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Kulturnachrichten

Sonntag, 18. September 2016

Julia Jentsch für Selbstbestimmung

Spätabtreibungs-Drama "24 Wochen" kommt in die Kinos

Die Schauspielerin Julia Jentsch hält es für richtig, dass nur die Schwangere selbst bestimmen darf, ob sie ein Kind mit einer schweren Behinderung bekommen möchte. "Ich finde, dass am Ende sie und nur sie entscheiden kann. Weil es eine Entscheidung ist, die ihren eigenen Körper mit einschließt", sagte Jentsch der "Berliner Zeitung". Jentsch, die in ihrem neuesten Film "24 Wochen" eine werdende Mutter spielt, die erfährt, dass ihr Kind Trisomie 21 und einen schweren Herzfehler hat, sagte weiter: "Bei einem Eingriff wie dem einer Spätabtreibung, aber auch bei einer solchen Geburt, setzt sich die Frau einer großen Gefahr aus, und wer soll darüber bestimmen, wenn nicht sie selbst." Die Entscheidung dürften andere nicht verurteilen, das stehe niemandem zu, sagte die 38-Jährige.

Islamexperte warnt vor Dschihadismus in Europa

Gilles Kepel: Sie wollen Bürgerkrieg und Zerstörung

Der französische Sozialwissenschaftler, Gilles Kepel, hat in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vor "Dschihadismus der dritten Generation" gewarnt. Seiner Ansicht nach habe sich der Terror-Mechanismus "radikal verändert", was "weder die Geheimdienste noch die Politiker verstanden" hätten. "Zum ersten Mal ist es schwer, die Tatsachen zu ignorieren, was lange, zu lange getan wurde", so Kepel. Der Islamexperte erinnert an den Aufruf des Anführers des globalen Dschihad, al-Suri, zu "autonomen Attacken im unmittelbaren Umfeld, gerne auch mit einfachen Mitteln": "Als Zielscheibe designiert al-Suri Europa, den 'weichen Bauch' des Okzidents", betonte Kepel. "Dieser Terrorismus aus der Mitte heraus werde zu gewaltsamen Reaktionen der Gesellschaft führen, wodurch die Muslime sich noch stärker ausgegrenzt fühlen und sich deshalb hinter den Radikalen versammeln würden", so Kepel weiter unter der Berufung auf al-Suri. Das Endziel dieses "Dschihadismus der dritten Generation" sei "der Bürgerkrieg und die Zerstörung Europas, auf dessen Ruinen man dann das Kalifat erreichen könnte", unterstrich der Islamexperte.

Star-Architekt Kollhoff beklagt Verfall der Baukunst

Wiederaufbau des Berliner Schlosses als positiv bewertet

Der Architekt Hans Kollhoff (70) sieht schwarz für die Zukunft des Städtebaus in Deutschland. Man habe hierzulande die Architektur in zwei Schritten "abgeschafft", beklagte Kollhoff in der "Welt am Sonntag". Die erste Phase sei mit dem Namen des französischen Architekten Le Corbusier (1887-1965) verbunden, dessen Ideen das "Gegenteil von traditioneller Architektur" gewesen seien. Der zweite Schritt "kam nach dem Dritten Reich, als das architektonische Kompendium entsorgt wurde, weil es als kontaminiert galt. Davon haben wir uns noch nicht wieder erholt", sagte Kollhoff. Erschwerend komme "die Angst vieler meiner Kollegen, kein moderner Architekt mehr zu sein". Im Hinblick auf den umstrittenen Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses zeigte sich Kollhoff optimistisch. "Wir haben heute überhaupt nicht die Voraussetzungen, anstelle des Schlosses etwas anderes dorthin zu setzen, was auch vernünftig wäre", sagte der Architekt. "Ein modernistischer Entwurf" wäre seiner Ansicht nach "in die Hose gegangen". Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass sich das Schloss in eine Jahrhunderte währende städtebauliche Entwicklung eingefügt und den dort vorhanden Raum sinnvoll besetzt habe, betonte Kollhoff. Inwieweit der Bau seines Kollegen Franco Stella den Ansprüchen genüge, "muss man sehen, wenn es fertig ist".

