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Dienstag, 26.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. Juni 2021

Jürgen Kaube erhält den Deutschen Sachbuchpreis

Der Autor und Publizist Jürgen Kaube erhält den erstmals verliehenen Deutschen Sachbuchpreis. Er bekommt den mit 25.000 Euro dotierten Preis für sein Werk "Hegels Welt", das im Berliner Rowohlt-Verlag erschienen ist, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. in Frankfurt am Main mitteilte. Der mit insgesamt mit 42.500 Euro verbundene Preis wird in diesem Jahr erstmals vergeben. Kaube, der auch einer der vier Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist, räume mit seiner Biografie über den Philosophen Georg Wilhelm Hegel mit dem Genre der Heldenerzählung gründlich auf, urteilte die Jury. "Er schildert den Philosophen so elegant wie ironisch als Mann, der die Widersprüche der Umbruchzeit um 1800 wahrnimmt, durchdenkt, und doch auch immer wieder ihr revolutionäres Potenzial verkennt, etwa wenn es um die Freiheitsansprüche der Frauen geht", so die Juroren, unter denen Buchhändler, Journalistinnen und Wissenschaftler sind.

Georges Aperghis erhält von Siemens Musikpreis

Der Komponist Georges Aperghis erhält den mit 250 000 Euro dotierten Ernst von Siemens Musikpreis 2021. Die Ernst von Siemens Musikstiftung würdigte den 75-Jährigen als eine der richtungsweisenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik. Sein Lebenswerk stehe quer zu allen Strömungen und widersetze sich schneller Einordnung, begründeten die Preisstifter am Dienstag in München. Sein Musiktheater zeichne sich durch große Offenheit aus und entstehe häufig im Dialog mit anderen Kunstformen wie Schauspiel, Tanz oder bildender Kunst.

Informationen zu Benin-Bronzen nun online

Im Internet sind ab sofort Informationen über die sogenannten Benin-Bronzen in deutschen Museen abrufbar. Sie stehen auf der Website der Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland. Zum Start des Angebots sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters, damit werde für größtmögliche Transparenz gesorgt. Außerdem bekräftige Deutschland seine Bereitschaft, im Dialog mit der nigerianischen Seite Rückgaben von Benin-Bronzen zu ermöglichen. Auf der Internetseite finden sich derzeit mehr als 1.100 Objekte. Ihre Herkunft sollen die Museen bis Ende des Jahres umfassend dokumentieren und öffentlich zugänglich machen. Die ersten Bronzen sollen im kommenden Jahr nach Afrika zurückkehren.

Spendenaufruf für Innenausbau von Notre-Dame

Das Erzbistum Paris hat zu neuen Spenden für den Wiederaufbau der Kathedrale Notre Dame aufgerufen. Für den Innenausbau seien sechs Millionen Euro nötig, heißt es in dem Aufruf. Diese Arbeiten sind nicht in der nationalen Restaurierungskampagne vorgesehen, berichten französische Medien. Das Gebäude gehört seit der Französischen Revolution dem Staat, für die Inneneinrichtung ist die katholische Kirche zuständig. Sie hat auch Künstler aufgerufen, ihre Kreativität und eigene Werke für den Wiederaufbau zu spenden. Seit dem Brand im April 2019 sind insgesamt mehr als 800 Millionen Euro zur Restaurierung von Notre Dame zugesagt. Sie soll nach den Aufräum- und Konsolidierungsarbeiten in diesem Sommer beginnen.

Regensburger Domspatzen öffnen sich für Mädchen

Die Regensburger Domspatzen wollen 2022 ihr Gymnasium für Mädchen öffnen. Außerdem erhalte die Regensburger Dommusik dann einen Mädchenchor. Der Status der Domspatzen als Domchor und reiner Knabenchor bleibe davon unberührt, teilten die Domspatzen mit. Der Beschluss des Stiftungsrats sei einstimmig erfolgt. Domkapitel und Bischof unterstützten das Vorhaben. Seit anderthalb Jahren hat das Gymnasium in Christine Lohse bereits eine weibliche Leitung. Mit dem Schritt soll auch die 1000-jährige Tradition des Knabenchors selbst gefestigt werden. Immer öfter seien zuletzt gute Sänger nicht ans Gymnasium der Domspatzen gegangen, weil sie lieber auf eine gemischte Schule gingen, heißt es in der Mitteilung. Der Besuch des Gymnasiums sei aber Voraussetzung, um in den Chören mitsingen zu dürfen.

