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Dienstag, 17.07.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Jury gibt Preisträger für "Journalist des Jahres" bekannt

Preisverleihung im Februar in Berlin

Die Jury der Branchenzeitschrift "medium magazin" hat die "Journalisten des Jahres" bekanntgegeben. Markus Feldenkirchen vom "Spiegel" erhält die Auszeichnung für sein Porträt "Mannomannomann" über den SPD-Vorsitzenden Martin Schulz. Barbara Hans von "Spiegel Online" ist "Chefredakteurin des Jahres" in der Kategorie "nationale Medien", Michael Bröcker ("Rheinische Post") "Chefredakteur des Jahres" bei den regionalen. Die frühere "Stern"-Ressortleiterin und ehemalige Leiterin der Henri-Nannen-Schule, Ingrid Kolb, erhät einen Preis für ihr Lebenswerk. Einen Sonderpreis erhalten der in der Türkei inhaftierte "Welt"-Journalist Deniz Yücel und der Freundes- und Unterstützerkreis "#FreeDeniz". Die undotierten Auszeichnungen sollen am 19. Februar 2018 in Berlin überreicht werden.

Musikerinnen werfen Dirigent Dutoit Übergriffe vor

Vorfälle sollen zwischen 1985 und 2010 stattgefunden haben

Vier klassische Musikerinnen haben dem international renommierten Dirigenten Charles Dutoit sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Diese hätten zwischen 1985 und 2010 stattgefunden, wobei es ihnen gelungen sei, der Situation zu entkommen, sagten sie der Nachrichtenagentur AP. Sie hätten damals nichts gesagt, weil sie in einem Abhängigkeitsverhältnis gewesen seien; zwei der Musikerinnen wollen noch immer ihren Namen nicht genannt wissen, weil sie fürchten, dann keine Engagements mehr zu bekommen. Der 81-jährige, in der Schweiz geborene Dutoit ist ein erfolgreicher Dirigent mit einer langen Laufbahn als Kunstdirektor und Erster Dirigent des Londoner Royal Philharmonic Orchestra. Er ist auch Ehrendirigent und Dirigent Emeritus des NHK Symphonie Orchestra in Tokio und arbeitete als Gastdirigent mit anderen berühmten Orchestern zusammen. Für Nachfragen der AP war er zunächst nicht erreichbar; das Royal Philharmonic teilte mit, es habe die Fragen der AP per E-Mail an ihn weitergeleitet.

Pussy Riot: Maria Alechina zu Sozialstunden verurteilt

Nach Festnahme bei Protest vor Inlandsgeheimdienst

Maria Alechina von der russischen Punkband Pussy Riot ist wegen einer Protestaktion vor dem Gebäude des Inlandsgeheimdienstes (FSB) in Moskau zu Sozialstunden verurteilt worden. Alechina hatte auf dem Lubjanka-Platz ein weißes Tuch mit der Aufschrift "Alles Gute zum Geburtstag, Henker!" entfaltet. Ein Richter an einem Bezirksgericht in Moskau verurteilte die 29-Jährige zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Der Geheimdienst beging am 20. Dezember die Gründung seiner Vorläuferorganisation Tscheka durch die Bolschewiki nach der Oktoberrevolution vor hundert Jahren. Neben Alechina wurden eine weitere Aktivistin, Olga Borisowa, sowie zwei Fotografen festgenommen. Alechina hatten bis zu zwei Wochen Haft gedroht.

Urteil gegen "Tagesschau"-App ist rechtskräftig

Bundesgerichtshof weist Revisionsantrag des NDR zurück

Der Bundesgerichtshof hat im Rechtsstreit um die "Tagesschau"-App den Antrag des NDR auf Zulassung der Revision nicht zugelassen. Damit werde das vorangehende Urteil des Oberlandesgerichts Köln rechtskräftig, teilte der Norddeutsche Rundfunk mit. Das Gericht hatte die Ausgabe der "Tagesschau-App" vom 15. Juni 2011 als "in unzulässiger Weise presseähnlich" bewertet und der Klage mehrerer Tageszeitungen statt gegeben. Der NDR will nun mit der ARD zu prüfen, vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger wirft einigen Sendern vor, sich nach wie vor nicht an das Verbot zu halten. Unter dem Deckmantel des Sendungsbezugs würden weiterhin textlastige Portale eingestellt. Der Schwerpunkt öffentlich-rechtlicher Online-Angebote müsse eindeutig im audiovisuellen Bereich liegen, forderte der Verband. "ZDF.de" und "WDR.de" gingen dabei mit gutem Beispiel voran.

