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Montag, 01.06.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. Januar 2020

Jugendliche streben weiterhin traditionelle Berufe an

Trotz des Wandels der Arbeitswelt sehen viele Jugendliche in Deutschland und in anderen Wirtschaftsnationen ihre Zukunft weiterhin in einem traditionellen Beruf. Das geht aus Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hervor, die bei der Pisa-Schulstudie erhoben wurden. Demnach wollen die befragten 15-jährigen nach wie vor etwa Arzt, Lehrer, Polizist oder Manager werden. 47 Prozent der Jungen und 53 Prozent der Mädchen gaben einen von zehn besonders häufig genannten Berufen an.

Wechsel an der Spitze des Deutschen Presserats

Der Geschäftsführer des Deutschen Presserats, Lutz Tillmanns, geht in den Ruhestand. Er gibt sein Amt zum 1. Februar an den 38-jährigen Medienrechtsanwalt Roman Portack ab, teilte der Rat in Berlin mit. Tillmanns leitete den Presserat 28 Jahre lang. In die Amtszeit des 63-Jährigen seien unter anderem die Einführung der Selbstregulierung im redaktionellen Datenschutz, die Erweiterung der Zuständigkeit auf Onlinemedien und der Umzug des Presserats von Bonn nach Berlin gefallen, sagte der Vorsitzende des Trägervereins des Presserates, Dirk Platte.

Raubkunst aus Gurlitt-Bestand zurückgegeben

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat drei als NS-Raubkunst identifizierte Kunstwerke an die Erben des französischen Kunstsammlers Armand Dorville zurückgegeben. Das Aquarell "Dame im Abendkleid" und das Ölgemälde "Porträt einer Dame" von Jean-Louis Forain kommen aus dem Bestand des Kunsthändlers Cornelius Gurlitt, die Zeichnung "Amazone mit aufbäumendem Pferd" von Constantin Guys war zuletzt in Privatbesitz. Der Sammler Dorville, ein Notar in Paris, hatte sich nach der deutschen Besetzung Frankreichs in die Dordogne zurückgezogen. Sein Kunstbesitz wurde 1942 in Nizza zwangsversteigert. Der Erlös wurde den Erben vorenthalten, ein Teil der Familie wurde von den Nationalsozialisten ermordet.

Monty-Python-Star Terry Jones gestorben

Terry Jones, Mitglied der britischen Komikergruppe Monty Python, ist tot. Er sei gestern Abend nach einer langen Demenzerkrankung gestorben, teilte sein Management mit. Seine Familie erklärte, er habe lange Zeit mutig und immer mit Humor gegen die Krankheit angekämpft. Jones wurde 77 Jahre alt. Gemeinsam mit Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle und Michael Palin gründete Jones 1969 die Gruppe Monty Python's Flying Circus, die mit ihrem anarchischen Humor die britische Comedy-Landschaft dauerhaft prägte. Er führte Regie bei den Filmen "Das Leben des Brian" und "Der Sinn des Lebens". Außerdem spielte er in beiden Filmen und in "Die Ritter der Kokosnuss" mit.

Freigestellte Grammy-Chefin erhebt Klage

Wenige Tage vor der diesjährigen Grammy-Verleihung ist in der Recording Academy, die die Gala organisiert, ein Streit eskaliert. Die in der vergangenen Woche aufgrund von "Fehlverhalten" von ihrem Job als Chefin freigestellte Deborah Dugan verklage nun ihren früheren Arbeitgeber, wie US-Medien berichteten. Sie sei zu Unrecht gefeuert worden, nachdem sie sich gegen sexuelle Belästigung gewehrt und Unregelmäßigkeiten bei den Grammy-Nominierungen angesprochen habe, heißt es in der Klage. Die Recording Academy wies die Vorwürfe zurück.

Öhman und Waltz gehen vorzeitig beim Staatsballett

Nach nur wenigen Monaten an der Spitze des Staatsballetts Berlin geben Sasha Waltz und Johannes Öhman ihre gemeinsame Intendanz zum Jahresende 2020 auf. Der 52-jährige Öhman werde mit Beginn des nächsten Jahres das Dansens Hus in Stockholm als neuer Geschäftsführer und künstlerischer Leiter führen, teilte die Kulturverwaltung in Berlin mit. Vor diesem Hintergrund werde auch Waltz ihre Co-Intendanz beenden. Die 56-Jährige werde sich in Zukunft wieder voll und ganz auf ihre künstlerische Arbeit als Choreografin konzentrieren. Die gemeinsame Intendanz hatte im August 2019 begonnen und endet damit bereits nach 17 Monaten. Ursprünglich waren Waltz und Öhman bis zum Ende der Spielzeit 2024/25 verpflichtet worden.