Neue Suchaktion nach Grab von Dichter Lorca in Andalusien

Seit 80 Jahren bleibt der Leichnam des Dichters verschwunden

Ein Expertenteam hat in der spanischen Region Andalusien die Suche nach dem Grab des Dichters Federico García Lorca (1898-1936) wieder aufgenommen. Der Verbleib des Leichnams gilt als eines der großen Geheimnisse aus der Zeit des spanischen Bürgerkriegs. Die Grabungen hätten am frühen Sonntagmorgen in der Nähe der Stadt Granada begonnen, zitierte die Nachrichtenagentur efe den Archäologen Javier Navarro, der die Suche leitet. "Das ist, als würde man eine Nadel im Heuhaufen suchen", sagte er im Vorfeld der Grabungen der Deutschen Presse-Agentur. Die genaue Stelle ist bis heute unbekannt und bleibt ein Mysterium, das Wissenschaftler schon lange zu lüften versuchen. Suchaktionen in den Jahren 2009 und 2014 waren ergebnislos geblieben. Nach neuen Hinweisen gräbt Navarros Team nun etwa 500 Meter von der Stelle entfernt, an der 2009 gesucht worden war. Lorca war vor fast genau 80 Jahren zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges von Schergen des späteren Diktators Franco kaltblütig erschossen worden und in einem Massengrab verscharrt. Lorca gilt bis heute als der meistübersetzte spanische Lyriker.

Neo Rauch wehrt sich gegen Forderungen nach politischer Kunst

Unterschwellige Reflexionen des Weltgeschehens

In einem SPIEGEL-Interview erklärte einer der erfolgreichsten und wichtigsten Maler Deutschlands, Neo Rauch (56), er habe schon "unmittelbar nach der Wende" etwas kommen sehen, was er "ein Anbranden des Irrationalismus" nennt. Daraus habe sich ein Generalangriff auf die Aufklärung entwickelt. Zum Beispiel im US-Wahlkampf und in der Türkei. "Als Maler ist man ein Mensch mit einer besonders feinen Witterung für das Nachzittern oder das Vorzittern von unguten Ereignissen", sagte er dem SPIEGEL. Aber selbst wenn seine Bilder auch "unterschwellige Reflexionen der Weltzusammenhänge, des Weltgeschehens" seien, sollte man nicht fordern, "in den Kämpfen unserer Zeit hat Kunst Waffe zu sein". "Ich lehne nicht das Zeitgenössische ab, sondern die Positionierung im politischen Raum mit den Mitteln der Malerei. (...) Ich muss zusehen, dass ich nicht den direkten Rapport liefere", unterstrich Rauch. Das Spannungsfeld zwischen Politik und Malerei treibe ihn stets um, sagte der Künstler mit Blick auf eine Enthauptungsszene und ein Mädchen mit einem brennenden Rucksack, die er vor kurzem gemalt hatte. "Das sollte man vielleicht auch gar nicht mehr malen", so Rauch. Es sei für ihn eine "Form des künstlerischen Anstands, das Feld frei zu halten von allzu deutlichen Alltagsreflexen, von Nutzbarmachungen im Sinne einer politischen Anschauung".

"Game of Thrones" und "American Crime" Favoriten bei Emmy Awards

Verleihung der "Fernseh-Oscars" in Los Angeles

Bei der diesjärigen Emmy-Verleihung ist die US-Fernsehserie "Game of Thrones" einer der großen Favoriten und könnte ein weiteres Mal jede Menge Auszeichnungen einheimsen. So würde sie als Serie mit den meisten Emmys in die Geschichte eingehen. Denn jetzt schon hat "Game of Thrones" 35 Mal den renommierten Fernsehpreis in den unterschiedlichsten Kategorien gewonnen. Auch die Miniserie "American Crime: The People vs O.J. Simpson" könnte zu den Gewinnern des Abends gehören. Anwärter für mehrere Auszeichnungen ist auch die von Kritikern gefeierte Spionageserie "The Americans". Die Emmy-Verleihung findet heute Abend zum 68. Mal statt (Montag 02.00 Uhr MESZ). Moderiert wird die Gala in Los Angeles zum zweiten Mal von Late-Night-Show-Moderator Jimmy Kimmel.