Putin verneint politische Verfolgung von Serebrennikow

Russischer Präsident bezeichnet Fall als "sensibel"

Rußlands Präsident Wladimir Putin hat eine politische Verfolgung des Kultregisseurs Kirill Serebrennikow verneint. "Wäre dann sein Stück im Bolschoi-Theater gezeigt worden? Das wurde es doch", sagte Putin bei einem Treffen mit Kulturschaffenden. Die russische Justiz wirft dem international anerkannten Theatermacher vor, umgerechnet etwa eine Million Euro Subventionen unterschlagen zu haben. Er steht deswegen seit August unter Hausarrest und konnte bei der Premiere seines Balletts "Nurejew" am Bolschoi Anfang Dezember nicht dabei sein. Mehrere Theaterleiter hatten nach Serebrennikows Festnahme erklärt, es sei fast unmöglich, Projekte mit staatlichen Zuschüssen ohne Verstöße abzurechnen. Putin gestand ein, dass das geltende Gesetz nicht optimal sei. Trotzdem müsse es eingehalten werden, solange es nicht durch ein besseres ersetzt werde.

Kameramann erhält Nachschlag für "Das Boot"

Gericht urteilt zu Gunsten von Jost Vacano

Der Chefkameramann des Erfolgsfilms "Das Boot" bekommt nach einem Urteil des Oberlandesgerichts München einen finanziellen Nachschlag einschließlich Zinsen von knapp 600 000 Euro. Zudem stehe Jost Vacano eine Beteiligung an weiteren Erlösen zu, entschied das Gericht. Für künftige TV-Ausstrahlungen könne er eine Vergütung verlangen. Vacano hatte bei der Produktion des Spielfilms mit Regisseur Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1981 rund 100 000 Euro erhalten. Er hielt dies für nicht ausreichend und berief sich auf den Fairnessparagrafen im Urheberrecht. Die Produktionsfirma Bavaria Film, der Westdeutsche Rundfunk und die E.V.M. GmbH, die den Film auf Video und DVD verbreitet, hätten so hohe Einnahmen erzielt, dass ein auffälliges Missverhältnis entstanden sei, argumentierte Vacano.

Bund unterstützt Doku-Zentrum Reichsparteitagsgelände

Berlin gibt sieben Millionen Euro für Ausbau

Der Bund unterstützt den Ausbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände mit sieben Millionen Euro bewilligt. Das Geld stamme aus dem Programm "Nationale Projekte des Städtebaus", teilte die Stadt Nürnberg mit. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2018 beginnen und bis zur Fertigstellung 2021 15,3 Millionen Euro kosten. Mit vier Millionen Euro beteiligt sich der Freistaat Bayern. Ziel des erweiterten Doku-Zentrums auf dem ehemaligen NS-Gelände sei es, ein wissenschaftlich und didaktisch innovatives sowie inklusives Museumsangebot für den steigenden Besucherzustrom aus aller Welt zu schaffen.

Unicef-Deutschland kürt Foto des Jahres

Fotos von Flüchtlingskindern auf den ersten drei Plätzen

Das Gesicht des fünfjährigen Flüchtlingsmädchens Zahra aus Syrien ist das Unicef-Foto des Jahres 2017. In Zahras Gesicht begegne dem Betrachter stellvertretend das stille Leid von Millionen Kindern in den Krisenländern der Erde, sagte die Schirmherrin von Unicef Deutschland, Elke Büdenbender, bei der Preisverleihung in Berlin. Das Foto stammt von dem zweifachen Pulitzer-Preisträger Muhammed Muheisen. Der zweite und dritte Preis gingen an den in Bangladesch geborenen Fotografen K.M. Asad und den Kanadier Kevin Frayer. Ihre Fotos dokumentieren das Schicksal von Müttern und Kindern der ethnischen Minderheit der Rohingya, die vor der Gewalt in Myanmar flohen.

