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Interview | Beitrag vom 15.01.2021

Jüngste CDU-Delegierte Lilli Fischer"Ich bin ganz großer Norbert-Röttgen-Fan"

Lilli Fischer im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz Norbert Röttgen (l-r) Armin Laschet und Friedrich Merz, sitzen bei einer Diskussionsrunde im Konrad-Adenauer-Haus. Vor der Wahl des CDU Bundesvorsitzenden stellen sich die Kandidaten in der per Livestream übertragenen Diskussion erneut den Mitgliedern. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
"Wir haben drei starke Kandidaten", sagt Lilli Fischer über die CDU-Politiker Norbert Röttgen (links), Armin Laschet und Friedrich Merz (rechts). (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Die jüngste Delegierte auf dem CDU-Parteitag wirbt für Röttgen als Parteivorsitzenden. Vor einem Parteichef Merz hingegen warnt die 20-jährige Erfurterin Lilli Fischer: Er könne die CDU weibliche Wählerstimmen kosten.

Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen - wer soll künftig die CDU führen? Die jüngste Delegierte auf dem CDU-Parteitag an diesem Wochenende hat ihre Entscheidung bereits getroffen:

"Ich bin ganz großer Norbert-Röttgen-Fan", sagt die 20-jährige Lilli Fischer, Studentin und seit 2019 Mitglied im Stadtrat von Erfurt. An Röttgen schätzt sie dessen guten Internet- und Social-Media-Auftritt und dass er die Themen der Zukunft adressiere: "Das hat mich sehr angesprochen."

Merz spricht Wählerinnen nicht an

Weniger hält sie dagegen von einem CDU-Vorsitzenden Merz. Denn der spreche den weiblichen Teil der Wählerschaft nicht an. "Wir als CDU haben einen Wähleranteil von 60 Prozent Frauen", so Fischer. "Und ich glaube, dass uns dieser Wähleranteil stark wegbrechen kann, wenn Friedrich Merz Kanzlerkandidat wird."

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Letztlich seien aber alle drei "sehr kompetente, starke Männer", die die Partei gut führen würden, und mit keinem der Kandidaten werde die Partei "untergehen". 

Porträt der CDU-Politikerin Lilli Fischer, einer jungen Frau mit langen, rotblonden Haaren. (Tobias Koch)Die Erfurter Stadträtin Lilli Fischer (Tobias Koch)

Dass keine Frau auf der Kandidatenliste steht, stört die junge Politikerin nicht: "Ich habe gern jemanden an der Spitze, der führen kann und der kompetent ist. Und ob das nun ein Mann oder eine Frau ist, das ist mir dabei recht egal."

Flexiblere Strukturen für junge Frauen nötig

Dennoch mahnt sie an, die Partei für Frauen attraktiver zu machen. So seien die derzeitigen Strukturen "sehr ‚unsexy‘ für Frauen". Es brauche zum Beispiel eine "politische Elternzeit" oder mehr hybride Sitzungen, auch für junge Mütter. 

"Für die Junge Union tritt beispielsweise Laura Hopmann als Kandidatin für den Bundesvorstand an, und Laura Hopmann hat einen ganz kleinen Sohn. Die ist jetzt genau in der Phase, wo sie feststellt, wie wichtig das ist, dass es schon schön ist, wenn man jetzt hybride Sitzungen hat und zu Hause beim Kind sein kann."

Sie selbst habe in der Partei keine schlechten Erfahrungen wegen ihres Geschlechts, sondern eher wegen ihres Alters gemacht, sagt Fischer: "Das ist so eine klassische Sache, dass von einem verlangt wird, dass man viel Erfahrung hat. Aber wie soll ich denn Erfahrung haben, wenn man mich keine Erfahrungen machen lässt?"

(uko)

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