem Kopfgeld auf seine Tötung verbunden war.

Leuchtturmpreis für interreligiöses Jugendnetzwerk

Den Leuchtturmpreis 2019 der Stiftung Ravensburger Verlag bekommt die Münchner Mediatorin Eva Rapaport für das interreligiöse Jugendnetzwerk YouthNet. Das Projekt sei ein herausragendes Beispiel für aktive Integration und tolerantes Miteinander, teilte die Stiftung zur Begründung mit. Christliche, jüdische, muslimische und jesidische Jugendliche mit unterschiedlicher Herkunft und teilweise mit Fluchterfahrung sollen dabei Teamarbeit lernen und Integration leben. Der Leuchtturmpreis wird für "vorbildliches Engagement im Sektor familiäre, institutionelle oder ehrenamtliche Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen" vergeben. Weiter erhält Autorin Saskia Luka den Buchpreis 2019 der Stiftung für ihren Debütroman "Tag für Tag". Der Familienroman erzählt von drei Frauen, Großmutter, Tochter und Enkelin, deren Leben vom Jugoslawienkrieg geprägt wurde. Beide Preise sind mit 12.000 Euro dotiert und werden am 25. November in Berlin verliehen.

Berlinale 2020: Retrospektive zeigt Filme von King Vidor

Die Berlinale zeigt im nächsten Jahr mehrere Filme des US-amerikanischen Regisseurs King Vidor (1894-1982). Ihm ist die Retrospektive des Filmfestivals gewidmet. Sein Werk umfasst mehr als 50 Filme, etwa den Western "Duell in der Sonne", die Literaturverfilmung "Krieg und Frieden" und den kritischen Stummfilm "Die Große Parade" über den Ersten Weltkrieg. "King Vidor war überzeugt von der Menschlichkeit, die das Kino seinem Publikum vermitteln kann, und hat zu diesem Zweck immer wieder neue filmische Mittel entwickelt", teilte der Künstlerische Leiter der Berlinale, Carlo Chatrian, in Berlin mit. Die Berlinale gehört neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Die Internationalen Filmfestspiele finden nächstes Jahr zum 70. Mal statt. Der Italiener Chatrian und die Niederländerin Mariette Rissenbeek leiten die Berlinale zum ersten Mal.

Polizei fahndet nach wertvollem Gemälde

Die Polizei fahndet nach einem etwa 40.000 Euro teuren Gemälde, das in Düsseldorf gestohlen wurde. Die "Wallfahrt nach Kevelaer" stammt von Hubert Salentin (1822-1910), einem Maler der Düsseldorfer Schule. Das etwa 120 Jahre alte Bild sei aus einem Auto gestohlen worden, das vor einer Kunstgalerie geparkt gewesen sei, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler schließen nicht aus, dass es der Dieb gezielt auf das Bild abgesehen hatte. Das 70 mal 90 Zentimeter große Gemälde sei bereits Anfang Juni verschwunden. Weil die bisherigen Ermittlungen ins Leere liefen, entschieden sich die Ermittler nun öffentlich nach dem Bild zu fahnden.

Ditib-Vorsitzender verteidigt Dialog mit Muslimbrüdern

Der Vorsitzende des deutsch-türkischen Moscheeverbandes Ditib hat Kontakte zur fundamentalistischen Muslimbruderschaft verteidigt. Es sei sinnvoll, den Dialog mit den Muslimbrüdern zu führen, so Kazim Türkmen in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur. Das bedeute nicht, ihre Haltung zu akzeptieren. Anfang des Jahres hatten Vertreter der Muslimbruderschaft an einem europäischen Islamkongress in der Kölner Ditib-Zentrale teilgenommen. Die international vernetzte Muslimbruderschaft gilt als die einflussreichste und größte islamistische Organisation der Gegenwart und wird vom Verfassungschutz beobachtet. Der Vorfall hatte überregional für Schlagzeilen gesorgt. Türkmen hofft außerdem auf Fortschritte beim islamischen Religionsunterricht in Deutschland. Mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen befinde man sich in "konstruktiven Gesprächen", sagte der Vorsitzende des deutsch-türkischen Moscheeverbandes. Das bevölkerungsreichste Bundesland hatte im Sommer eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Künftig soll eine Kommission über Inhalte und Lehrerlaubnisse für den islamischen Religionsunterricht entscheiden, an der auch Vertreter mitwirken, die nicht den großen Islamverbänden angehören.

Ex-Musikhochschul-Präsident muss ins Gefängnis

Der wegen sexueller Nötigung verurteilte Ex-Präsident der Musikhochschule München muss ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof bestätigte in vollem Umfang das Urteil des Landgerichts München I. Es ist damit rechtskräftig. Das Landgericht hatte Siegfried Mauser im Mai 2018 wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Er hatte demnach eine Sängerin, die sich um eine Stelle beworben hatte, in seinem Büro auf das Sofa gestoßen und trotz Gegenwehr sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen. In einem weiteren Fall war Mauser vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Hier hatte die Bundesanwaltschaft die Aufhebung des Urteils gefordert. Die Frauen waren im Büro des Präsidenten, weil sie sich um Stellen beworben hatten. Mauser führte die Hochschule von 2003 bis 2014. Der Musiker hatte bei der BGH-Verhandlung betont, er verabscheue Gewalt. Er habe aber Menschen enttäuscht.

Restaurierung der Grabeskirche: Zweite Phase beginnt

Für die zweite Phase der Restaurierung der Grabeskirche in Jerusalem haben Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land mit zwei italienischen Einrichtungen eine Voruntersuchung vereinbart. Das Institut für Altertumsforschung an der römischen Universität "La Sapienza" und eine Turiner Stiftung sollen den Zustand des Fundaments der Grabeskapelle und den Fußboden der Rotunde in der Grabeskirche genauer untersuchen. So können weitere Restaurierungsarbeiten vorbereitet werden, auf die sich die drei Konfessionen geeinigt haben, die das Innere der Grabeskirche verwalten: die lateinische Kirche, das griechisch-orthodoxe Patriarchat sowie das der Armenier. Die Ergebnisse sollen in einem Jahr vorliegen. Dann können die Restaurierungsarbeiten beginnen. Auch in dieser Phase soll das Gotteshaus laut Mitteilung für Pilger geöffnet bleiben. Im März 2017 waren nach jahrzehntelangem Streit der Konfessionen an der Kapelle über dem traditionellen Grab Christi umfassende Restaurierungsarbeiten abgeschlossen worden.

Filmtheater feiern Europäischen Kinotag

Am kommenden Sonntag findet zum vierten Mal der Europäische Kinotag statt. Damit soll ein Zeichen für eine offene Gesellschaft gesetzt und die Freiheit der Kunst gefeiert werden. 700 Kinos in verschiedenen Ländern beteiligen sich, darunter etwa 200 in Deutschland. Aber auch aus Amerika, Kanada und Nordafrika seien Häuser dabei. In Deutschland hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Schirmherrschaft übernommen. Geplant sind Filmvorführungen, sowie Sondervorstellungen und Diskussionen mit Künstlern wie Sandra Hüller oder den Regisseuren Jean Pierre und Luc Dardennes. Viele Kulturschaffende beneiden uns in Europa um die Freiheit und Offenheit unserer Gesellschaft, sagte der Präsident des internationalen Arthouse-Kinoverbands Cicae, Christian Bräuer. "Wir laden die Menschen deshalb auch ein, darüber nachzudenken, dass diese Freiheit nicht selbstverständlich ist, sondern dass wir sie alle immer wieder verteidigen müssen!"

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