Dreyer will Rundfunkbeitrag ab 2020 begrenzen

Beitragshöhe sei "mitentscheidend für Akzeptanz"

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will neue Belastungen beim Rundfunkbeitrag ab 2020 möglichst vermeiden. "Als Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder setze ich mich dafür ein, eine Beitragserhöhung in 2020 möglichst zu begrenzen", teilte sie der Deutschen Presse-Agentur mit. Neben einem qualitativ hochwertigen Angebot für alle Bürger sei die Beitragshöhe mitentscheidend für die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sie wies darauf hin, dass der Beitrag seit 2009 nicht erhöht worden sei, 2015 wurde er um 48 Cent im Monat gesenkt.

Leipziger Museum erhält 20 Leihwerke von Neo Rauch

Rauch nennt Leihgabe eine "Sensation"

Ein Sammlerpaar leiht dem Leipziger Museum der bildenden Künste rund 20 Hauptwerke des Star-Malers Neo Rauch. Der Vertrag sei bereits unterzeichnet, sagte Museumsdirektor Alfred Weidinger der "Leipziger Volkszeitung". Der Leipziger Maler selbst nennt die Leihgabe eine "Sensation". Es handle sich durchweg um Bilder, die auch ihm wichtig seien. Die Gemälde von Rauch werden in der Regel für sechsstellige Summen verkauft. Den Sammlern hat Museumsdirektor Weidinger versprochen, ihre Identität geheim zu halten. "Sie fühlen sich eng mit Leipzig verbunden und wollen sich für die Stadt engagieren", sagte er.

Bundesstiftung Aufarbeitung fördert 159 Projekte

Vorhaben werden mit 2,65 Millionen Euro unterstützt

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fördert im kommenden Jahr bundesweit Projekte mit 2,65 Millionen Euro. Darunter seien Publikationen, Ausstellungen, Tagungen sowie Archivprojekte und Dokumentarfilme, teilte die Stiftung in Berlin mit. Insgesamt würden 159 Projekte finanziell unterstützt. Dazu gehörten neun Vorhaben, die sich mit den historischen Ereignissen des Jahres 1968 wie den Studentenprotesten auseinandersetzten. Die Verbände der Opfer der SED-Diktatur erhielten etwa 219.000 Euro. Die Beratung von Opfern unterstütze die Stiftung mit 83.000 Euro. Rund eine halbe Million Euro werde für die Bildungsarbeit aufgewendet.

Pussy Riot: Maria Alechina zu Sozialstunden verurteilt

Nach Festnahme bei Protest vor Inlandsgeheimdienst

Maria Alechina von der russischen Punkband Pussy Riot ist wegen einer Protestaktion vor dem Gebäude des Inlandsgeheimdienstes (FSB) in Moskau zu Sozialstunden verurteilt worden. Alechina hatte auf dem Lubjanka-Platz ein weißes Tuch mit der Aufschrift "Alles Gute zum Geburtstag, Henker!" entfaltet. Ein Richter an einem Bezirksgericht in Moskau verurteilte die 29-Jährige zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Der Geheimdienst beging am 20. Dezember die Gründung seiner Vorläuferorganisation Tscheka durch die Bolschewiki nach der Oktoberrevolution vor hundert Jahren. Neben Alechina wurden eine weitere Aktivistin, Olga Borisowa, sowie zwei Fotografen festgenommen. Alechina hatten bis zu zwei Wochen Haft gedroht.

Türkische Polizei zerschlägt Kunst-Schmugglerring

Archäologische Schätze sollten illegal ins Ausland verkauft werden

Die türkische Polizei hat in Istanbul mehr als 26 000 archäologische Fundstücke sichergestellt und 13 Schmuggler festgenommen. Die Werke aus der byzantinischen Zeit und dem Mittelalter sollten außer Landes gebracht und illegal verkauft werden, berichtet die regierungsnahe Zeitung "Sabah". Es handele sich unter anderem um Münzen und Skulpturen. Sie würden dem Archäologischen Museum in Istanbul übergeben. Militante Gruppen im Irak und Syrien wie die Terrormiliz Islamischer Staat profitieren vom Schmuggel mit archäologischen Schätzen und wickeln diesen oft über die Türkei ab.

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