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Kulturnachrichten

Samstag, 10. Januar 2015

"Jyllands-Posten" will keine "Charlie-Hebdo"-Karikatur drucken

Eine Mohammed-Karikatur des Zeichners Kurt Westergaard, die 2005 in der dänischen Zeitung erschien, hatte zu Protesten von Muslimen geführt.

"Seit neun Jahren leben wir mit der Angst vor einem Terrorangriff", hieß es in einem Kommentar. Deswegen werde man im Gegensatz zu anderen Blättern keine eigenen Karikaturen oder solche der französischen Zeitung drucken. "Das zeigt, dass Gewalt wirkt", räumte die Redaktion ein. "Wir sind uns auch bewusst, dass wir uns damit der Gewalt und Einschüchterung beugen." Die Sicherheit der Mitarbeiter gehe vor.

Italienischer Regisseur Francesco Rosi ist tot

Der vielfach ausgezeichnete Regisseur von Filmen wie "Christus kam nur bis Eboli" starb im Alter von 92 Jahren.

Der Vertreter des italienischen Neorealismus wurde durch eine Reihe von Filmen über die Mafia ("Wer erschoss Salvatore G.?"), über Politikskandale ("Die Affäre Mattei") sowie über Justizaffären ("Die Macht und ihr Preis") bekannt, verfilmte später aber auch mehrfach berühmte Romane. Der 1922 in Neapel geborene Rosi studierte zunächst Jura, bevor er zum Film und Theater wechselte. Er assistierte berühmten Regisseuren wie Luchino Visconti und Michelangelo Antonioni, bevor er selbst Filme machte. Seine Filme wurden auf den Filmfestivals in Venedig und Cannes vielfach ausgezeichnet, 2009 erhielt Rosi auf der Berlinale den Goldenen Bären für sein Lebenswerk. Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris würdigte ihn am Samstag als "Mann von immenser Kultur, außergewöhnlichen Regisseur, Stolz von Neapel".

Deutschlandradio-Intendant Steul: "Pressefreiheit nicht in Gefahr"

Der Intendant des Deutschlandradios, Willi Steul, sieht die Pressefreiheit durch die Anschläge in Paris nicht in Gefahr.

Solange Journalisten dem Druck nicht nachgäben, könne man davon nicht reden, sagte er im Deutschlandfunk. Steul wies zudem den Begriff "Lügenpresse" zurück, der unter anderem bei Pegida-Demonstrationen gerufen wird. Das sei ein Begriff aus dem Wörterbuch der Nationalsozialisten. Medien dürften sich von solchen Angriffen nicht beeindrucken lassen. Zwar komme es auch in den Programmen des Deutschlandradios gelegentlich zu inhaltlichen Fehlern, allerdings nicht zu substanziellen. Und von einer Steuerung von außen könne nun überhaupt nicht die Rede sein, betonte der Intendant.

Sigi Zimmerschied erwartet mehr satirische Kritik

Der Kabarettist will sich von dem islamistischen Anschlag auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" nicht einschüchtern lassen.

"Mit diesen Ängsten, dass das, was man macht, Grenzen überschreitet und es darauf Reaktionen gibt, lebt man ja schon die ganze Zeit", sagte Zimmerschied gestern dem Bayerischen Rundfunk. Für ihn sei "Satire die Methode der Angstüberwindung". Der Anschlag werde bei Satirikern in aller Welt "die Kritik an Unstimmigkeiten, Verengungen, grausamen und unmenschlichen Tendenzen verstärken". Die Terroristen, die Gott vor Blasphemie schützen wollten, hätten "kaputte Köpfe, die eine Gewaltrechtfertigung brauchen", sagte Zimmerschied. Wenn es Gott gebe, "dann ist er so groß, dass er unsere Anschleimerei wirklich nicht braucht. Dann wird er sich schon selber helfen können." Der Passauer Kabarettist hatte wegen Gotteslästerung schon einmal vor Gericht gestanden, war aber freigesprochen worden.

Rund 200 deutschsprachige Zeichner erklären "Charlie" ihre Solidarität

"Dieser Anschlag war ein Anschlag auf die Freiheit der Presse, auf die Freiheit der Rede und die Freiheit der Kunst", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. "Ein Anschlag auf das Herzstück jeder freiheitlichen Gesellschaft, die Grundlage unserer Arbeit." Die Künstler versicherten: "Wir werden uns auch in Zukunft nicht davon abhalten lassen, das zu veröffentlichen, was wir für richtig halten." Initiiert wurde die Solidaritätsadresse von den Mitarbeitern des Frankfurter Caricatura-Museums und des Karikaturenmuseums Krems in Österreich. Zu den Unterzeichnern gehören Franziska Becker, Peter Gaymann, Gerhard Glück, Thomas Gsella, Sarah Humberg, Rudi Hurzlmeier und Klaus Staeck.

Freiluft-Kunstwerk in Kulturhauptstadt Mons wird abgebaut

Aus Sorge um die Sicherheit gibt die europäische Kulturhauptstadt Mons eines ihrer Wahrzeichen auf.

Die riesige Holzlatten-Konstruktion "The Passenger" sollte wegen anhaltender Instabilität am Samstag abgebaut werden, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Stadt Mons berichtete. Nachdem die Installation des Künstlers Arne Quinze am Heiligabend in Teilen zu Boden gegangen war, wurde sie zwar repariert. Doch die Probleme hielten an: Anwohner berichteten von Knackgeräuschen, ein Teil senkte sich erneut ab. Die Straße, die das Gebilde wie Astwerk überspannte, musste gesperrt werden.

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