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Interview | Beitrag vom 28.04.2021

Jugend und NachrichtenAuf die Themen kommt es an

Kerstin Schröter im Gespräch mit Nicole Dittmer

Blick in die Zeitung (picture alliance / Newscom / Rafael Ben-Ari)
Wenn sie die Wahl zwischen online und offline Medien hätten, würden sich ihre Schüler für gedruckte Zeitungen entscheiden, sagt die Lehrerin Kerstin Schröter. (picture alliance / Newscom / Rafael Ben-Ari)

Jugendliche und Journalismus scheint nur der gemeinsame Anfangsbuchstabe zu verbinden. Doch junge Menschen lesen auch journalistische Inhalte, wenn die Themen sie interessierten, wie die Hamburger Lehrerin Kerstin Schröter berichtet.

Die Hälfte der jungen Menschen findet es nicht wichtig, sich über aktuelle Ereignisse zu informieren, weil ihnen der Bezug zum eigenen Leben fehlt. Das ergab eine breit angelegte Studie, die unter anderem von der Deutschen Presseagentur und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien initiiert worden ist.

Durchgeführt wurde die Untersuchung, die Teil des Projekts "Use The News", also "Nutze die Nachrichten", ist, vom Leibniz-Institut für Medienforschung.

Journalisten kommen in die Schule

Doch ganz so erschreckend wie es scheint, sind die Ergebnisse nicht. Denn es gibt unter den befragten jungen Menschen auch diejenigen, die sich für Nachrichten interessieren und sich bei journalistischen Quellen informieren.

Um die letztgenannte Gruppe zu vergrößern, geben die Studienmacher Handlungsempfehlungen: Einerseits müssten die Medien daran arbeiten, dass deren Angebote auch von jungen Menschen als alltagsrelevant angesehen werden. Die Aufgabe der Bildungspolitik sei es, sich darum zu kümmern, dass Schülerinnen und Schüler lernen, wie Journalismus funktioniert und wie sie Medien besser nutzen können.

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In Hamburg setzt sich dafür Kerstin Schröter mit der Initiative "Journalismus macht Schule" ein. Schröter war früher Journalistin und ist nun als Lehrerin tätig.

Aus ihrer Arbeit berichtet sie, dass viele ihrer Schülerinnen und Schüler das Angebot gern angenommen haben. Außerdem würden sie dabei eine große Allgemeinbildung erhalten und ihren Wortschatz erweitern. Dies sei die Voraussetzung, um Pressetexte zu verstehen, so die Lehrerin.

Medienmacher kommen in die Klassenräume

Die Initiative "Journalismus macht Schule" gebe es seit 2020, sie trägt Unterrichtsmaterial zusammen und bringt Medienmacher in den Klassenraum.

So werden Journalisten am 3. Mai, dem Tag der Pressefreiheit, auch in die Schule von Schröter kommen und das Gespräch mit den Schülern suchen, etwa um diesen näherzubringen, wie beispielsweise Fake News erkannt werden können.

Bei vorherigen Projekten sei den Jugendlichen unter anderem beigebracht worden, wie sie sich mittels eines Videos journalistisch ausdrücken können, sagt die Lehrerin.

Schüler lesen Zeitung

Die Schülerinnen und Schüler von Schröter würden regelmäßig Zeitungen lesen, berichtet die ehemalige Journalistin. "So lernen sie die Medienlandschaft kennen." Dabei würde sie auch den Unterschied zwischen klassischen und neuen digitalen Medien lernen. "Wenn ich sage, ihr könnt online oder offline lesen, entscheiden sich viele für die gedruckte Zeitung", hat Schröter zudem beobachtet.

"Alle Jugendlichen interessieren sich für Nachrichten", unterstreicht die Lehrerin. Das Problem sei, "dass sie in ihrem Format noch viel zu wenig finden".

Nachdem ihre Schülerinnen und Schüler erfahren hätten, was Journalismus und deren Formate sind, würden diese auch längere Texte wie Magazinreportagen lesen – wenn das Thema das Interesse der jungen Menschen wecke.

(rzr)

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