Investigativreporter Greenwald kritisiert Anklage

Der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald hat eine Anklage der brasilianischen Staatsanwaltschaft gegen sich wegen Cyber-Kriminalität als Willkür und Zensur kritisiert. Die Anklage beruhe auf den gleichen Beweisen, die von der brasilianischen Bundespolizei bereits geprüft und nicht als Fehlverhalten eingestuft worden seien, hieß es in einer Erklärung der Plattform "The Intercept", deren Gründer Greenwald ist. Die Staatsanwaltschaft wirft dem in Brasilien lebenden Journalisten vor, Teil einer "kriminellen Organisation" zu sein. Er soll eine Hacker-Gruppe unterstützt haben, auf das Handy des jetzigen Justizministers Sergio Moro zuzugreifen. Dieser war damals der zuständige Bundesrichter im Korruptionsfall "Lava Jato" ("Autowäsche"), in den zahlreiche Politiker und Unternehmer verwickelt sind.

Markusdom bekommt Glaswall gegen Hochwasser

Der Markusdom in Venedig soll von einem Ring aus Glasplatten vor Hochwasser geschützt werden. Die 1,20 Meter hohe Balustrade soll die Basilika bis zu einem Flutpegel von zwei Metern über normal gegen Überschwemmung sichern, berichtet die Zeitung "Corriere della Sera". Nach Angaben des zuständigen Ingenieurs Pierpaolo Campostrini vom Patriarchat Venedig liegen die Kosten bei geschätzt 3,5 Millionen Euro. Bis Herbst soll die Anlage stehen.

Ai Weiwei rechnet mit Deutschland ab

Der chinesische Künstler Ai Weiwei blickt kritisch auf seine Zeit in Deutschland zurück. Das Land sei intolerant, bigott und autoritär, sagte der 62-Jährige dem "Guardian" in einem Interview. Ai Weiwei lebte von 2015 bis vor wenigen Monaten in Berlin, wo er noch immer ein Atelier hat. Inzwischen ist er in die englische Universitätsstadt Cambridge übergesiedelt. Grund für den Umzug sei vor allem sein zehn Jahre alter Sohn Lao gewesen, berichtete Ai Weiwei. Für den erhofft er sich in Großbritannien eine gute Ausbildung und mehr Sicherheit. "Ich will nicht, dass er in rauen Bedingungen aufwächst." Deutschland biete kein gutes Umfeld für Ausländer.

Flötist Karapanos erhält Leonard Bernstein Award

Der Leonard Bernstein Award geht in diesem Jahr an den griechischen Flötisten Stathis Karapanos. Mit dem 23-jährigen Nachwuchsmusiker erhalte erstmals ein Flötist die Auszeichnung, teilte das Schleswig-Holstein Musik-Festival in Kiel mit. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Das Preisträgerkonzert findet am 14. August in der Musik- und Kongresshalle in Lübeck statt. Der Leonard Bernstein Award wird seit 2002 während des Festivals an herausragende junge Musiker vergeben.

Gericht verbietet Tina-Turner-Plakat

Tina Turner hat vor Gericht ein Klageverfahren gegen einen bayerischen Tourveranstalter gewonnen. Das Werbeplakat für die Show "Simply The Best - Die Tina Turner Story" dürfe so nicht mehr verwendet werden, entschied das Landgericht Köln. Die Verwendung des Namens Tina Turner zusammen mit dem Bild einer Doppelgängerin könne fälschlich den Eindruck vermitteln, dass die echte Sängerin an dem Musical mitwirke oder sogar selbst auftrete. "Die beklagte Firma hat nicht das Recht, ein potenzielles Publikum über die Mitwirkung von Tina Turner zu täuschen", stellte das Gericht in einer Pressemitteilung klar. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Datenschutzbeauftragter gegen Gesichtserkennung

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Ulrich Kelber, hat vor dem Einsatz von Technologien zur Gesichtserkennung im öffentlichen Raum gewarnt. Grundsätzlich stelle die biometrische Gesichtserkennung "einen potenziell sehr weitgehenden Grundrechtseingriff dar, der auf jeden Fall durch konkrete Vorschriften legitimiert sein müsste", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine solche Legitimation sehe er derzeit nicht. "Ich würde es begrüßen, wenn in Europa die Gesichtserkennung im öffentlichen Raum untersagt würde."

Gaultier zeigt letzte Haute-Couture-Schau

Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier will mit einer großen Modenschau in Paris seine 50-jährige Karriere feiern. Gleichzeitig soll es seine letzte Haute-Couture-Schau sein - diesen Entschluss hatte der 67-Jährige mit einem Video auf Twitter bekanntgegeben. Seine Marke solle weiter bestehen, hieß es, aber mit einem neuen Konzept. Im Unklaren ließ Gaultier, ob er als Modedesigner aktiv bleibt.

Im Weinstein-Prozess starten Eröffnungsplädoyers

Im Vergewaltigungsprozess gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein starten die ersten Plädoyers von Anklage und Verteidigung. Dabei geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen. Bei einer Verurteilung droht Weinstein lebenslange Haft. Dieser hatte immer wieder gesagt, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich erfolgt. Erwartet wird ein harter Kampf zwischen Anklage und Verteidigung um die Glaubwürdigkeit der Zeuginnen. Am Ende entscheiden jedoch die zwölf Geschworenen über Schuld oder Unschuld. Seit 2017 hatten insgesamt mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Ihre Anschuldigungen hatten die globale MeToo-Bewegung ausgelöst.

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