Broadway-Autor bereut Besetzung für Musical-Film

Broadway-Star Lin-Manuel Miranda hat sich dafür entschuldigt, seinen neuen Musicalfilm "In The Heights» vorrangig mit Menschen hellerer Haut besetzt zu haben. In dem Versuch, ein Mosaik dieser Gemeinschaft zu malen, haben wir zu kurz gegriffen. Es tut mir wirklich leid, schrieb der 41-Jährige auf Twitter. Er hat puertoricanische Wurzeln und ist in dem titelgebenden New Yorker Stadtteil Washington Heights aufgewachsen. Er habe den Schmerz und die Frustration vor allem der Afro-Latinos erfahren, die sich nicht gesehen und vor allem in den Hauptrollen unterrepräsentiert fühlten, schrieb Miranda weiter. Er verspreche, sich in seinen zukünftigen Projekten zu bessern. Die Filmversion von "In The Heights" hatte Anfang Juni beim New Yorker Tribeca-Filmfestival seine Premiere und soll Ende Juli auch in die deutschen Kinos kommen.

Erstes deutsches Islamkolleg wird eröffnet

In Osnabrück wird heute das Islamkolleg Deutschland eröffnet. Es soll bundesweit Imame und religiöses Betreuungspersonal ausbilden. Erstmals können sich dort muslimische Theologinnen und Theologen in deutscher Sprache und vom deutschen Staat finanziert auf ihren Dienst in den Moscheegemeinden vorbereiten lassen. Das Kolleg wird von mehreren kleinen Islamverbänden getragen, unter anderem dem Zentralrat der Muslime. Die zweijährige Ausbildung ist aber nicht an eine Verbandszugehörigkeit gebunden.

Bundesverdienstkreuz für Nobelpreisträgerin Alexijewitsch

Die belarussische Oppositionelle und Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch wird am Mittag mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Bundespräsident Steinmeier überreicht ihr die Auszeichnung in seinem Berliner Amtssitz Schloss Bellevue. Die 73-jährige Alexijewitsch ist eine scharfe Kritikerin des belarussischen Machthabers Lukaschenko. Sie gehört auch zum Präsidium des Koordinierungsrats der belarussischen Opposition, der einen politischen Wechsel in dem Land herbeiführen will. Seit September vergangenen Jahres hält sie sich in Deutschland auf. Ihre Bücher, unter anderem über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, sind in ihrer belarussischen Heimat verboten.

Arktisforschung: Erste Ergebnisse der "Polarstern"

Acht Monate nach der Rückkehr des deutschen Forschungseisbrechers "Polarstern" von einer Arktis-Expedition werden am Mittag erste Ergebnisse vorgestellt. Bei der logistisch extrem aufwändigen Expedition ließ sich die "Polarstern" ein Jahr lang mit einer Eisscholle durch die Arktis treiben, um auch den Winter am Nordpol erforschen zu können. Die Besatzung sammelte direkt auf dem Polareis riesige Datenmengen, die nun nach und nach ausgewertet werden und eine bessere Kenntnis der klimarelevanten Umweltprozesse am Nordpol ermöglichen sollen.

Claus Kleber verlässt ZDF-"heute journal"

Der Journalist Claus Kleber hört zum Jahresende beim "heute journal" des ZDF auf. Kleber werde dann zum letzten Mal als Moderator der Nachrichtensendung zu sehen sein, sagte ein Sprecher des Senders. Eine Verlängerung von Klebers Vertrag habe nicht zur Diskussion gestanden. Über eine Nachfolge werde "zu gegebener Zeit" informiert. Der 65-Jährige Kleber moderiert seit 2003 das "heute journal".

Christian Spuck neuer Intendant am Staatsballett Berlin

Der Choreograph Christian Spuck wird neuer Intendant des Berliner Staatsballetts. Er werde zur Spielzeit 2023/24 nach Berlin kommen, nach seiner derzeitigen Intendanz am Ballett Zürich, teilte die Senatskulturverwaltung mit. Spuck sei ein international erfolgreicher Choreograph, der über große Erfahrung in der Leitung eines Ballettensembles verfüge, erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Er werde die Compagnie in der gesamten Breite des klassischen und zeitgenössischen Balletts weiterentwickeln. Spuck wird Nachfolger der Intendanten-Doppelspitze Sasha Waltz und Johannes Öhman, die nach nur wenigen Monaten gemeinsamer Arbeit im Januar 2020 ihren Rücktritt erklärt hatten. Nachfolgerin von Spuck in Zürich wird die Choreographin Cathy Marston.