DiCaprio warnt vor Millionen Klimaflüchtlingen

Er erinnerte an die Vereinbarungen der Pariser Weltklimakonferenz

Der für sein Umweltengagement bekannte Hollywoodstar Leonardo DiCaprio blickt mit Sorge in die Zukunft. Er habe "unvorstellbare, von Menschen verursachte Zerstörung überall auf unserem Planeten" gesehen, sagte er in New York bei einer Feier zur Würdigung des Internationalen Tags des Friedens. Er warnte vor Hunderten von Millionen Klimaflüchtlingen, die eine Zukunft schaffen könnten, die alles andere als friedlich wäre. DiCaprio fügte hinzu, es sei furchterregend, aber "Lösungen sind heute vorhanden (...), wenn wir jetzt vorangehen". Er drängte Studenten, ihre Staats- und Regierungschefs für die im vergangenen Jahr bei der Pariser Weltklimakonferenz gemachten Versprechungen im Kampf gegen den Klimawandel zur Verantwortung zu ziehen. Und Staatschefs zu wählen, die ihr Hauptaugenmerk auf Erneuerbare Energien richten und "antworten, bevor es zu spät ist".

Schauspieler Hilmar Thate gestorben

Er wurde 85 Jahre alt

Der Schauspieler Hilmar Thate ist tot. Er verstarb bereits am Mittwoch im Alter von 85 Jahren, wie die Akademie der Künste in Berlin mitteilte. "Wir werden ihn, seine sonore Stimme, seine glasklare Haltung zum gesellschaftspolitischen Geschehen, seine unverwechselbare Figur, sehr vermissen", erklärte Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel. Thate hatte von Anfang der 50er bis Ende der 70er Jahre das Theater der DDR mit Rollen von Brecht oder Shakespeare geprägt, zudem war er ein wichtiger Darsteller in Filmen von Kurt Maetzig oder Konrad Wolf. Nach seinem Protest gegen die Ausweisung von Wolf Biermann wurde er aber kaum noch besetzt und verließ die DDR 1980 gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Angelica Domröse. Eine zweite Karriere begann Thate im Theater sowie in Filmen von Rainer Werner Fassbinder oder Volker Schlöndorff. Am Theater arbeitete er mit Regiegrößen wie George Tabori, Peter Zadek und Heiner Müller zusammen.

Iran schickt Film von Farhadi ins Oscar-Rennen

Der Regisseur hatte schon in Cannes den Preis für das beste Drehbuch erhalten

Der Iran wird bei der Oscar-Akademie in Hollywood den Film "Forushandeh" (Salesman) von Asghar Farhadi als Beitrag in der Kategorie Bester fremdsprachiger Spielfilm einreichen. Die für die Auswahl zuständige Cinema Stiftung Farabi hat sich nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA zwischen fünf Filmen für "Forushandeh" entschieden. Farhadi hatte mit dem Film schon bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Drehbuch erhalten. Vor der Entscheidung der Farabi Stiftung gab es diesbezüglich heftige Diskussionen. Das iranische Kultusministerium hatte für den Oscar einen Film gefordert, der auch die islamische Kultur und ideologischen Werte des Landes vorstelle. Diese Aspekte fehlten in Farhadis Gesellschaftsdrama über ein junges iranisches Ehepaar. Schon für das Scheidungsdrama "Nader und Simin - Eine Trennung" hatte Farhadi 2012 den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film erhalten.

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