Gutenberg-Preis für Judith Schalansky

Die Buchgestalterin, Autorin und Herausgeberin Judith Schalansky erhält den Gutenberg-Preis 2021 der Stadt Leipzig. Die Jury ehre sie für ihr konsequentes Eintreten rund um das zeitgenössische Buch, teilte die Stadtverwaltung mit. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) überreicht ihn am 22. Juni im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig. Es widmet der Preisträgerin ab dem 23. Juni auch eine Kabinettsausstellung. Der Gutenberg-Preis wird seit 1959 verliehen und seit 1993 im jährlichen Wechsel mit der Stadt Mainz. Im 15. Jahrhundert lebte und arbeitete dort der Namensgeber und Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg.

Berliner Philharmoniker wollen breite Kulturdebatte

Die Berliner Philharmoniker hoffen, bald wieder vor vollen Sälen spielen zu können. Intendantin Andrea Zietzschmann sagte bei der Vorstellung des Programms für die kommende Saison, wenn das Publikum das mitmache und es die Pandemie hergebe, hätte sie lieber, Vollbesetzung mit Maske, als 50 Prozent ohne Maske. Für diesen Monat sei bislang eine Platzbesetzung von 50 Prozent möglich. In der nächsten Spielzeit wollen die Berliner Philharmoniker auch ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. So soll es ein Konzert mit Werken von jüdischen Komponisten geben. Außerdem wünscht sich Intendantin Zietzschmann eine breite gesellschaftliche Debatte über den Wert der Kultur. Ein weiterer Höhepunkt der neuen Saison soll das Europakonzert in Odessa werden. Ein politisches Statement in Bezug auf den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine solle es jedoch nicht sein, sagte Chefdirigent Kirill Petrenko. Die Ukraine gehöre selbstverständlich zu Europa. Das Europakonzert ist seit 1991 Tradition bei den Berliner Philharmonikern. Jahr für Jahr besucht das Orchester einen Ort in Europa, in dem es sonst selten zu Gast ist.

Erstes deutsch-französisches Kulturinstitut im Ausland

Das erste von vier geplanten deutsch-französischen Kulturinstituten ist in Palermo eröffnet worden. Unter dem Namen "Kultur Ensemble" wird das Atelier in einem ehemaligen Industrie-Komplex künftig drei Mal im Jahr von einem Künstler-Duo aus Frankreich und Deutschland genutzt, wie das Goethe-Institut mitteilte. Ziel der bilateralen Initiative sei es, das kulturelle Zusammenwachsen Europas voranzubringen, sagte die Staatsministerin im Außwärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), bei der Eröffnung. Die übrigen bilateralen Kulturinstitute sind in Rio de Janeiro, Erbil (Irak) und Bischkek (Kirgisistan) geplant. Das hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron vor zwei Jahren im Aachener Vertrag vereinbart.

Deutscher Drehbuchpreis für Behrooz Karamizade

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat heute den deutsch-iranischen Drehbuchautor Behrooz Karamizade für sein Skript „Leere Netze" mit dem Deutschen Drehbuchpreis 2021 ausgezeichnet. Darin erzählt Karamizade die Geschichte des jungen Iraners Amir, der sich als Fischer am Kaspischen Meer das Brautgeld für seine große Liebe Narges zusammenzuverdienen versucht. In der Jurybegründung heißt es zu dem Film: Im weiteren Verlauf werfe „Leere Netze" den Blick von Amirs persönlichem Schicksal hin zu den Auswirkungen globaler Probleme und politischer Konflikte. Eine atmosphärisch dicht erzählte und gesellschaftlich brisante Geschichte, die den weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen ein menschliches Gesicht verleihe. Der Deutsche Drehbuchpreis wird seit 1988 verliehen. Er ist die höchstdotierte und renommierteste Auszeichnung für Drehbuchautoren in Deutschland.

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